Schauspieler Peter Welk führt den im Zeitalter von Wilhelm Fabry erschienenen Simplicissimus an zwei Abenden auf.

Schauspieler Peter Welk geht am Wochenende ein Risiko ein: Für das Fabry-Jahr2010 hat er sich den Simplicissimus vorgenommen.
Schauspieler Peter Welk geht am Wochenende ein Risiko ein: Für das Fabry-Jahr2010 hat er sich den Simplicissimus vorgenommen.

Schauspieler Peter Welk geht am Wochenende ein Risiko ein: Für das Fabry-Jahr2010 hat er sich den Simplicissimus vorgenommen.

Dirk Thomé

Schauspieler Peter Welk geht am Wochenende ein Risiko ein: Für das Fabry-Jahr2010 hat er sich den Simplicissimus vorgenommen.

Hilden. "Es ist ein heißes Experiment, an dem man sich verbrennen kann", sagt Peter Welk. Der Schauspieler organisiert die Hildener Tête-à-Têtes in der Stadtbücherei. Dort lässt er sich bei der nächsten Veranstaltung auf ein Risiko ein. Denn "Abenteuerlicher Simplicius Simplicissimus" ist eine Doppelveranstaltung. Sie findet am Samstag und Sonntag, 20. und 21. Februar, jeweils von 17 bis 21 Uhr statt. "Das Publikum muss sich ein ganzes Wochenende auf die Geschichte einlassen wollen", sagt Welk.

Seiner Ansicht nach lohnt es sich aber. "Der Roman hat eine wunderbare Sprache, Rythmus, und es sind schöne Bilder drin", sagt Welk. Zudem werde das Werk von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen in vier Teilen erzählt - mit kurzen Pausen. Nach anderthalb Stunden folgt eine Unterbrechung, um sich mit Snacks und Getränken zu stärken. Um 19.30 Uhr beginnt dann der zweite Block an dem jeweiligen Abend.

Peter Welk hat ein halbes Jahr lang das 19. Têtê-à-Têtê erarbeitet

Dennoch sei der Schelmenroman "Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch" auch "sperrig". In den vergangenen sechs Monaten hat Welk den Roman umgearbeitet. Möglichst viel vom Original habe er gelassen, nur hier und da einiges komprimiert. Grimmelshausen hatte den Roman zum Beispiel in der Ich-Form geschrieben. Welk hat einen Erzähler (Eva-Maria Coenen) geschaffen und Dialoge eingebaut. Er selbst spielt den Simplicissimus.

Denn Peter Welk, der in Erkrath lebt, schafft nicht nur die inhaltlichen Voraussetzungen für die Tête-à-Têtes. An der Folkwang-Schule in Essen studierte er Schauspiel und Regie. War jahrelang unter anderem in Theatern in Würzburg und Bonn engagiert, betrieb in Düsseldorf zudem ein Kindertheater. Kurz: "Ich bin seit Jahrzehnten in Sachen Kultur tätig", sagt er.

In Hilden organisiert er seit 2005 die Tête-à-Têtes, die eine Mischung aus Literatur und Musik bieten. Pro Jahr arbeitet er an vier Veranstaltungen. 2010 sind sie speziell für das Fabry-Jahr ausgewählt. Der Schelmenroman von Grimmelshausen erschien beispielsweise 1668 und damit im Barock - die Epoche, in der auch der Hildener Wundarzt lebte.

Der naive Simplicissimus kämpft sich durch den 30-jährigen Krieg

Grimmelshausens Hauptwerk gilt als erster Abenteuerroman der Literaturgeschichte. Erzählt wird das Leben des Simplicissimus. Er wird im Spessart geboren, der 30-jährige Krieg reißt ihn aus seiner bis dahin idyllischen Welt. Welk: "Es ist die Geschichte von einem naiven, herzensguten Jungen, der auszog, im Krieg zu überleben und darin böse wird." Nach abenteuerlichen Jahren unter anderem in Paris findet er in der Einsiedelei seinen Frieden. "Am Schluss ist er in der Seele wieder ganz rein", sagt Welk.

Natürlich wird auch das 19. Hildener Tête-à-Tête musikalisch untermalt. Die Liedtexte sind nach Gedichten unter anderem von Andreas Gryphius und Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau entstanden. Die Kompositionen stammen von Thomas Peter-Horas. Er spielt auch Akkordeon und Klavier, Ulrike Fröhlich Fagott und Flöte. Margarete Bessel singt - ebenso wie Welk. "Zum Proben gehe ich mit meinem MP3-Player in den Hildener Wald und singe dort."

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