Die Beschwerden von Anwohnern über eine Lärmbelästigung nehmen zu.

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Vor allem jüngere Hildener wie Claudia zieht es in die Sandbar im Hildener Norden. Über den von ihnen verursachten Lärm beschweren sich aber immer häufiger die Anwohner. (Archiv

Vor allem jüngere Hildener wie Claudia zieht es in die Sandbar im Hildener Norden. Über den von ihnen verursachten Lärm beschweren sich aber immer häufiger die Anwohner. (Archiv

Dirk Thomé

Vor allem jüngere Hildener wie Claudia zieht es in die Sandbar im Hildener Norden. Über den von ihnen verursachten Lärm beschweren sich aber immer häufiger die Anwohner. (Archiv

Hilden. Am Strand liegen, einen Cocktail schlürfen, Musik und Beach-Volleyball mit Freunden spielen: Wer Urlaubsgefühle in heimischen Gefilden genießen möchte, kann dies in der Sandbar machen. Seit zwei Jahren betreibt Carsten Windmann nahe der Autobahn 46 Hildens Antwort auf "Monkey’s Island". Mit Erfolg, denn nicht nur Hildens Jugend ist begeistert. Auch manche ältere Semester lassen es sich dort gut gehen.

Allerdings ist nicht alles sonnig, was den Treffpunkt neben der Tennis-Ranch von Wilhelm Bungert angeht. Vermehrte Anwohnerbeschwerden lassen dunkle Wolken aufziehen. "Wir werden mit Carsten Windmann sprechen", sagte Bürgermeister Horst Thiele (SPD) in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. "Denn die Klagen derjenigen, die sich durch den Lärm der Sandbar und ihrer Besucher gestört fühlen, sind doch einigermaßen enorm."

Rein rechtlich ist die Sandbar ein "fliegender Bau" - wie ein Zirkus

Windmanns künstliches Urlaubsparadies, in dessen Mittelpunkt eine 300 Quadratmeter große Zeltkonstruktion steht, gilt rein rechtlich als "fliegender Bau". Jeweils drei Monate im Jahr darf er es aufstellen, dann muss das Zelt wieder abgebaut werden. "Das ist wie bei einem Zirkus", sagte Thiele. "Wir sollten eine Lösung finden, mit der allen geholfen ist."

Damit sprach Thiele aus, was auch die Ausschussmitglieder dachten - und zwar fraktionsübergreifend. "Das Beste wäre natürlich, die Sandbar würde nach drinnen ziehen", sagte Thiele. Damit wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Der Lärm wäre kein Thema mehr, und die Sandbar müsste nicht mehr als "fliegender Bau" mit dreimonatiger Konzession behandelt werden.

Einziges Problem: Die Bezirksregierung müsste das Areal rund um die Bungert-Ranch erst als Gewerbegebiet ausweisen. Dann könnte Windmann dort, wo jetzt das Zelt steht, eine Halle hinsetzen. Doch von solch einer Entscheidung aus Düsseldorf ist derzeit nicht auszugehen, denn der Gebietsentwicklungsplan (GEP) weist den Bereich als "Allgemeinen Freiraum- und Agrarbereich" aus. Dass die Tennis-Ranch dort steht, hat sie einer Ausnahme zu verdanken.

Der Gebietsentwicklungsplan (GEP) stellt für den Bereich zwischen der Fortsetzung der Gerresheimer Straße (L 404) und der "Schweinebrücke" über die A 46 einen "Allgemeinen Freiraum- und Agrarbereich" sowie entlang der Autobahn "Waldbereich" dar. Beide werden durch einen "Regionalen Grünzug" überlagert. Dieser Grünzug soll insbesondere die "siedlungsräumliche Gliederung, den klimatologischen Ausgleich, die Biotopvernetzung und die freiraumorientierte Erholung" sichern.

Die aktuelle Nutzung ist nur im Wege einer Ausnahme im "Regionalen Grünzug" zugelassen worden. Und zwar weil "Anlagen der siedlungsnahen Erholung" (zum Beispiel Park-, Friedhofs- und Kleingartenanlagen, Sport- und Spielplätze) in siedlungsnahen Grünflächen, nur im unmittelbaren Übergangsbereich angesiedelt werden können.

"Würde sich die Bezirksregierung bewegen, würde ich bauen", machte Windmann im WZ-Gespräch deutlich: "Ich bin zwar froh, wenigstens die Genehmigung für einen fliegenden Bau und damit das Zelt zu haben. Doch das ist keine Dauerlösung."

Und was ist mit den Tennishallen? Schließlich hat Windmann auch die Fläche für die Sandbar von Bungert gepachtet? "Auch das könnte ich mir vorstellen", sagt der Sandbar-Chef: "Wir haben schon darüber gesprochen. Aber das ist nicht meine Entscheidung."

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