Teile des denkmalgeschützten Hauses sind mit Platten bedeckt. Das soll sich ändern.

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Täglich passieren viele Menschen Haus Arndt im Herzen von Langenfeld. Derzeit bietet die Fassade keinen schönen Anblick.

Täglich passieren viele Menschen Haus Arndt im Herzen von Langenfeld. Derzeit bietet die Fassade keinen schönen Anblick.

Stefan Fries

Täglich passieren viele Menschen Haus Arndt im Herzen von Langenfeld. Derzeit bietet die Fassade keinen schönen Anblick.

Langenfeld. "Ich wohne zwar in Leverkusen, komme jedoch häufig zum Einkaufen nach Langenfeld und damit auch an dem alten Fachwerkhaus vorbei. Da müsste dringend was getan werden", sagt der 62-jährige Albert Grosch.

Mit dem alten Fachwerkhaus meint er Haus Arndt, das unter Denkmalschutz steht und seit geraumer Zeit keinen erfreulichen Anblick mehr bietet. Ein großer Teil der Vorderfront mit dem Eingang zum Restaurant ist mit Spanholzplatten abgedeckt, die an den Balken des Fachwerks verschraubt sind. So sieht auch der zu dem Anwesen gehörende und früher als Stall genutzte Flachbau an der Bachstraße aus, in dem das Weinhaus am Markt seine guten Tropfen verkauft.

Den besten Eindruck macht Haus Arndt von der Rückseite her, wo ein Biergarten mit 13 Tischen an schönen Tagen zum Verweilen einlädt.

1991/92 wurde das Gebäude im Rahmen der Marktplatzgestaltung von der Firma BTV Marktplatz-Zentrum Brost AG, die die Marktarkaden baute, von Grund auf restauriert. Bereits 1984 hatte es vom damaligen Verkehrs- und Verschönerungsverein die Denkmalschutztafel erhalten, die mit schwarzer Schrift auf goldenem Grund von der wechselvollen Geschichte des Hauses berichtet.

Das Gebäude hat im Laufe seines Bestehens mehrmals den Eigentümer gewechselt. Es ist ein bergisches Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach und verblendetem Erker im Schweizer Landhausstil aus dem 20. Jahrhundert, heißt es. Im Laufe der Jahre aber bröckelte die Fassade des stattlichen und historischen Hauses mit der Straßenbezeichnung Solinger Straße 2.

In das Gebäude ist schon viel Geld gesteckt worden

Das tatsächliche Alter des Fachwerkhauses ist bis heute unbekannt, obwohl immer wieder die Jahreszahl 1667 genannt wird.

Haus Arndt wurde als Wohnhaus genutzt. Die ehemaligen Viehställe dienten als Garagen und Werkstätten. Seit vielen Jahren wird es als Gastronomiebetrieb genutzt.

Nach mehreren Vorbesitzern, unter anderem der Bäcker Kleineick, ging das Haus 1898 in das Eigentum des Bauunternehmers Ludwig Arndt, Vater von elf Kindern, über. Auf ihn geht der Name des Hauses zurück. Er baute den Erker an und ersetzte das Lehmfachwerk durch Steinfachwerk.

Marlies Lüth, ehemalige Vorsitzende des Museumsfördervereins, hat die negative Entwicklung verfolgt. "Haus Arndt gehört einfach mitten in die Stadt. Der Eindruck drängt sich auf, dass es dringend saniert werden müsste, um es zu erhalten. Da ist doch schon in der Vergangenheit viel Geld reingesteckt worden."

Ob und wann etwas in Richtung Sanierung geschieht, darüber gibt Stadtbaurat Hans-Otto Weber Auskunft. "Ich habe den Planungsausschuss im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung am 28. Mai über den Stand der Dinge unterrichtet. Wir haben ein ganzes Jahr mit der Firma Ziag, der das Haus gehört, verhandelt. Sie ist jedoch Tochter eines großen Schweizer Bauunternehmens und nicht zuletzt von deren Entscheidungen abhängig. In den Verhandlungen ging es um ein Sanierungskonzept unter Gesichtspunkten des Denkmalschutzes."

Zwischen Stadt und Eigentümer wurde nun vereinbart, noch in diesem Jahr die vordere und eine seitliche Fassade zu sanieren und 2010 den übrigen Teil des Hauses und des Nebengebäudes. Die finanzielle Größenordnung bewegt sich um 200 000 Euro, da auch im Inneren des Hauses, im Bereich der Küche, etwas getan werden muss. An einen Zuschuss von der Denkmalschutzbehörde ist nicht zu denken. Der Planungschef ist überzeugt: "Haus Arndt wird wieder ein Schmuckstück werden."

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