Im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms fährt Maximilian Gollor für ein Jahr in die USA.

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Maximilian Gollor geht ein Jahr in Amerika zur Schule.

Maximilian Gollor geht ein Jahr in Amerika zur Schule.

Stefan Fries

Maximilian Gollor geht ein Jahr in Amerika zur Schule.

Hilden. Maximilian Gollor blickt nach Westen. Im übertragenen Sinne - und noch nicht auf einen Punkt fixiert. Denn er weiß bisher nur, dass er als Stipendiat des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) in diesem Sommer nach Amerika aufbrechen wird. "Am 12. August geht es los", freut sich der 16-Jährige. Doch wohin ihn die Reise in die USA führt, weiß der Hildener Schüler bislang nicht. "Das wird hoffentlich bald bekannt gegeben", lacht er.

Einen speziellen Bundesstaat hat er nicht als Wunschkandidaten im Visier, allerdings fände er es toll "irgendwo hinzukommen, wo es wärmer ist als hier". Florida oder Kalifornien sind Sonnenstaaten. Aber da muss seine "Patentante" Michaela Noll abwinken. "Dahin führt der Weg der Austauschschüler selten." Ebenso wenig geht es in die Metropolen, eher in ländliche Regionen in Großstadtnähe, erklärt die CDU-Bundestagsabgeordnete, die neben der Patenschaft für Maximilian auch die Patenschaft für Jay Wilson - der Amerikaner ist seit vergangenem Jahr in Haan - übernommen hat.

Seine Englisch-Kenntnisse hält der 16-Jährige für brauchbar

Doch für Maximilian zählt nur eines: ein Auslandsjahr in Amerika zu verbringen. "Ich möchte ausprobieren wie es ist, irgendwo auf sich selbst gestellt zu sein. Mal gucken, wie die Eingliederung in die Gesellschaft funktioniert." Klar, seine Sprachkenntnisse möchte der Gymnasiast auch verbessern.

Nach Sommerreisen 2008 mit der Familie an die amerikanische Westküste und einem Osterurlaub 2009 in Schottland ("das war anfangs gar nicht leicht, die Leute zu verstehen") hält der Zehntklässler seine Englisch-Kenntnisse allerdings schon für brauchbar. Nicht, um später "Dolmetscher oder so etwas zu werden", eher schwebt ihm "etwas Kreatives" als Berufsziel vor.

"Ich bin gespannt und ein bisschen aufgeregt", bekennt er vor der großen Fahrt. Weniger vor dem Lernpensum an der High School ("der Stoff ist ja etwas leichter in Amerika"), sondern wie er Kontakte knüpft und Freude findet. Der Helmholtz-Gymnasiast beschreibt sich selbst als "aufgeschlossen und interessiert". An Selbstbewusstsein mangelt es ihm auch nicht. Als er im Bewerbungsverfahren um das PPP-Stipendium einen Gegenstand präsentieren sollte, der symbolisch für ihn ist, suchte er "eine kleine Holzleiter als Leiter zum Erfolg" aus.

Durch den Amerika-Aufenthalt verliert Maximilian kein Schuljahr - der begabte Schüler hätte jetzt ohnehin die elfte Klasse übersprungen. "Ich habe mich tierisch über die Zusage gefreut", erinnert er sich an die Mitteilung aus Berlin. Die Vorfreude überwiegt alles. Ein bisschen wehmütig wird er dann doch. "Dass ich meine Schwester, Eltern und alle meine Freunde vermissen werde, das weiß ich schon jetzt."

1983 wurde das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) anlässlich des 300. Jahrestages der ersten deutschen Einwanderung nach Amerika vom Kongress der Vereinigten Staaten und dem Deutschen Bundestag beschlossen. Es ist ein auf Gegenseitigkeit angelegtes Jugendaustauschprogramm: junge Deutsche verbringen ein Jahr in den USA und umgekehrt.

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