Die Mitarbeiter des Kaufhauses bitten die Hildener um Hilfe im Kampf um ihre Arbeitsplätze.

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Der Bitte der Hertie-Mitarbeiter um Unterstützung bei ihrem Kampf um ihre Arbeitsplätze folgten die Passanten in der Mittelstraße bereitwillig.

Der Bitte der Hertie-Mitarbeiter um Unterstützung bei ihrem Kampf um ihre Arbeitsplätze folgten die Passanten in der Mittelstraße bereitwillig.

Erika de Clerque unterstützt mit ihrer Unterschrift die Hertie-Mitarbeiter.

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Der Bitte der Hertie-Mitarbeiter um Unterstützung bei ihrem Kampf um ihre Arbeitsplätze folgten die Passanten in der Mittelstraße bereitwillig.

Hilden. Der Zeitpunkt für den bundesweiten Protest der Hertie-Mitarbeiter gegen die Schließung der Warenhauskette ist nicht zufällig gewählt: Es ist fünf nach zwölf. Auch vor der Hildener Filiale an der Mittelstraße begannen die Mitarbeiter gestern zu dieser symbolträchtigen Zeit damit, auf ihre inzwischen wohl hoffnungslose Situation aufmerksam zu machen.

"Wir dürfen nicht die Opfer von Immobilien-Spekulationen werden." Mit dieser Forderung untermauern sie ihre Bitte um Unterstützung aus der Bevölkerung, die sich mit ihren Unterschriften für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzen sollen. Viele Passanten folgen bereitwillig dieser Bitte.

Nur zwei Mitarbeiter haben einen neuen Arbeitsplatz gefunden

Knapp 40 Mitarbeiter werden in Hilden ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn Hertie schließt. Den genauen Termin wissen sie noch nicht. Aber das, was danach kommt, wissen sie genau: Arbeitslosigkeit. Nur zwei von ihnen haben bisher einen neuen Arbeitsplatz gefunden. "Die meisten Mitarbeiter sind Mitte 40 bis Mitte 50.

In diesem Alter sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt alles andere als rosig", sagt die Betriebsratsvorsitzende Gabriele Nachtigall. Sie ist 51 Jahre alt, lebt allein, und muss zusehen, "dass ich mit meinem Geld auskomme". Niemand würde ihr schließlich die Miete erlassen. Existenzangst geht um.

Jürgen Haves, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, spricht von "Heuschrecken, die abgrasen und weiterziehen". Er hat noch keinen neuen Arbeitsplatz. Auch Michael Jaenike (49) nicht, der stellvertretende Geschäftsführer.

30 Jahre arbeitet er im Unternehmen, erst Karstadt, dann Karstadt kompakt und schließlich Hertie. Auch er macht sich wenig Hoffnung, dass ihm die Agentur für Arbeit helfen kann, wenn deren Mitarbeiter morgen zur Beratung ins Kaufhaus kommen.

Doch nicht nur die älteren Kollegen sind in Sorge. Elena Miller ist Auszubildende. Sie ist aus Mettmann gekommen, als das Haus dort geschlossen wurde. Jetzt droht ihr erneut das Ende ihrer Ausbildung, ein Jahr fehlt noch bis zum Abschluss.

Nicht nur die Mitarbeiter sind betroffen. "Wenn bei Hertie die Lichter ausgehen, verliert auch unsere Stadt etwas von ihrem Glanz", sagt Haves. Das sehen auch Ernst und Erika de Clerque so.

Das Ex-Prinzenpaar gehört zu den Ersten, die mit ihren Unterschriften die Mitarbeiter unterstützen wollen. "Weil wir möchten, dass Hertie bleibt", sagen sie. Die Hoffnung darauf haben sie noch nicht aufgegeben.

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