Zuchtbulle flüchtet vom Schlachthof und wird von einem Jäger erlegt.

wza_1500x1187_408316.jpeg
Das Ende einer Flucht: Nach dem Fangschuss durch einen Jäger konnte Markus Hanten den entlaufenen Jungbullen dann doch noch fachgerecht zerlegen.

Das Ende einer Flucht: Nach dem Fangschuss durch einen Jäger konnte Markus Hanten den entlaufenen Jungbullen dann doch noch fachgerecht zerlegen.

Dirk Thomé

Das Ende einer Flucht: Nach dem Fangschuss durch einen Jäger konnte Markus Hanten den entlaufenen Jungbullen dann doch noch fachgerecht zerlegen.

Hilden. Zu jung zum Sterben - so fühlte sich wohl der schwarze Jungbulle, der am Dienstag an der Beckersheide zur Schlachtbank gebracht werden sollte. Das Schlachthaus von Schlachtermeister Markus Hanten vor Augen entschloss er sich zur Flucht. Die endete knapp einen Kilometer entfernt an der Baustraße. Auf einem Garagenhof setzte ein Jäger dem Leben des schwarzen Tiers ein Ende.

"Dabei kannte er sich doch gar nicht aus."

Markus Hanten über die ungestüme Flucht des Jungbullen

Gegen 12.50 Uhr hatte Hanten die Polizei von der Flucht des mehrere hundert Kilogramm schweren Zuchtbullen informiert. Der war gerade von einem Landwirt aus Düsseldorf zu seinem landwirtschaftlichen Betrieb gebracht worden. Bis dahin lief alles wie gewohnt.

Was dann passierte, hat Markus Hanten noch nicht erlebt - und seine Schlachterei, eine von vier im Kreis Mettmann, feiert in diesem Jahr immerhin das 25-jährige Bestehen: "Der Bulle stürmte plötzlich los, raste mit konstantem Tempo davon. Er hat sich nicht umgedreht, zur Seite geblickt und nicht einmal irgendwo angehalten. Dabei kannte er sich gar nicht aus."

Und diese Ortsunkenntnis ist dem etwa eineinhalb Jahre alten Tier dann auch zum Verhängnis geworden. In Panik rannte das Tier über den Bandsbusch zur Forstbachstraße, die Hegelstraße entlang und dann zur Baustraße. Dort legte er auf einer Wiese eine Verschnaufpause ein, so dass ihn seine Verfolger einholen konnten. Gemeinsam drängten Mitarbeiter des Bauernhofs und Polizisten das Tier auf einen Garagenhof. Die Zufahrt blockierten sie mit zwei Streifenwagen.

Das war dem Jungbullen, den Hanten als ungewöhnlich wild und aggressiv beschreibt, dann doch zu viel. Er wollte erneut flüchten. Kurzerhand rammte er einen der Polizeiwagen - mit deutlich sichtbaren Folgen für Kotflügel und Motorhaube.

Bis der von Hanten gerufene Jäger eintraf (die bei der Polizei übliche Bewaffnung ist für Fangschüsse ungeeignet), schien sich der Bulle mit seinem Schicksal abgefunden zu haben. Nach zwei Schüssen aus seiner Büchse waren die Flucht und das Leben des Tieres um 13.20 Uhr beendet.

"Gott sei Dank ist nichts passiert", war Hanten hinterher erleichtert. Abgesehen von dem Sachschaden an den Polizeiautos (etwa 1500 Euro) kam niemand zu Schaden. Es hätte aber auch schlimmer kommen können, denn trotz mehrmaliger Aufforderung waren viele Schaulustige sich der Gefahr offensichtlich nicht bewusst, die von dem Tier ausging.

Dessen sterbliche Überreste nahm Hanten dann wieder in Empfang, um das vom Jäger erlegte Tier dann doch noch der Bestimmung zukommen zu lassen, wegen der es nach Hilden gebracht wurde. Erschossen hätte er den Bullen schließlich auch.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer