Die Verwaltung stellte ihre Aufgaben und deren Kosten beim „Hildopoly“ vor.

Auch Carolin (15) nahm beim Hildopoly in der Sporthalle am Weidenweg den städtischen Haushalt genau in Augenschein. Vor allem die Ausrüstung der Feuerwehr fand ihr Interesse.
Auch Carolin (15) nahm beim Hildopoly in der Sporthalle am Weidenweg den städtischen Haushalt genau in Augenschein. Vor allem die Ausrüstung der Feuerwehr fand ihr Interesse.

Auch Carolin (15) nahm beim Hildopoly in der Sporthalle am Weidenweg den städtischen Haushalt genau in Augenschein. Vor allem die Ausrüstung der Feuerwehr fand ihr Interesse.

Dirk Thomé

Auch Carolin (15) nahm beim Hildopoly in der Sporthalle am Weidenweg den städtischen Haushalt genau in Augenschein. Vor allem die Ausrüstung der Feuerwehr fand ihr Interesse.

Hilden. Laute, dumpfe Bass-Töne dröhnen aus der Sporthalle am Weidenweg. Kinder mit bunten Luftballons, kostümierte Karnevalisten und Hip-Hop-Tänzer drängen sich durch die Flure zum Hallenbereich.

Dort führen Tanzgruppen aufwändige Choreografien auf, Musikbands spielen. Sie sind die Ursache der vor der Halle zur hörenden Klänge.

Zwar wirkt die Veranstaltung zunächst wie ein großes Familienfest, doch hinter dieser Fassade verbirgt sich ein ganz anderes Anliegen: der kommunale Bürgerhaushalt 2010.

Dabei will die Verwaltung einen Einblick in die städtischen Ein- und Ausgaben ermöglichen - samt Schuldensituation. Für diese Transparenz sollte am Samstag "Hildopoly" sorgen. Damit hatte die Verwaltung bereits vor fünf Jahren großen Erfolg. Seinerzeit kamen mehr als 500 Hildener, um sich über ein Thema zu informieren, das für manch einen wie eine fremde Welt erscheinen mag.

28 Stände - von der Kulturförderung bis zur Volkshochschule

An 28 Ständen stellten sich nicht nur die städtischen Einrichtungen - von der Kulturförderung bis zur Volkshochschule - vor, sondern zeigten auch die Relevanz ihres Aufgabengebietes auf. Vier Stunden lang konnten die Hildener dort Anregungen abgeben und auf Probleme der Stadt eingehen. "Unser größtes Anliegen ist es, sinnvolle Investitionen der Stadt aufzuzeigen, damit diese auch weiterhin unterstützt werden", sagte Dirk Schatte vom städtischen Sozialdienst.

Der Kommunale Bürgerhaushalt ist aus einem Pilotprojekt des NRW-Innenministeriums und der Bertelsmann Stiftung entstanden. Hilden war dabei eine von sechs Projektkommunen, die für den Zeitraum von 2002 bis einschließlich 2004 erproben sollten, wie man die Bürger an der Entstehung des Haushalts beteiligen kann. Seit Beginn des Projektes führt die Verwaltung nun jährlich eine Veranstaltung durch, um den Hildenern zu zeigen, wie sich die Finanzen entwickeln. Darüber hinaus können die Hildener selbst Vorschläge zum Haushalt einbringen.

Nach dem großen Erfolg im Jahre 2003 mit mehr als 500 Besuchern, gab es für den kommenden Haushalt wieder ein Hildopoly. An insgesamt 28 Ständen konnten sich die Besucher am Samstag in der Sporthalle am Weidenweg darüber informieren, wofür die Stadt ihr Geld ausgibt. Unter dem Leitmotto "Familie und Kinder" gab es von den verschiedensten Fachbereichen der Verwaltung und beteiligten Institutionen Antworten auf alle Fragen rund um die städtischen Ausgaben und die Schuldenlage.

Zwischen Karneval- und Hip-Hop-Tanzeinlagen verschafft sich Besucherin Ulrike Klein einen Überblick über das Spektrum des Bürgerhaushaltes. "Ich habe mir die Frage gestellt, wo man noch sparen könnte. Aber wenn ich mir die Dienstleistungen ansehe, denke ich, dass alles wichtig ist", meint sie. Besonders interessant sind für sie die Leistungen für Senioren, aber auch das Wasserleitungssystem der Stadt. "Vor allem finde ich es aber schön, dass es in Hilden ein Kinder- und Jugendparlament gibt", sagt sie.

Hamad el Halimi ist Mitglied im Jugendparlament. Der 17-Jährige ist seit eineinhalb Jahren dabei. "Im Parlament zu sein war die beste Entscheidung", sagt er zufrieden. "Wir versuchen, unsere Ausgaben immer so niedrig wie möglich zu halten", sagt der 17-Jährige überzeugt. Aber natürlich müsse die Stadt auch in das Jugendparlament investieren.

Besucher Udo Hargesheimer ist aus Neugier gekommen. "Hier treten die Organisationen viel persönlicher auf", meint er. Anregungen würden dann viel ernster genommen und diskutiert werden.

Er selbst wies das Gebäudemanagement auf ein Missverständnis hin. Obwohl die Straße des Veranstaltungsortes "Weidenweg" heißt, wird die Halle oft als "Sporthalle am Weidenweg" bezeichnet. "Besucher von Außerhalb geben dann auch ’Am Weidenweg’ mit einer Präposition in ihr Navigationssystem ein - und werden völlig in die Irre geführt", sagt er schmunzelnd.

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