An der Reisholzstraße wurde am Montag eine spezielle Reinigungsanlage in Betrieb genommen.

wza_1500x761_658734.jpeg
Viel Aufwand und Technik – wie hier im Wasserwerk Karnap – sind erforderlich, damit die Stadtwerke nach eigenen Angaben die Hildener mit Trinkwasser von „hervorragender Qualität“ versorgen können.

Viel Aufwand und Technik – wie hier im Wasserwerk Karnap – sind erforderlich, damit die Stadtwerke nach eigenen Angaben die Hildener mit Trinkwasser von „hervorragender Qualität“ versorgen können.

Archiv Dirk Thomé

Viel Aufwand und Technik – wie hier im Wasserwerk Karnap – sind erforderlich, damit die Stadtwerke nach eigenen Angaben die Hildener mit Trinkwasser von „hervorragender Qualität“ versorgen können.

Hilden. Leichtflüchtige Chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) sind berüchtigt, denn sie belasten das Grundwasser. Dorthin gelangen sie vor allem aus alten Industrieanlagen. Auch Teile des Hildener Grundwassers sind davon betroffen. Deshalb wurde am Montag an der Reisholzstraße eine spezielle Reinigungsanlage in Betrieb genommen. Damit soll eine drei Kilometer lange und bis zu 800 Meter breite so genannte Grundwasserfahne saniert werden.

Das Gebiet reicht bis nach Düsseldorf-Benrath. Obwohl das Hildener Grundwasser mit LCKW belastet ist, ist das hiesige Trinkwasser davon nicht betroffen. Das kommt von ganz woanders. Und eine Vermischung schließt Stadtwerke-Sprecher Oliver Schläbitz aus.

Das Hildener Trinkwasser kommt aus Karnap und Baumberg

50 Prozent des hiesigen Trinkwassers werden aus Grundwasserbrunnen in Karnap im Hildener Südwesten aus der Tiefe geholt. Die andere Hälfte kommt aus dem Wasserwerk Baumberg im gleichnamigen Monheimer Ortsteil. Dabei handelt es sich um so genanntes Rheinuferfiltrat. Es wird aus mehr als 20 Metern Tiefe gewonnen.

Die Brunnen stehen etwa 100 Meter vom Ufer entfernt. Dadurch ist garantiert, dass 70 Prozent Grundwasser sind. Bei den übrigen 30 Prozent handelt es sich aber keineswegs um direktes Rheinwasser. Auf seinem Weg in die Tiefe sickert das Wasser durch dicke Erdschichten, ist deshalb schon gefiltert, bevor es nach oben geholt wird.

Allein 2008 sind 3,33 Millionen Kubikmeter Trinkwasser durch die 10 000 Hildener Anschlüsse gelaufen. Ein Leitungsnetz von 158 Kilometern Länge muss dafür vorgehalten sein. An deren Ende fließt Wasser erster Güte aus dem Hahn, denn "unser Trinkwasser hatte eine hervorragende Qualität", betont Schläbitz. Denn bevor das kühle Nass auf die Reise in die Leitungen geschickt wird, gibt es erst einmal Qualitätsmessungen und Aufbereitungen.

Hinter dem Kürzel steht der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW. Er unterstützt Städte und Kreise. Der AAV saniert auf Antrag der Kommunen Altlasten, wenn kein Verantwortlicher mehr gefunden werden kann, oder der Verursacher dazu nicht mehr in der Lage ist. Der AAV bringt dabei bis zu 80 Prozent der finanziellen Mittel auf und übernimmt meist auch das Projektmanagement.

Hinter dem AAV stehen im Rahmen einer freiwilligen Kooperationsvereinbarung das Land Nordrhein-Westfalen, die Kommunen des Landes sowie Teile der NRW-Wirtschaft. Zurzeit wendet der Verband rund zehn Millionen Euro pro Jahr für Sanierungsmaßnahmen auf. Mögliche Rückflüsse aus Verkäufen sanierter Grundstücke fließen in neue Projekte.

Dabei sind die Grenzwerte im Trinkwasser strenger als beim Mineralwasser im Geschäft. Der Natriumgehalt darf beispielsweise beim Trinkwasser bei maximal 200 Milligramm liegen. Es gibt Sprudelwasser mit mehr als 300 Milligramm.

Besagte Reinigungsanlage an der Reisholzstraße, die seit Montag im Westen der Stadt nahe der Düsseldorfer Stadtgrenze eingesetzt wird, um die Chlorierten Kohlenwasserstoffe aus dem Wasser zu ziehen, ist der erste von insgesamt drei Sanierungsabschnitten. Zwei weitere Anlagen werden noch von der Stadt Düsseldorf gestartet.

Der Kreis Mettmann lässt sich die Säuberung des Grundwassers rund 4,5 Millionen Euro kosten. Zwei Millionen davon stammen aus Landesmitteln. Es werden mehrere Jahre vergehen, bis das belastete Wasser wieder eine gute Qualität hat.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer