Die Firma Rodehüser sorgt für das Winterlicht in Hilden und feiert ihr 25-jähriges Bestehen.

wza_1500x1003_596704.jpeg
Seniorchef Georg Rodehüser vor einem Schaltschrank mit mechanischen Schaltern und Glühlampen anno 1987.

Seniorchef Georg Rodehüser vor einem Schaltschrank mit mechanischen Schaltern und Glühlampen anno 1987.

Dirk Thomé

Seniorchef Georg Rodehüser vor einem Schaltschrank mit mechanischen Schaltern und Glühlampen anno 1987.

Hilden. Wer an diesem Wochenende über den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt schlendert und einen Blick auf die Strom-Schaltkästen zwischen den Buden wirft, wird darauf den Namen des Hildener Familienunternehmens lesen: Rodehüser. Auch die Weihnachtsbeleuchtung wird von dort aus mit Elektrizität versorgt. Selbst die Kreuze auf den Türmen von Reformationskirche und St.Jacobus bringt das Unternehmen von Firmengründer Georg Rodehüser (56) zum Leuchten.

Die Installation der festlichen Beleuchtung ist für den Elektromeister allerdings nur ein Nebengeschäft. Sein vor 25 Jahren gegründetes Unternehmen, das am Sonntag Jubiläum feiert, hat sich seither in eine ganz andere Fachrichtung entwickelt.

"Eine Firma wie diese kann man nicht einfach aus dem Boden stampfen."

Martin Rodehüser, Juniorchef, über die Georg Rodehüser GmbH

Aus der klassischen Elektrotechnikfirma, mit der Rodehüsers Ein-Mann-Betrieb einst begonnen hat, ist ein Betrieb mit 15 Mitarbeitern geworden, der sich auf die komplette Gebäudeautomation spezialisiert hat. "Intelligente Häuser" macht Rodehüser aus Schulen, Museen und Bürogebäuden, in denen Licht, Raumklima und Heizung zentral gesteuert, verteilt und optimiert werden. "Alles funktioniert digital", sagt Junior-Chef Martin Rodehüser (27), der sich anschickt, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Sein Fachgebiet ist die Gebäudeleittechnik. In diesen Bereich fällt auch seine Diplom-Arbeit, mit der er im Januar sein Studium abschließen wird. Um seine berufliche Zukunft zu sorgen braucht er sich nicht. Das Unternehmen floriert.

In 25 Jahren hat sich der Umsatz des Unternehmens verdreißigfacht

Über Bilanzen und Geld wollen Vater und Sohn nicht reden; lediglich dass sich der Umsatz in 25 Jahren verdreißigfacht habe, verraten sie. Ihre Kunden sind Großunternehmen, Industrie, Energieversorger und öffentliche Auftraggeber in ganz Deutschland und dem Ausland. Zu den schlechtesten Gewerbesteuerzahlern in Hilden gehören die Rodehüsers sicher nicht. Wollte man sie mit einem Fußballverein vergleichen, würde der SC Freiburg dem Unternehmen wohl am nächsten kommen: klein, solide geführt, bundesweit und gelegentlich auch international im Einsatz, erste Liga und immer für eine Überraschung gut. In einem Punkt hinkt der Vergleich mit dem Fußball allerdings: Die Konkurrenz ist nicht ganz so groß wie auf dem Rasenplatz.

In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es gerade einmal 15 Mitbewerber

In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es vielleicht gerade einmal 15 Mitbewerber; neue Konkurrenten kommen auch nicht über Nacht hinzu. "So eine Firma kann man nicht einfach aus dem Boden stampfen. Das muss sich entwickeln und wachsen, weil viele Fachbereiche zusammenfließen", sagt Martin Rodehüser. Die Kenntnis physikalischer Prozesse gehört ebenso dazu wie das Wissen um Programmierung, Planung und den Entwurf von grafischen Bedienoberflächen.

Georg Rodehüser ist 56 Jahre alt und wurde in Düsseldorf geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit dem Nikolaustag 1959 lebt er in Hilden. Vor wenigen Wochen, am 25. Oktober, erhielt er den Silbernen Meisterbrief.

Am 6. Dezember 1984 gründete Georg Rodehüser in Hilden seine Firma für Elektro- und Regelungstechnik. 1992 wurde am Mühlenbachweg 24 ein Grundstück erworben. Mit den Jahren wuchs die Firma, so dass 2007 am Mühlenbachweg 11 eine größere, modernere Immobilie erworben wurde.

Namhafte Großunternehmen, Industrie, Handwerk, Energieversorger und öffentliche Auftraggeber in ganz Deutschland werden mit individuellen technischen Lösungen im Bereich der Gebäudeautomation und industrieller Elektrotechnik ausgestattet. Im Ausland ist die Rodehüser GmbH ebenfalls tätig. Die entferntesten Anlagen stehen in Taiwan, Russland und Nord-Amerika.

Georg Rodehüser GmbH, Mühlenbachweg 11, 40724 Hilden, Telefon 23027.

Wie das alles zusammenspielt, veranschaulicht das Beispiel des Aquazoos in Düsseldorf. Dass die Pinguine sich dort bei der für sie idealen Luftfeuchtigkeit wohl fühlen können, ist ein Werk der Hildener Firma. Die Wassertemperatur in den Becken und die Beleuchtung steuern Anlagen aus dem Hause Rodehüser. Selbst die Wasseraufbereitung und die Lufttemperatur werden mit Technik vom Mühlenbachweg geregelt. Von dort aus werden die Anlagen auch gewartet. Dazu brauchen sich die Techniker nicht einmal auf den Weg über die Autobahn machen - vieles geht heute via Internet.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer