Die CDU will einen Neubau von Rettungswache und Betriebshof im Rheinpark. Der Bürgermeister hält herzlich wenig davon. Für ihn gehört dort Gewerbe hin.

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Die Wache an der Paul-Lincke-Straße: Derzeit wird ein Anbau dort geprüft.

Die Wache an der Paul-Lincke-Straße: Derzeit wird ein Anbau dort geprüft.

Anna Schwartz

Die Wache an der Paul-Lincke-Straße: Derzeit wird ein Anbau dort geprüft.

Monheim. Wenn am Mittwoch, 10. Juli, der Stadtrat tagt, dann wird die CDU einen Antrag stellen, der es wahrlich in sich hat: Neubau der Feuerwache. „Die Wache an der Paul-Lincke-Straße platzt aus allen Nähten. Viel Platz für einen Anbau gibt es auch nicht. Da ist es besser, Nägel mit Köpfen zu machen“, fordert Markus Gronauer, Fraktions-Chef und Stadtverbandsvorsitzender der Union.

Gronauer hat auch gleich einen favorisierten Platz zur Hand. „Im Rheinpark hinter dem Monberg ist genug Platz“, sagt er. Gemeint ist das Areal, auf dem ursprünglich der Metall-Recycler IMR angesiedelt werden sollte. Und Gronauer will nicht nur eine neue Feuerwache dort ansiedeln, sondern auch einen Betriebshof. Der ist derzeit an der Siemensstraße. „Das Gelände ist teuer gemietet. Ein Neubau auf einem städtischen Grundstück würde sich schnell bezahlt machen“, ist Gronauer sicher.

Für den CDU-Frontmann ist es außerdem ideal, dass die städtischen Bahnen ganz in der Nähe sind. „Die haben eine erstklassige Werkstatt. Die kann auch von Feuerwehr und Betriebshof genutzt werden. Das schafft Synergien“, sagt Gronauer. Nicht umziehen soll der Baumberger Löschzug. „Der ist gut aufgestellt an der Thomasstraße“, so Gronauer.

Daniel Zimmermann verweist auf einen Ratsbeschluss

Wenig begeistert von dem Vorstoß ist Bürgermeister Daniel Zimmermann. „Die CDU sollte doch erst einmal abwarten, was unser Gebäudemanagement vorlegt“, sagt er. Hintergrund ist die Tatsache, dass der Rat der Verwaltung einen Prüfauftrag gegeben hat, wie man den Bedürfnissen der Feuerwehr in der bestehenden Wache mit einem Anbau gerecht werden kann.

Unstrittig ist, dass die Wache aus allen Nähten platzt. 1981 für 25 Hauptamtler gebaut, sind es laut Bürgermeister inzwischen 40. Hinzu kommen die Freiwilligen des Löschzugs Monheim. Es gibt keinen Schulungsraum. Die Jugendfeuerwehr ist in einem Container untergebracht.

Zimmermanns Kritik in Richtung CDU geht noch weiter. „Ich wundere mich doch sehr über den Vorstoß des Herrn Gronauer. Es gibt einen Ratsbeschluss, dass wir die knappen Flächen im Rheinpark nur an gute Gwerbesteuerzahler abgeben. Das hat die CDU mitgetragen. Und jetzt das. Befinden die sich schon im Wahlkampf?“, stellt er in den Raum. Was man in Reihen der Feuerwehr selbst denkt, bleibt abzuwarten. Feuerwehr-Chef Hartmut Baur war am Montag nicht zu erreichen.

Stichwort Synergien: Ganz neu ist die Idee zumindest mit Blick auf Betriebshof und städtische Bahnen nicht. „Wir nutzen bereits die Werkstatt der Bahnen“, sagt Andreas Apsel, zuständiger Bereichsleiter auch für den Betriebshof. Und noch eine ganz andere Tatsache könnte die Pläne der CDU durchkreuzen. Derzeit wird eine Zusammenlegung der Betriebshöfe Monheim und Langenfeld geprüft.

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