Feuerwehr: Die 150 Hildener Einsatzkräfte mussten 2008 allein zu 171 Bränden ausrücken. Viele Personen erlitten Rauchvergiftungen.

Hilden. "Es sind weniger die spektakulären Einsätze, die groß in der Zeitung stehen. Es sind vielmehr die kleineren, die besonders im Gedächtnis haften bleiben." Wenn Stadtbrandinspektor Lothar von Gehlen (59) auf das vergangene Jahr zurückblickt und die Zahlen und Fakten Revue passieren lässt, denkt er zuerst an die Menschen, denen die Einsatzkräfte der Hildener Feuerwehr das Leben retteten.

14 waren es im Vorjahr. Die meisten von ihnen mussten aus ihren verqualmten Wohnungen herausgeholt und mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden. "Die menschlichen Schicksale, die dahinter stecken, wenn alles Hab und gut vernichtet wurde, beschäftigen einen schon sehr."

Natürlich habe es auch Spektakuläres gegeben. Erst Ende November war so ein Einsatz, als das Sturmtief "Irmela" über das Kreisgebiet fegte und in der Beethovenstraße ein 100 Quadratmeter großes Flachdach mehr als 50 Meter weit bis auf das Dach eines Supermarktes schleuderte. Das Geschäft musste evakuiert werden, genauso wie die beiden Grundschulen gegenüber.

Unter dem Strich, so von Gehlen, liege ein "durchschnittliches Einsatzjahr" hinter den 150sowohl haupt- als auch ehrenamtlichen Feuerwehrleuten. Insgesamt rückten sie 2008 zu 171Brandeinsätzen aus und leisteten 399-mal technische Hilfe - zum Beispiel bei Verkehrsunfällen oder im Fall von "Irmela". Hinzu kamen 2497 Notfalleinsätze des Rettungsdienstes und 3512Krankentransporte.

"Das mag sich viel anhören", sagt der Stadtbrandinspektor. Aber Hilden sei und bleibe eine sichere Stadt: Der Brandschutzbedarfsplan, das ABC für die Sicherheit in Hilden, sei optimal, und personell könne aus dem Vollen geschöpft werden. Hinzu komme die passende Mischung aus Ehrenamtlern und Berufsfeuerwehrleuten. Von Gehlen: "Jeder, der nachts um drei von einem Funkmeldeempfänger unsanft geweckt wird, bei Wind und Wetter mit einer Leiter in den zweiten Stock eines Hauses klettert, um jemanden aus Lebensgefahr zu retten und einen Brand zu löschen, hat unseren Respekt verdient."

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