Evangelische Kirchengemeinde will im Herbst mit dem Umbau des Gemeindezentrums beginnen.

Bis hierhin und nicht weiter – die Kinder der Kindertagesstätte an der Friedenskirche markieren den hinter ihnen liegenden Teil des bisherigen Gemeindesaals, der nach dem Umbau ihnen gehören wird.
Bis hierhin und nicht weiter – die Kinder der Kindertagesstätte an der Friedenskirche markieren den hinter ihnen liegenden Teil des bisherigen Gemeindesaals, der nach dem Umbau ihnen gehören wird.

Bis hierhin und nicht weiter – die Kinder der Kindertagesstätte an der Friedenskirche markieren den hinter ihnen liegenden Teil des bisherigen Gemeindesaals, der nach dem Umbau ihnen gehören wird.

Dirk Thomé

Bis hierhin und nicht weiter – die Kinder der Kindertagesstätte an der Friedenskirche markieren den hinter ihnen liegenden Teil des bisherigen Gemeindesaals, der nach dem Umbau ihnen gehören wird.

Hilden. Nicht wirklich glücklich, aber immer noch zufrieden ist das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hilden mit dem Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses zu den Umbauplänen an der Friedenskirche. Zufrieden sind Pfarrerin Sonja Schüller als Vorsitzende und ihr Stellvertreter Ulrich Prill, weil der Aufstellungsbeschluss für den entsprechenden Bebauungsplan einstimmig gefasst wurde. Erhofft hatten sie sich, dass auch der vom Investor IBS (Immobilien- und Bauträgerservice aus Wuppertal) gelieferte städtebauliche Entwurf sowie ein beschleunigtes Verfahren eine Zustimmung finden würde. Beides wurde abgelehnt.

"Die Beschlüsse bedeuten, dass wir noch in diesem Herbst mit dem Umbau des Gemeindezentrums beginnen können", sagt Prill. Das dafür benötigte Geld wird der Investor aber erst überweisen, wenn Baurecht für die geplanten zwölf bis 15 Seniorenwohnungen auf drei Geschossen und bis zu 15 zweigeschossigen Einfamilienhäuser besteht. Die Überweisung könnte sich nun etwas verzögern, denn jetzt muss die Bezirksregierung erst der Änderung des Flächennutzungsplans zustimmen. Dies hätte bei einem beschleunigten Verfahren nachträglich geschehen können. Bedroht sei das Projekt dadurch aber nicht, "denn die Kirchengemeinde muss den Umbau ohnehin zwischenfinanzieren", sagt Pfarrer Udo Pickshaus.

Der überarbeitete Entwurf soll bereits im März vorliegen

Weniger Sorge bereitet dem Presbyterium der Wunsch des Ausschusses nach einem überarbeiteten städtebaulichen Entwurf. Den will das beauftragte Haaner Architekturbüro ISR Stadt + Raum schon zur nächsten Sitzung des Fachausschusses am 19. März - spätestens am 29. April - vorlegen. Wichtiger sei die grundsätzliche Zustimmung des Ausschusses, weil die Kindertagesstätte spätestens zum 1. August 2010 mit seinen derzeit rund 70 Kindern in seine neuen Räume im Gemeindehaus eingezogen sein muss. Dann soll nämlich auch eine Betreuung für Kinder unter drei Jahren angeboten werden, und die Anmeldefristen müssen berücksichtigt werden.

Dass die vom Fachausschuss hinterfragte Bebauungsdichte zum Problem werden könnte, sieht Pfarrer Udo Pickshaus nicht: "Es gibt keine höhere Bebauungsdichte, es bleibt bei 40Prozent bebauter Fläche." Schließlich stehen auf dem betreffenden Grundstück neben dem bisherigen Kindergartengebäude auch fünf Bungalows. Deren Bewohner werden zum Teil in die zwölf bis 15 neuen Altenwohnungen einziehen. Die sollen zeitgleich mit den ersten Reihenhäusern gebaut werden, die auf dem derzeitigen Kindergartengrundstück entstehen.

Die Gemeinde wird enger zusammenrücken

Enger zusammenrücken müssen allerdings die Gemeindeglieder, deren Gemeindezentrum zum größten Teil vom neuen Kindergarten in Beschlag genommen wird. Der Gemeindesaal wird kleiner und die verschiedenen Gruppen müssen sich die verbliebenen Räume teilen. Dafür bekommen sie ein Begegnungszentrum mit Cafeteria im vergrößerten Foyer. Außerdem werden das Seniorenbüro und die Erwachsenenbildung dort präsent sein. Und Pfarrer Pickshaus sieht im geringen Platzangebot sogar Vorteile: "Die Gemeinde rückt zusammen. Das Leben unter einem Dach mit dem Kindergarten bringt die Kinder näher an die Gemeinde." Und natürlich auch an den Kirchenraum, der - wie das Erscheinungsbild der Kirche - nicht verändert wird.

Mit rund 17500 Gemeindegliedern ist die Evangelische Kirchengemeinde Hilden die größte im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann. Die Zahl der Mitglieder stagniert.

Vor allem durch den demografischen Wandel sinkt die Kirchensteuer seit Jahren. Immer mehr älteren Gemeindegliedern, die im Rentenalter keine Kirchensteuer mehr zahlen, stehen immer weniger Gemeindeglieder im Berufsleben gegenüber. Nur knapp 30 Prozent der Mitglieder zahlen Kirchensteuer.

Als Reaktion auf die sinkenden Einnahmen hat das Presbyterium der Kirchengemeinde vor zwei Jahren ein Immobilienkonzept beschlossen, das den Verkauf der Jesus-Christus-Kirche am Clarenbachweg und des Gemeindehauses an der Schulstraße vorsah. Beides ist vollzogen. Die Verkleinerung des Gemeindezentrums an der Friedenskirche ist der dritte und letzte Baustein des Konzeptes.

Durch den Verkauf eines rund 4600 Quadratmeter großen Grundstücks an der Werner-Egk-Straße werden die für den Umbau des Gemeindezentrums benötigten 1,1 Millionen Euro eingenommen. In das Gemeindezentrum soll der Kindergarten integriert werden.

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