Die Arbeit von Rolf Doerr ist bundesweit gefragt – jetzt auch in der Komödie Düsseldorf.

Kirchenraum, Bürgermeisterbüro und Marktplatz: Das von Rolf Doerr (67) entworfene Bühnenbild für die Aufführung von „Don Camillo und Peppone“ in der Komödie Düsseldorf an der Steinstraße. Der Christus im Hintergrund ist eine Arbeit der Düsseldorfer Bildhauerin Doris George.
Kirchenraum, Bürgermeisterbüro und Marktplatz: Das von Rolf Doerr (67) entworfene Bühnenbild für die Aufführung von „Don Camillo und Peppone“ in der Komödie Düsseldorf an der Steinstraße. Der Christus im Hintergrund ist eine Arbeit der Düsseldorfer Bildhauerin Doris George.

Kirchenraum, Bürgermeisterbüro und Marktplatz: Das von Rolf Doerr (67) entworfene Bühnenbild für die Aufführung von „Don Camillo und Peppone“ in der Komödie Düsseldorf an der Steinstraße. Der Christus im Hintergrund ist eine Arbeit der Düsseldorfer Bildhauerin Doris George.

Dirk Thomé

Kirchenraum, Bürgermeisterbüro und Marktplatz: Das von Rolf Doerr (67) entworfene Bühnenbild für die Aufführung von „Don Camillo und Peppone“ in der Komödie Düsseldorf an der Steinstraße. Der Christus im Hintergrund ist eine Arbeit der Düsseldorfer Bildhauerin Doris George.

Hilden. Für Rolf Doerr ist die ganze Welt ein Bühnenbild. Überall findet er Inspirationen für seinen Beruf. Der 67-Jährige ist Bühnenbildner und wohnt seit 25 Jahren in Hilden. Zeitweise, denn seine Arbeit führt ihn quer durch die Republik und gelegentlich ins Ausland.

Gut möglich, dass dort auch Eindrücke aus seinem Wohnort in seine Arbeit eingeflossen sind. Vielleicht von der Mittelstraße, die er mag, "weil dort immer etwas los ist". Weil er dort Menschen beobachten kann. Vor seinem geistigen Auge werden die Passanten zu Schauspielern, die Umgebung zur Kulisse.

Seit 1976 arbeitet er als frei schaffender Bühnenbilder. In Berlin, Zürich, Izmir, Basel, Hamburg und vielen anderen Theaterhäusern hat er seine Handschrift hinterlassen. Womöglich war die auch schon bei Aufführungen in der Hildener Stadthalle zu sehen, denn er arbeitet auch für Tournee-Theater.

Regisseur Helmut Fuschl kennt er schon von früheren Produktionen

Nach langer Zeit führt ihn nun ein Engagement wieder einmal nach Düsseldorf. In der Komödie Steinstraße ist am Mittwoch Premiere. "Don Camillo und Peppone" steht auf dem Spielplan - Ausstattung: Rolf Doerr. "Ich freue mich, dort zu arbeiten", sagt er. Auch für ihn ist es die Premiere in diesem Boulevardtheater.

Regisseur Helmut Fuschl kennt er aber schon von früheren Produktionen. Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur ist wichtig. "Er hat immer das letzte Wort", sagt Doerr. Er gibt die Inszenierung vor, mit der das Bühnenbild harmonieren muss. Aber auch mit der Dramaturgie des Stückes und den Schauspielern.

wurde am 20. Juli1942 in Saarbrücken geboren und ist verheiratet. Nach dem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Professor Teo Otto (Klasse für Bühnenkunst) arbeitete er als Bühnenbildner, Kostümbildner und Regisseur. Engagements führten ihn dabei unter anderem ans Düsseldorfer Schauspielhaus, zum Schweizer Tournee Theater Basel, ins Deutsche Schauspielhaus Hamburg und ans Landestheater Thüringen. Bei der vierten Biennale von Paris im Musée d’Art Moderne wurde er mit dem Bühnenbildpreis ausgezeichnet.

"Das Bühnenbild ist die Hälfte der Inszenierung, das kann man schließlich nicht übersehen", so Doerr. Darum ärgert es ihn, wenn es von Theaterkritikern nicht einmal erwähnt wird. Auf Lob ist er nicht aus, "ich bin schon froh, wenn es jemand bemerkt". Auch Kritik kann konstruktiv sein.

Für "Don Camillo und Peppone" holte Doerr das kleine italienische Dorf nach Düsseldorf, in dem der fromme, bauernschlaue und streitbare Priester Don Camillo und sein ewiger Kontrahent, der kommunistische Bürgermeister Peppone, ihren Glaubenskampf führen. Wer kennt sie nicht. Der Film ist Kult. "Und die Bühne ist die Verdichtung des Films", sagt Doerr. Da muss mit wenigen Handgriffen aus der Kirche ein Büro oder ein Marktplatz werden.

Die Wandlung des Hintergrundes ist das kleinere Problem für den Bühnenbildner. Die wahren Herausforderungen sind die Bekanntheit und Beliebtheit des Stückes. Sie machen es Doerr schwerer, seinen Grundsatz "man kupfert sich nichts ab" einzuhalten. Gerade bei seiner Heimkehr nach Düsseldorf will er schließlich zeigen, was er kann. Da passt es gut, dass er von der Theater-Werkstatt "bestens unterstützt" wurde, denn "das ist nicht selbstverständlich".

Trotzdem ist er froh, wenn das Stück endlich gelaufen ist. Dann kann er sich wieder einem Gedanken widmen, mit dem er schon geraume Zeit liebäugelt: Ruhestand. Jedes Engagement ist zurzeit das letzte für ihn. "Aber wenn die Premiere gelaufen ist, kribbelt es wieder." Und diesmal kribbelt es besonders stark. Nächstes Jahr feiert er Theaterjubiläum: 50 Jahre auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

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