Junge Fotografinnen sehen die Hildener Innenstadt in völlig neuem Licht.

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Ungewöhnliche Perspektiven des Alltäglichen hielten die Teilnehmer der Fotoaktion „Streetphotography“ am Wochenende in der Innenstadt (hier am Wilhelm-Fabry-Denkmal auf dem Alten Markt) mit der Kamera fest.

Ungewöhnliche Perspektiven des Alltäglichen hielten die Teilnehmer der Fotoaktion „Streetphotography“ am Wochenende in der Innenstadt (hier am Wilhelm-Fabry-Denkmal auf dem Alten Markt) mit der Kamera fest.

Dirk Thomé

Ungewöhnliche Perspektiven des Alltäglichen hielten die Teilnehmer der Fotoaktion „Streetphotography“ am Wochenende in der Innenstadt (hier am Wilhelm-Fabry-Denkmal auf dem Alten Markt) mit der Kamera fest.

Hilden. Eine alte Dame lässt ihre Einkaufstasche fallen, ein Mann verkauft ein Bündel Luftballons, ein Hund sitzt angekettet an der Straßenlaterne. Wem fällt das im Alltag noch auf?

Im Trubel der Stadt erscheint der Samstagmittag in Hilden völlig gewöhnlich und alltäglich. Mit ganz anderen Augen betrachten jedoch sechs Mädchen zwischen zehn und 15 Jahren die Geschehnisse um sie herum.

In einer Ferienaktion des Wilhelm-Fabry-Museums setzten sie sich am Wochenende mit dem Thema "Streetphotography" auseinander. Das ist der englische Begriff für das Fotografieren an öffentlichen Plätzen.

In den Gassen und auf den Straßen halten sie besondere Momentaufnahmen mit der Kamera fest. Jede Situation, die sonst banal erscheint, erstrahlt auf den Bildern in völlig neuem Licht.

Bevor sie aber wild drauflos fotografiert, erhalten die Mädchen vom Fotografen Michael Ebert (49) und der Kunsthistorikerin Sandra Abend (32) einige Theoriestunden. Denn vor allem die verschiedenen Perspektiven, Spiegelungen und Schatten machen die Bilder zu einer echten Kunst.

Die Jugendlichen für das Verhalten der Menschen sensibilisieren

Der aus dem Englischen kommende Begriff "Streetphotography” beschreibt das Fotografieren von Alltagssituationen an öffentlichen Plätzen. Die Stadt wird dabei zum fotografischen Zentrum, das in Momentaufnahmen erfasst wird.

Die Ferienaktion des Wilhelm-Fabry-Museums richtet sich an Jugendliche im Alter von elf bis 15 Jahren, die von Michael Ebert (Fotograf) und Sandra Abend (Kunsthistorikerin) begleitet wird.

Weitere Informationen, auch zu den Sommeferienaktionen des Wilhelm-Fabry-Museums, Benrather Straße 32a, gibt es unter Telefon 5903.

"Bei Streetphotography geht es nicht darum, Porträts zu fotografieren oder die Stadt zu erkunden", erklärt Ebert. Er will die Jugendlichen für das Verhalten der Menschen und Tiere im Alltag sensibel machen.

Während das Malen viel Aufwand in Anspruch nehme, könnten die Kinder ihre Fähigkeiten beim Fotografieren viel schneller und einfacher entwickeln, so der Fotograf. Dass, wie Ebert sagt, viele am Medium Fotografie hängen bleiben, kann auch die zehnjährige Alina von sich behaupten. Bereits zum dritten Mal nimmt sie am Kurs teil.

Ein verliebtes Pärchen, einen Bettler und spielende Kinder hat sie schon mit ihrer Linse festgehalten. "Es macht sehr viel Spaß, und die Fotos sind eine schöne Erinnerung", sagt die Zehnjährige.

Im Gegensatz zu Alina besucht Lucca (13) zum ersten Mal den Kurs. Von ihrer Mutter, die damals ein Fotografie-Studium begonnen hat, hat sie bereits einiges gelernt. "Besonders schwierig sind die Momentaufnahmen, weil man dann sehr schnell knipsen muss", stellt sie fest.

Ebert selbst hat bereits als Publizist gearbeitet und gibt sein Wissen auch an Fachhochschulen weiter. So gestochen scharf wie die Fotos, sind wohl auch die Bildanalysen der Kinder. "Die Mädchen haben eben keinerlei Hemmungen", sagt Sandra Abend. Die hätten einen Blick für die Details und analysierten sogar besser als die Studenten, so Ebert.

www.wilhelm-fabry-museum.de

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