Die Gemeinschaftsgrundschule Am Elbsee in Hilden wurde jetzt vom NRW-Schulministerium ausgezeichnet.

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Auf dem Gipfel des Rodelhügels angekommen, gibt es bei den Erst- und Zweitklässlern kein Halten mehr. Die beiden Lehrerinnen Heike Neuhoff (l.) und Christiane Gierke sorgen dafür, dass es nicht allzu chaotisch zugeht.

Auf dem Gipfel des Rodelhügels angekommen, gibt es bei den Erst- und Zweitklässlern kein Halten mehr. Die beiden Lehrerinnen Heike Neuhoff (l.) und Christiane Gierke sorgen dafür, dass es nicht allzu chaotisch zugeht.

Dirk Thomé

Auf dem Gipfel des Rodelhügels angekommen, gibt es bei den Erst- und Zweitklässlern kein Halten mehr. Die beiden Lehrerinnen Heike Neuhoff (l.) und Christiane Gierke sorgen dafür, dass es nicht allzu chaotisch zugeht.

Hilden. Ungeduldig stapfen die Knirpse von einem Fuß auf den anderen. Sie können es kaum abwarten. Endlich sind auch die Nachzügler da. Es kann losgehen. Angeführt von den Lehrerinnen Heike Neuhoff und Christiane Gierke macht sich der Flohzirkus auf den Weg zur Rodelbahn - bunte Schlitten im Schlepptau. Das Marschziel des kreischenden Trosses ist nur rund 200 Meter entfernt. In direkter Nachbarschaft zur Städtischen Gemeinschaftsgrundschule Am Elbsee gibt es nämlich einen öffentlichen Spielplatz - und genau in der Mitte einen künstlich angelegten Hügel. Schneebedeckt, wie er jetzt dasteht, lädt er die Kinder zur Rodelpartie ein.

Was für den Nachwuchs einen Heidenspaß bedeutet, hat für das Lehrerkollegium der Grundschule einen durchaus ernsten Hintergrund. Denn nicht selten stellt Rektor Wolfgang Kamps insbesondere bei den Erstklässlern Bewegungsdefizite fest. "Manche Kinder können nicht Radfahren, andere nicht schwimmen. Teilweise fehlt es ihnen schon an der Grundbewegung", sagt der 59-Jährige, der die Einrichtung am Schalbruch, an der zurzeit 165 Kinder unterrichtet werden, seit zwölf Jahren leitet. "Daher ist etwa das Schlittenfahren an der frischen Luft genau das Richtige."

2004 gab es schon einmal einen Preis

Unter Kamps’ Regie hat sich die GGS Am Elbsee zu einer "bewegten Schule" entwickelt, die in Hilden ihresgleichen sucht. Das hat auch die NRW-Landesregierung entdeckt und bedachte die Schule mit der Auszeichnung "Bewegungsfreudige Schule NRW 2008". Insgesamt 47 Einrichtungen vom Gymnasium bis zur Grundschule - 310 hatten sich beworben - bekommen den Preis demnächst von Schulministerin Barbara Sommer (CDU) in Düsseldorf überreicht. "Diese Schulen haben gezeigt, wie man sich mit Bewegung, Spiel und Sport profilieren kann", heißt es dazu aus dem Ministerium.

Neben einer Urkunde springen für Kamps &Co. zwar "nur" 500 Euro heraus, "aber auch die können wir gut gebrauchen". Als die Schule bei der erstmaligen Auszeichnung 2004 zu den Preisträgern gehörte, wurden Tennisschläger angeschafft, "diesmal werden wir den Betrag in eine neue Musikbox in der Sporthalle investieren". Außerdem gehe es sowieso mehr um die Auszeichnung als ums Geld.

Das "bewegte Programm" am Hildener Elbsee kann sich in der Tat sehen lassen. Sport gehört tagtäglich zum festen Stundenplan, ebenso fest verankert ist die Kooperation mit den Sportvereinen. So geht es beispielsweise regelmäßig zum benachbarten Kanu-Club auf den See oder mit den Leichtathleten der LG Hilden auf den Sportplatz. "Auf diese Weise profitieren beide Seiten", sagt Kamps. "Die Kinder, indem sie mit Spaß etwas für ihre Gesundheit und den Bewegungsapparat tun, und die Vereine, indem sie eventuell Nachwuchs finden."

Schaffen einer sinnvollen Lernausgangslage; Anbahnen von Bewegungsgewohnheiten auch in der Freizeit; Unterstützung weiterer Erziehungsansprüche wie Sicherheits- und Gesundheitserziehung, Gewaltprävention, Talentförderung und Sportförderunterricht

Durchführung von Projekten, Arbeitsgemeinschaften in Zusammenarbeit mit Sportvereinen im normalen Stundenplan und im Plan des Offenen Ganztags (etwa Fußball-, Leichtathletik-, Dauerlauf-, Biathlon-, Tanz-, Tennis-AG); Bewegungsorientierte Schullandheimaufenthalte und Ausflüge; Teilnahme an Sportwettkämpfen

Täglicher Sportunterricht; Bewegungsphasen während des Unterrichts; Stille-Übungen, Entfaltung kindlicher Fantasie und Kreativität; Bewegungsmöglichkeiten in den Pausen; Schaffung naturnaher Räume; bewegungsorientierter Musikunterricht

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