Das Feldjägerbataillon 252 lud am Mittwoch 200 Jugendliche zum „Tag der Schulen“ in die Waldkaserne ein.

Die Soldaten, die beim Tag des Schülers in der Waldkaserne einen Afghanistan-Einsatz nachstellten, kennen das Geschehen aus eigener Erfahrung.
Die Soldaten, die beim Tag des Schülers in der Waldkaserne einen Afghanistan-Einsatz nachstellten, kennen das Geschehen aus eigener Erfahrung.

Die Soldaten, die beim Tag des Schülers in der Waldkaserne einen Afghanistan-Einsatz nachstellten, kennen das Geschehen aus eigener Erfahrung.

Dirk Thomé

Die Soldaten, die beim Tag des Schülers in der Waldkaserne einen Afghanistan-Einsatz nachstellten, kennen das Geschehen aus eigener Erfahrung.

Hilden. "Interessant ist es in jedem Fall", sagte Timo (14). "Ob ich später allerdings zur Bundeswehr möchte, weiß ich jetzt noch nicht. Aber ich hab’ ja auch noch etwas Zeit."

Ein wenig forscher klang da schon Timos Klassenkameradin Pauliana (14). "Warum sollte ich nicht zur Bundeswehr? So, wie ich das überblicke, sind doch eine ganze Menge Frauen hier. Ich könnte es mir jedenfalls vorstellen", sagte die Realschülerin.

Die beiden 14-Jährigen gehörten zu den 200 Schülern, die am Mittwoch die Waldkaserne beim "Tag der Schulen" besuchten. "Wir wollen den Jugendlichen uns und unsere Einsatzgebiete vorstellen", sagte Oberleutnant Christian Voll. "Denn was sich hinter den Feldjägern verbirgt, wissen die meisten gar nicht."

Die 14- bis 17-Jährigen waren Feuer und Flamme, als ihnen die Soldaten - einige waren zur Unterstützung ihrer Hildener Kameraden aus den Bataillonsstützpunkten Bonn, Münster und Augustdorf angereist - ihre Jobs bei den Feldjägern präsentierten. So erfuhren die Neunt- bis Zwölftklässler alles Wissenswerte über die waffenlose Selbstverteidigung, das Leben im Feldlager und den Fuhrpark mit Lastwagen und schnellen Motorrädern.

Originalgetreue Checkpoints samt Personenkontrolle aufgebaut

Etwas Besonderes hatte sich die Truppe zum Afghanistan-Einsatz einfallen lassen. In einer großen Maschinenhalle waren originalgetreue Checkpoints entstanden - samt Personenkontrollen, Fahrzeugdurchsuchungen und Lagebesprechungen am Sandkastenmodell. Ganz so, wie es die Bundeswehrsoldaten in der Krisenregion tagtäglich erleben. Dass es dort auch Tote gegeben hat, gehörte nicht zur Aufführung.

Seit 1968 ist die Bundeswehr in der Waldkaserne in Hilden. Heute sind dort die Stabs- und Versorgungskompanie und das Feldjägerdienstkommando des Bataillons 252 untergebracht, das sich über ganz NRW verteilt. Weitere Kompanien sind in Bonn, Augustdorf und Münster.

"Wir konnten das so lebensecht darstellen, weil zahlreiche Kameraden schon in Kundus oder Mazar-i-sharif im Einsatz waren", sagte Oberleutnant Kathrin Kudler. Damit das Szenario noch realer wirkte, legten sich die Soldaten auch als Schauspieler ins Zeug.

Während einige die deutschen Ausbilder mimten, steckten andere in afghanischen Uniformen - oder als Simultandolmetscher im Kaftan. "Die Übersetzer sind unerlässlich und überall dabei", sagte Hauptmann Sebastian Hemmerde. "Auch hier bei uns. Schließlich wollen wir den Jugendlichen einen möglichst authentischen Einblick in das Einsatzgebiet Afghanistan gewähren."

Bei den Schülern hat das bühnenreife Stück Eindruck hinterlassen. "Wir haben uns vor dem Besuch im Politik- und Sozialkundeunterricht ausführlich mit Afghanistan und dem Einsatz der Bundeswehr beschäftigt", sagte Mervin (16). "Aber alltägliche Situationen so anschaulich zu erleben, ist schon etwas anderes."

Was generell von dem umstrittenen Einsatz der deutschen Soldaten zu halten sei, darauf wussten er und sein gleichaltriger Klassenkamerad Fabian trotz des Unterrichts und der frisch gewonnenen Eindrücke keine rechte Antwort: "Das ist eine schwierige Frage, auf die nicht einmal unsere Politiker eine klare Antwort haben."

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