Jesus-Christus-Kirche: Immobilien-Gesellschaft aus Wuppertal will eine Niederlassung im ehemaligen Gotteshaus eröffnen.

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Im Kirchenraum der ehemaligen Jesus-Christus-Kirche werden voraussichtlich ab Sommer 2009 die Mitarbeiter der „ibs Immobilien und Bauträgerservice GmbH“ ihrer Arbeit nachgehen.

Im Kirchenraum der ehemaligen Jesus-Christus-Kirche werden voraussichtlich ab Sommer 2009 die Mitarbeiter der „ibs Immobilien und Bauträgerservice GmbH“ ihrer Arbeit nachgehen.

Dirk Thomé

Im Kirchenraum der ehemaligen Jesus-Christus-Kirche werden voraussichtlich ab Sommer 2009 die Mitarbeiter der „ibs Immobilien und Bauträgerservice GmbH“ ihrer Arbeit nachgehen.

Hilden. Der Verkauf des Evangelischen Gemeindehauses, Schulstraße 35, an die Stadt ist vom Presbyterium abgesegnet. Ein Immobilien-Geschäft hat das Leitungsgremium der Evangelischen Kirchengemeinde damit unter Dach und Fach. Noch nicht so weit ist die Gemeinde beim Verkauf der ehemaligen Jesus-Christus-Kirche im Hildener Osten.

 Dort will die Wuppertaler "ibs Immobilien und Bauträgerservice GmbH" eine Niederlassung eröffnen. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Dem Vernehmen nach soll er im hohen sechsstelligen Bereich liegen.

Der Kaufvertrag liegt derzeit beim Landeskirchenamt in Düsseldorf. Dort wird unter anderem geprüft, ob der Kaufvertrag auch den Passus enthält, dass mit und im ehemaligen Gotteshaus nichts passiert, was dem Ansehen der Evangelischen Kirche schaden könnte. Damit soll etwa verhindert werden, dass - auch bei einem Weiterverkauf - das alte Gotteshaus zur Spielhalle oder zum Bordell wird.

Vertraglich geregelt wird auch, dass die Kirchengemeinde das angrenzende Pfarrhaus so lange nutzen kann, wie Pfarrer Traugott Vitz seinen Dienst versieht. Der geht im Sommer 2015 in den Ruhestand, dann endet das Wohnrecht.

Die Zustimmung der Landeskirche steht noch aus

"Wir warten täglich auf die Zustimmung des Landeskirchenamtes", sagt Pfarrerin Annette Güldner, Vorsitzende des Presbyteriums. Doch selbst wenn der Vertrag dort zügig abgesegnet wird, muss noch eine weitere bürokratische Hürde genommen werden: der Bebauungsplan. Dort ist das Kirchengrundstück noch als Fläche für das Gemeinwohl ausgewiesen und muss in eine Gewerbefläche umgewandelt werden.

Der erste Gottesdienst wurde im Jahr 1977 in der Jesus-Christus-Kirche am Clarenbachweg gefeiert. Ende des vergangenen Jahres wurde die Kirche geschlossen und am 6.Januar dieses Jahres mit Zustimmung des Landeskirchenamtes als Gotteshaus entwidmet. Weil auch die Evangelische Kirchengemeinde sparen muss, soll das leer stehende Gebäude verkauft werden.

Nachdem die Kreienbrink-Orgel der Kirche im Juli nach Bozen/Südtirol verkauft wurde, haben vor wenigen Tagen auch die Prinzipalstücke (Altar, Kanzel, Taufbecken) in Genk/Belgien eine neue Heimat gefunden. Das leer stehende Gebäude soll jetzt an "ibs Immobilien und Bauträgerservice" verkauft werden. Die Gesellschaft will das Gebäude als Büro nutzen.

Mario Temmink, ibs-Gesellschafter, hofft deshalb, dass seine Unternehmensgruppe im Sommer 2009 am Clarenbachweg einziehen kann. Größere Umbauten plant das Immobilienbüro nicht: "Die gewohnte Optik von außen bleibt, und auch innen wird nicht viel verändert", so Temmink.

Sein Unternehmen beschäftigt zurzeit 14 Mitarbeiter, in Hilden sollen fünf Beschäftigte einen Arbeitsplatz finden. Insgesamt setzt die Firmengruppe im Jahr rund 20 Millionen Euro mit Immobiliengeschäften, Maklerdienstleistungen und Hausverwaltung um.

Die ehemalige Jesus-Christus-Kirche am Clarenbachweg war die jüngste der - bis zum 31. Dezember 2007 - vier evangelischen Kirchen in Hilden. Das Gotteshaus hat keinen Glockenturm und wurde am 1. Advent 1977 eingeweiht. Vor sechs Jahren feierte die Gemeinde das Silberjubiläum des Gotteshauses, von dem sie sich am 6. Januar dieses Jahres wieder verabschieden musste.

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