Für ihren ersten Familienbericht verschickt die Stadt am Donnerstag 2500 Fragebögen an zufällig ausgewählte Familien.

Hilden. Nichts ist bekanntlich so gut, dass es nicht verbessert werden kann. Und auch wenn Sozialdezernent Reinhard Gatzke gern von der "familienfreundlichen Stadt Hilden" spricht, gibt es somit auch in diesem Bereich noch Möglichkeiten, Lebenslage und Zufriedenheit der Familien in der Stadt zu verbessern.

Wie und wo das geschehen könnte? Das sind Fragen, die Experten am besten beantworten können. Und die besten Experten bei Familienfragen sind die Familien selbst.

2500 dieser Experten sollen deshalb in einer anonymen Umfrage ihre Meinung über die Lebensumstände in Hilden abgeben. Dabei geht es etwa um die wirtschaftliche Lage der Familien, das Wohnumfeld, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Startchancen für Kinder.

Aus den Antworten verspricht sich Gatzke "entscheidende Hinweise darauf, was in Hilden noch zu verbessern ist". Und je mehr Familien die Fragebögen zurückschicken, desto detaillierter können die Handlungsempfehlungen den einzelnen Stadtteilen zugeordnet werden.

Auch bei den Empfehlungen sind Experten am Werk: die Gesellschaft "Faktor Familie" für Familienforschung und -politik, eine Ausgliederung der Ruhr-Universität Bochum. Die hat in den Jahren 2001 bis 2006 den Fragebogen in einem Modellprojekt des Landes entwickelt, "um vor Ort etwas für Familien bewegen zu können", so Geschäftsführer Holger Wunderlich.

76 Fragen auf 22 Seiten, denen auch Taten folgen müssen

2500 Fragebögen werden heute an zufällig ausgewählte Hildener Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren verschickt. 76 Fragen zur Lage der Familien in Hilden werden gestellt. Nicht jede Frage muss beantwortet werden.

4 Wochen haben die Empfänger Zeit, um den Fragebogen auszufüllen. Anschließend wird an alle Familien ein Erinnerungsschreiben verschickt, unabhängig davon, ob der Fragebogen schon ausgefüllt wurde.

68.000 Euro kostet die Stadt die schriftliche Befragung zur Erforschung der Lebenslage und der Zufriedenheit von Familien in Hilden, um daraus den Hildener Familienbericht zu erstellen.

16 Befragungen dieser Art hat die Gesellschaft Faktor Familie, eine Ausgliederung der Ruhr-Universität Bochum, bereits durchgeführt. Erstmals wird in Hilden auch ein Katalog mit Handlungsempfehlungen erstellt.

40 Prozent an Rückläufern wünschen sich die Organisatoren. Bei mehr als 50 Prozent wäre eine Rekordbeteiligung erreicht.

30 bis 40 Minuten soll es durchschnittlich dauern, um die 76 Fragen auf 22 Din-A5-Seiten zu beantworten, schätzt die Projektkoordinatorin Stefanie Klein. Dabei stehe es den Befragten frei, auf aus ihrer Sicht zu persönliche Fragen nicht zu antworten.

Auch dann sei jeder zurückgeschickte Fragebogen (dem Schreiben liegen frankierte Rückumschläge bei) wertvoll für die Auswertung. Die wird voraussichtlich in eineinhalb Jahren in Form des ersten Hildener Familienberichts vorliegen. "Und damit setzen wir uns dann auch selbst unter Druck", sagt Gatzke, "denn danach muss auch etwas passieren."

Für Fragen zum Fragebogen richten die Stadt und "Faktor Familie" jeweils eine Telefon-Hotline ein: 24 65 33 in Hilden und 0234/322 78 48 in Bochum.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer