Eine erste statistische Auswertung der anonymen Befragung im Mai wird im nächsten Jugendhilfeausschuss vorgestellt.

Hilden. Fast drei Viertel (73 Prozent) der Hildener Familien sind der Ansicht, in einer familienfreundlichen Stadt zu leben. Das ergab die Auswertung der Befragung zur Lage der Familien, an der sich im Frühjahr mehr als 1.100 Familien beteiligten.

Deren Antworten wurden von der aus der Bochumer Ruhr-Uni ausgegliederten Gesellschaft Faktor Familie ausgewertet. Erste Ergebnisse werden nächste Woche im Jugendhilfeausschuss vorgestellt.

"Darin geht es zunächst nur um die nackten Zahlen", sagt Jugendamtsleiterin Noosha Aubel auf WZ-Nachfrage: Die Antworten wurden ausgewertet und in Tabellen aufgelistet. Dies ist allerdings nur der erste Teil der Auswertung. Im Sommer soll der zweite Teil kommen. Der wird dann auch Handlungsempfehlungen enthalten, wie die Situation der Familien in Hilden verbessert werden könnte.

Neben rein statistischen Daten (95 Prozent der Alleinerziehenden in Hilden sind berufstätig) enthält die erste Auswertung auch schon Hinweise auf den dringendsten Handlungsbedarf. "Bei den Freizeitangeboten für Kinder kommen wir gut weg", sagt Aubel. Bei den Jugendlichen sieht das anders aus. Nur 27 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass das Angebot in diesem Bereich ausreichend sei.

Daraus leitet sich auch der Hauptmangel ab, den Familien in ihrem Wohnumfeld ausgemacht haben: Es gibt zu wenig Treffpunkte für Jugendliche. Dies beeinträchtigt den Gesamteindruck allerdings wenig. Die meisten Familien leben gern in Hilden.

Insgesamt 2.500 Fragebögen wurden im Mai an zufällig ausgewählte Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren verschickt. 1.106 ausgefüllte Fragebögen (44 Prozent) kamen zurück ins Rathaus.

Der von der Gesellschaft Faktor Familie, eine Ausgliederung der Ruhr-Universität Bochum, erstellte Fragebogen enthielt 76 Fragen zur Situation der Familien in Hilden. Nicht jede Frage musste beantwortet werden.

68.000 Euro kostet die Stadt die anonyme Befragung zur Lebenslage und Zufriedenheit von Familien in Hilden. Daraus wird der Familienbericht erstellt. Die statistische Auswertung der Fragebögen wird nächste Woche im Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Im Sommer folgt noch ein Katalog mit Handlungsempfehlungen.

Nur fünf Prozent der Befragten sind mit ihrem Wohnumfeld generell unzufrieden oder sogar sehr unzufrieden. Die überwiegende Mehrheit (73 Prozent) ist zufrieden bis sehr zufrieden. Dieser Wert wird bei der Zufriedenheit mit der eigenen Wohnung sogar noch übertroffen: 81 Prozent.

Gute Werte bei der Kinderbetreuung, schlechte Werte bei Hilfsangeboten

Ähnlich gut schneidet die Stadt bei der Zufriedenheit mit der Kinderbetreuung in der verlässlichen Grundschule (83 Prozent) ab. Dagegen fällt die Zustimmung zur offenen Ganztagsschule mit 64 Prozent schon etwas ab. Aber auch das ist noch ein gutes Ergebnis - im Vergleich zur Zufriedenheit mit der Arbeit der städtischen Ämter.

Zwar fühlen sich 57 Prozent der Befragten von dort über Familienangelegenheiten gut informiert. Aber nur 36 Prozent der Familien stimmen zu, dass ihnen im Rathaus schnell und unbürokratisch geholfen wird. Wirklich unzufrieden mit der Arbeit im Rathaus sind allerdings nur 16 Prozent. Der Rest ist unentschlossen.

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