Das Museum zeigt in einer Ausstellung eine künstlerische Annäherung an Fabry.

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Im kleinen Ausstellungsraum des Wilhelm-Fabry-Museums zeigt der Reutlinger Design-Professor Henning Eichinger unter anderem 60 Bilder und Collagen, die im März in einem Kunstbuch veröffentlicht werden. Das Buch erscheint in limitierter Auflage (100 Exemplare), wird vom Künstler signiert und kostet 220 Euro. Wer bis Ende Februar im Museum ein Exemplar vorbestellt, erhält es für 180 Euro. Der gesamte Erlös geht an das Museum.

Im kleinen Ausstellungsraum des Wilhelm-Fabry-Museums zeigt der Reutlinger Design-Professor Henning Eichinger unter anderem 60 Bilder und Collagen, die im März in einem Kunstbuch veröffentlicht werden. Das Buch erscheint in limitierter Auflage (100 Exemplare), wird vom Künstler signiert und kostet 220 Euro. Wer bis Ende Februar im Museum ein Exemplar vorbestellt, erhält es für 180 Euro. Der gesamte Erlös geht an das Museum.

Dirk Thomé

Im kleinen Ausstellungsraum des Wilhelm-Fabry-Museums zeigt der Reutlinger Design-Professor Henning Eichinger unter anderem 60 Bilder und Collagen, die im März in einem Kunstbuch veröffentlicht werden. Das Buch erscheint in limitierter Auflage (100 Exemplare), wird vom Künstler signiert und kostet 220 Euro. Wer bis Ende Februar im Museum ein Exemplar vorbestellt, erhält es für 180 Euro. Der gesamte Erlös geht an das Museum.

Hilden. Künstler, so heißt es oft, sehen die Welt mit anderen Augen. Der eine will sie so widergeben, wie sie ist. Ein anderer lenkt den Blick auf die Dinge hinter den Dingen. Manche richten ihr Augenmerk auf die Details, während andere die großen Zusammenhänge des Lebens in ihren Arbeiten darstellen möchten. Henning Eichinger passt in alle diese Kategorien. In seiner gestern im Wilhelm-Fabry-Museum eröffneten Ausstellung nähert er sich künstlerisch dem Leben und Werk von Wilhelm Fabry. Dabei gibt er die Dinge so wider, wie sie sind, lenkt das Augenmerk auf die Details, hebt die Dinge hinter den Dingen hervor und stellt den berühmtesten Hildener in Zusammenhang mit seiner Zeit.

"Ich bin kein Historiker", stellt Eichinger klar. Dennoch hat sich der Professor für Design auch aus historischer Sicht dem vor 450 Jahren geborenen Wundarzt aus Hilden genähert. Das Ergebnis sind Darstellungen von berühmten Zeitgenossen Fabrys. Sie stehen in einer Reihe mit Porträts zeitgenössischer Persönlichkeiten. Mit ihnen zeigt der Künstler die Folgen der medizinischen Arbeit Fabrys.

"Ich habe schon in vielen Museen ausgestellt, aber so etwas wie hier findet man selten. Sie haben in Hilden ein kostbares Kleinod."

Henning Eichinger über das Wilhelm-Fabry-Museum

Fabry und seine Zeitgenossen sahen die Chirurgie als Reparatur des gottgegebenen Körpers an. "Heute ermöglicht es die plastische Chirurgie, jeden Körper nach den eigenen Vorstellungen zu formen", so Eichinger. In dieser Polarität zwischen dem alten und dem modernen Chirurgieverständnis, dem damaligen und heutigen Umgang mit dem menschlichen Körper, siedelt er seine künstlerische Arbeit an.

Eichinger sieht allerdings auch Gemeinsamkeiten zwischen Fabry und seinen heutigen Nachfolgern: Den Begründer der modernen Chirurgie und seine heutigen Kollegen eint der Wunsch, den menschlichen Körper in einen bestmöglichen Zustand zu bringen. Während Fabry allerdings das Bestmögliche aus medizinischer Sicht erreichen wollte, steht heute oftmals das Ästhetische im Vordergrund. "Und diese Entwicklung wird unsere Zeit stärker bestimmen als das Internet", sagt Eichinger.

Die Eichinger-Ausstellung ist die erste Veranstaltung des Museums im Rahmen des Fabry-Jahres. Mehr als 100 werden an verschiedenen Orten noch folgen. Zumindest für die noch folgenden Kunst-Ausstellungen liegt die Messlatte nun sehr hoch. "Das ist erst der Beginn der Ausstellungsreihe, und ich bin jetzt schon gespannt, was noch kommen wird", sagt Hildegard Skirde. Sie war eine von rund 100 Gästen bei der Ausstellungseröffnung und ist Mitglied in der Hildener Künstlergruppe Art-ig. Die Gruppe zeigt Ende des Jahres im Künstlerhaus H6 eine Ausstellung mit dem Titel "Fabry-Facetten".

Mit der gestern im Wilhelm-Fabry-Museum, Benrather Straße 32a, eröffneten Ausstellung "Fabry - Eichinger: Medizin und Ästhetik" beginnt die Ausstellungsreihe des Museums im Fabry-Jahr 2010. Die künstlerische Annäherung des Reutlinger Desgin-Professors Henning Eichinger an den berühmtesten Hildener ist noch bis zum 5. April zu sehen. Das Museum ist dienstags, mittwochs und freitags von 15 bis 17 Uhr, donnerstags von 15 bis 20 Uhr, samstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Henning Eichinger (50) lehrt seit 1997 den Schwerpunkt Künstlerische Konzeption im Masterstudiengang Design an der Hochschule Reutlingen. Er wurde 1959 in Frankfurt/Main geboren und studierte Visuelle Kommunikation/Grafik-Design mit Schwerpunkt Malerei und Illustration bei Professor Pit Moog und Professor Dieter Ziegenfeuter an der Fachhochschule Dortmund. Zur Vorbereitung der aktuellen Ausstellung legte er im Vorjahr ein Forschungssemester ein. Eichinger ist verheiratet mit der Bildhauerin Yvonne Kendall.

Der in Reutlingen lebende und arbeitende Künstler hat seine Arbeiten bereits in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Seine Arbeiten sind unter anderem in den Sammlungen der Deutschen Bank Frankfurt, der Kunsthalle Kaliningrad/Russland, des Emschertalmuseums Herne, des Kunstmuseums Örebro/Schweden, des Kultusministeriums Kiel und des Ciurlionis-Museums Kaunas/Litauen vertreten. Als Preisträger der Ausstellung "Hallo mein Herz" (1999) im Wilhelm-Fabry-Museum zeigte er im Jahr 2002 mit seiner Ehefrau Yvonne Kendall die Ausstellung "Einschnitte - Incisions".

Mit ihrem Hildener Künstler-Kollegen Bernd Gemeiner ist sie sich einig, dass Eichinger "vielseitige Techniken in ungewöhnlicher und spannender Zusammensetzung" in seinen Arbeiten präsentiert. Und Hans-Joachim Uthke sieht in der Ausstellung vor allem eine "Wahnsinnsarbeit", die durch ihre sehr freie Interpretation des Themas besteche. Auch Uthke wird mit einer Ausstellung den großen Wundarzt würdigen. Der Hildener Künstler zeigt zum Abschluss des Ausstellungsjahres im Museum seine Arbeiten zum Thema "Der Wunderdoktor von Eugen Roth".

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