Gastwirt Rolf-Dieter Klumb betreibt den Hubertus-Keller wieder selbst.

wza_893x1500_714229.jpeg
Der Versuch, in den Ruhestand zu gehen, ist fehlgeschlagen: Nachdem Rolf-Dieter Klumb (kleines Foto) den Hubertus-Keller an der Schulstraße ein Jahr lang verpachtet hatte, steigt er nun wieder ins Familien-Geschäft ein.

Der Versuch, in den Ruhestand zu gehen, ist fehlgeschlagen: Nachdem Rolf-Dieter Klumb (kleines Foto) den Hubertus-Keller an der Schulstraße ein Jahr lang verpachtet hatte, steigt er nun wieder ins Familien-Geschäft ein.

Dirk Thomé

Der Versuch, in den Ruhestand zu gehen, ist fehlgeschlagen: Nachdem Rolf-Dieter Klumb (kleines Foto) den Hubertus-Keller an der Schulstraße ein Jahr lang verpachtet hatte, steigt er nun wieder ins Familien-Geschäft ein.

Hilden. "Meinen Ruhestand hatte ich mir schon ein wenig anders vorgestellt", gesteht Rolf-Dieter Klumb (74) und zeigt auf die Großbaustelle hinter sich. "So mit Freizeit, sich entspannen und so weiter." Doch nun, etwas mehr als ein Jahr nachdem er seinen letzten Arbeitstag hatte, steht der 74-jährige Gastwirt wieder mittendrin im Geschehen.

Mit Ehefrau Marliesa (69) hat er sich eine Herkulesaufgabe gestellt: dem Hubertus-Keller in der Innenstadt wieder zu altem Glanz zu verhelfen. "Er ist schließlich mein Lebenswerk", sagt Klumb - und genau das sah er gefährdet.

48 Jahre lang hatte Familie Klumb im Hotel-Restaurant an der Schul-/Ecke Robert-Gies-Straße gelebt und gearbeitet, Herzblut investiert und das Haus zur feinsten Adresse am Platz gemacht. Bis sich Rolf-Dieter Klumb am 1.März 2009 in den Ruhestand verabschieden wollte und das Geschäft verpachtete.

Der Pächter hat im Hotel einen Scherbenhaufen hinterlassen

"Das war keine gute Lösung", wie er heute einräumt. Denn mittlerweile ist der Pächter wieder raus - und hat einen Haufen Arbeit hinterlassen. "Warum er gekündigt hat, weiß ich nicht", sagt Klumb. "Fest steht aber, dass schon kurz nach der Übernahme erste Klagen kamen und später auch die Stammkunden ausblieben."

Eine Erfahrung, die das Ehepaar Klumb nicht noch einmal machen möchte. "Daher haben wir uns entschieden, den Hubertus-Keller wieder selbst zu betreiben", sagt der Gastwirt, der dabei von seiner Familie und Freunden unterstützt wird. "Sie helfen uns bei den Umbauten und auch später, wenn wir wieder öffnen." So hat Tochter Britta (45) ihren Job als Stewardess an den Nagel gehängt, um als künftige Junior-Chefin das Geschäft zu leiten.

Rolf-Dieter Klumb stammt aus einer alten Gastwirte-Familie. Früher gehörte ihnen der "Jägerhof", in dem später das "jwd" einzog. "Wir waren samstags und sonntags Tanzlokal - und Fernfahrer-Treffpunkt unter der Woche", sagt der 74-Jährige. "Als die neue Hochdahler Straße gebaut wurde, sahen wir keine Perspektive mehr."

An der Stelle, an der heute der Hubertus-Keller steht, gab es zuvor das Restaurant "Zum Gambrinos". Rolf-Dieter Klumb kaufte das Grundstück, riss das Lokal ab und baute vor 48 Jahren den Hubertus-Keller. "Weil wir nur ein schmale Frontseite hatten und auch nach oben nicht großartig expandieren konnten, blieb nur eine Möglichkeit: Wir mussten in die Tiefe gehen", sagt er. Dementsprechend hat der Hubertus-Keller drei ober- und drei unterirdische Etagen. "Wobei zwei der unterirdischen Geschosse nur Halbetagen sind. Dennoch war es natürlich ein Riesenaufwand, bis das Ganze nach zwei Jahren fertig war", so Klump.

Bis es so weit ist, werden noch einige Monate ins Land gehen. Schließlich hat der Hubertus-Keller sechs Etagen - drei über und drei unter der Erde und dementsprechend viele Räume, die grundüberholt oder erneuert werden müssen. "Das sind um die 950 Quadratmeter", bestätigt Marliesa Klumb, die trotzdem zuversichtlich ist, "dass wir im Herbst aufmachen können".

Ziel ist es, alles wieder so herzurichten, wie es seine Gäste in Erinnerung haben. "Eben eine Kombination, wie es sie in Hilden kein zweites Mal gibt", so Klumb, für den der Hubertus-Keller mehr als nur ein Hotel-Restaurant ist - sein Lebenswerk eben.

Leserkommentare (2)


() Registrierte Nutzer