Die Wiederhold-Schule sieht eine Zukunft mit der Pädagogik von Maria Montessori.

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Eltern, Kollegium und Schüler der Walter-Wiederhold-Schule – (von links) Kirstin Werner (Elterninitiative), Lina (5), Stephanie (9), Gabriele Petroschka (stellvertretende kommissarische Schulleiterin), Kirsten Scholz (stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende), Felix (8), Doris Goy (Elterninitiative), Sabine Hesse (Schulpflegschaftsvorsitzende) und Josephine (9) – hoffen, dass ihre Schule durch die Umstellung auf Montessori-Pädagogik langfristig gesichert ist.

Eltern, Kollegium und Schüler der Walter-Wiederhold-Schule – (von links) Kirstin Werner (Elterninitiative), Lina (5), Stephanie (9), Gabriele Petroschka (stellvertretende kommissarische Schulleiterin), Kirsten Scholz (stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende), Felix (8), Doris Goy (Elterninitiative), Sabine Hesse (Schulpflegschaftsvorsitzende) und Josephine (9) – hoffen, dass ihre Schule durch die Umstellung auf Montessori-Pädagogik langfristig gesichert ist.

Dirk Thomé

Eltern, Kollegium und Schüler der Walter-Wiederhold-Schule – (von links) Kirstin Werner (Elterninitiative), Lina (5), Stephanie (9), Gabriele Petroschka (stellvertretende kommissarische Schulleiterin), Kirsten Scholz (stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende), Felix (8), Doris Goy (Elterninitiative), Sabine Hesse (Schulpflegschaftsvorsitzende) und Josephine (9) – hoffen, dass ihre Schule durch die Umstellung auf Montessori-Pädagogik langfristig gesichert ist.

Hilden. Alle Jahre wieder: Kaum rückt der Anmeldetermin für die neuen Erstklässler näher, beginnt an der Walter-Wiederhold-Grundschule das große Zittern. Wird die "magische18" erreicht? Oder werden es weniger i-Dötzchen? Was sagt die Schulaufsicht? Hat sie Erbarmen und erteilt eine Ausnahmegenehmigung, oder steht die Schule vor dem Aus?

Doch diesmal soll alles anders werden. Wenn am 28./29. Oktober die Anmeldungen angenommen werden, "sind wir zuversichtlich, dass wir mindestens 18 Kinder, die eingeschult werden müssen, erreichen", sagt die kommissarische stellvertretende Schulleiterin Gabriele Petroschka. Ihre Hoffnung schöpft sie daraus, dass die Schule ab 2012 als Montessori-Einrichtung firmiert.

"Der Montessori-Ansatz und der integrative Unterricht, wie er bei uns praktiziert wird, das passt."

Gabriele Petroschka, kommissarische stellvertretende Schulleiterin

"Das war keine Spontanidee, die über uns hereingebrochen ist. Schließlich verfolgen wir den Montessori-Ansatz seit jeher", sagt die Schulpflegschaftsvorsitzende Sabine Hesse. Schon bei der Schulkonferenz im März sei darüber gesprochen worden, das Schulprofil entsprechend zu entwickeln. Doch ausschlaggebend war der Besuch der Bildungsmesse "didacta" in Köln. "Dort haben wir mit dem Montessori-Dachverband gesprochen", sagt Petroschka: "Und wir wurden in unseren Überlegungen bestärkt. Der Montessori-Ansatz und der integrative Unterricht, wie er bei uns praktiziert wird, das passt."

Nun geht es darum, die Voraussetzungen zu schaffen. "Zuerst müssen die 18 Schüler erreicht werden", sagt Hesse. Anschließend geht es an die Anschaffung der Montessori-Materialien - Perlenketten für den Mathe-Unterricht, Nagelbretter für die Geometrie oder Kugeln zum Zeitverständnis. Hesse: "Wir haben zwar schon Einiges, was für die Freiarbeit notwendig ist, aber bei weitem nicht alles."

Und die Schule braucht eine Lehrerin mit entsprechender Ausbildung, die anschließend die anderen Kolleginnen schult. Die Ausbildung dauert etwa zwei Jahre und endet mit dem Montessori-Diplom. "Wobei die Bereitschaft, sich ausbilden zu lassen, bei uns vorhanden ist", sagt Petroschka.

Die Stadt hat grünes Licht für eine finanzielle Unterstützung gegeben

Maria Montessori wurde am 31. August1870 im italienischen Chiaravalle bei Ancona geboren und starb am 6. Mai 1952 im holländischen Noordwijk aan Zee. Die Ärztin, Reformpädagogin und Philosophin entwickelte die Montessoripädagogik. 1896 promovierte sie an der Universität Rom als erste Frau Italiens. In ihren letzten beiden Studienjahren arbeitete sie als Assistentin an einer psychiatrischen Klinik in Rom. Sie spezialisierte sich auf Kinderheilkunde und setzte diese Tätigkeit als Assistenzärztin in der Abteilung für Kinderpsychiatrie der römischen Universitätskinderklinik fort.

Das von Maria Montessori und anderen ab 1907 entwickelte pädagogische Bildungskonzept deckt die Zeitspanne vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen ab. Es beruht auf dem Bild des Kindes als "Baumeister seines Selbst" und verwendet deshalb zum ersten Mal die Form des offenen Unterrichts und der Freiarbeit. Als Grundgedanke der Montessoripädagogik gilt die Aufforderung "Hilf mir, es selbst zu tun".

Von der Stadt als Schulträger wird das Vorhaben unterstützt. "Wir wollen, dass die Schule gerade in diesem exponierten Stadtteil erhalten bleibt", hatte kürzlich Schuldezernent Reinhard Gatzke gesagt. "Wir haben zwar noch keine Summen genannt bekommen, aber wir haben grünes Licht, dass wir finanziell unterstützt werden", sagt Petroschka. Für den "ganzen Rest" sei dann der noch zu gründende Förderverein zuständig.

Schafft es Hildens kleinste Grundschule (80 Kinder in vier Klassen) in der nächsten Woche tatsächlich über die Ziellinie, würde sie in eine Lücke stoßen, die im Kreisgebiet immer noch groß ist. Obwohl die Montessori-Pädagogik immer beliebter wird, gibt es zumindest im Umfeld der Schule im Hildener Westen nur zwei weitere Schulen, in denen nach Montessori unterrichtet wird: eine in Erkrath und eine im nur zwei Kilometer entfernten Düsseldorf-Garath. "In Garath sind die Anmeldezahlen so groß, dass sogar Schüler abgelehnt werden müssen", weiß Petroschka. Ablehnungen, die ihrer Schule zugute kommen könnten.

"Wir haben bereits Kontakt mit der Schule aufgenommen. Und zum Montessori-Kinderhaus in Urdenbach. Die Kinder dieser Kita könnten also demnächst nicht nur nach Garath wechseln, sondern auch zu uns", sagt Hesse. Dabei will die Schule mit einem weiteren Vorteil trumpfen: "Schließlich können wir eine wesentlich individuellere Betreuung anbieten als größere Schulen", sagt Petroschka.

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