Eltern kämpfen für den Erhalt der Walter-Wiederhold- Schule.

Eine Elterninitiative mit (von links) Sabine Hesse, Kirstin Werner, Hendrik Kranenberg, Kirsten Scholz, Simone Krumbein und Uli Breer setzt sich für den Erhalt der Walter-Wiederhold-Grundschule ein.
Eine Elterninitiative mit (von links) Sabine Hesse, Kirstin Werner, Hendrik Kranenberg, Kirsten Scholz, Simone Krumbein und Uli Breer setzt sich für den Erhalt der Walter-Wiederhold-Grundschule ein.

Eine Elterninitiative mit (von links) Sabine Hesse, Kirstin Werner, Hendrik Kranenberg, Kirsten Scholz, Simone Krumbein und Uli Breer setzt sich für den Erhalt der Walter-Wiederhold-Grundschule ein.

Eine Elterninitiative mit (von links) Sabine Hesse, Kirstin Werner, Hendrik Kranenberg, Kirsten Scholz, Simone Krumbein und Uli Breer setzt sich für den Erhalt der Walter-Wiederhold-Grundschule ein.

Hilden. Die Zukunft der Walter-Wiederhold-Grundschule im Hildener Westen steht auf wackligen Beinen. Nur 13 Schüler wurden für das nächste Schuljahr angemeldet. Das Landesschulgesetz schreibt aber eine Mindestanzahl von 18 Schülern pro Klasse vor. Um die drohende Schließung abzuwenden, haben Eltern eine Initiative gegründet. "Es ist fünf vor zwölf", sagt Sabine Hesse von der Elterninitiative. Mit Flugblättern wollen sie und ihre Mitstreiter im Hildener Westen und im Düsseldorfer Süden auf die Vorteile der kleinsten Hildener Grundschule hinweisen. Denn bis zum ersten Schultag können Eltern noch die Schule wechseln.

Für Vater Hendrik Kranenburg gibt es viele Vorteile: "Die pädagogischen Konzepte sind aktuell. Die Lehrer machen ständig Weiterbildungen." Zudem lege die Schule viel Wert auf die Steigerung des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten. Mutter Simone Krumbein ergänzt: "Es steht nicht das Pauken im Vordergrund, sondern das Lernen zu lernen und daran Spaß zu haben."

Die kleinen Klassen ermöglichen eine individuelle Betreuung

Für die einzügige Schule spreche zudem, dass sie sehr kleine Klassen habe. Derzeit sind in allen vier Jahrgängen nur 76 Kinder angemeldet. "Das ermöglicht eine individuelle Betreuung", sagt Kirstin Werner. Sie hofft, dass die Betreuungsangebote mögliche Interessenten überzeugen können. So seien sowohl für die Offene Ganztagesschule als auch die Verlässliche Grundschule (Betreuung bis 13.20 Uhr) noch Plätze frei.

Sollte es nicht gelingen, fünf weitere Erstklässler zu akquirieren, besteht noch Hoffnung auf eine Sondergenehmigung: Eine einmalige Unterschreitung der Klassenmindestgröße bis auf 15Schüler ist ausnahmsweise möglich, wenn die Kinder eine Grundschule derselben Schulart nicht in zumutbarer Weise erreichen können. Dazu fehlen aber noch zwei Anmeldungen.

Bis zum 19. April hat die Elterninitiative noch Zeit, die Werbetrommel zu rühren. Gelingt es nicht, genügend neue Schüler zu gewinnen, steht die Schule vor dem Aus. "Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder es gibt im Sommer einen harten Schnitt und die Schule wird aufgelöst. Oder sie wird mit den noch vorhandenen Schülern ein weiteres Jahr fortgeführt", sagt Hesse.

Am 1. Juli 1891 wird sie als Katholische Volksschule eingeweiht. Erst 1968 wird sie zur städtischen Grundschule.

Der heutige Rektor Dirk Boß wird 1980 Schulleiter. 1984 wird die Schule an der Düsseldorfer Straße nach Walter Wiederhold benannt. 1988 ist sie die erste Grundschule im Kreis Mettmann, die gemeinsamen Unterricht für behinderte und nichtbehinderte Kinder anbietet.

Selbst bei einem Erfolg der Eltern für das kommende Schuljahr ist ihre Arbeit noch nicht beendet. Am 25. Februar wird im Ausschuss für Schule und Sport ein Gutachten vorgestellt, das die Stadt in Auftrag gegeben hat. Danach sind auch in den kommenden Jahren weniger Anmeldungen für die Walter-Wiederhold-Grundschule zu erwarten. So soll die Zahl der i-Dötzchen in naher Zukunft zwar etwas ansteigen, ab 2014 (bis 2020) jedoch nur noch 15 pro Jahr betragen.

Die Grundschule ist jedoch nicht die einzige in Hilden, die das betrifft. Durch den demografischen Wandel sinken überall die Anmeldezahlen. Hinzu kommt, dass nach dem Wegfall der Schulbezirke die Eltern aus dem Einzugsgebiet der Wiederhold-Schule ihre Kinder an anderen Grundschulen anmelden. Dieses Wahlverhalten berücksichtigt auch die aktuelle Prognose.

Dem könnte durch mehr Öffentlichkeitsarbeit entgegengewirkt werden, sagt Schuldezernent Reinhard Gatzke: "Schulen brauchen ein gutes Konzept und Profil, das in der Öffentlichkeit bekannt ist." Die Stadt setzt sich für den Erhalt der Schule ein. "Wir wollen, dass die Schule gerade in diesem exponierten Stadtteil bleibt", sagt Gatzke.

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