Tausende Besucher bescherten dem Piwipper Böötchen einen grandiosen Empfang.

verkehr
Nun fährt es wieder: das Piwipper Böötchen und verbindet die Städte Monheim und Dormagen auf den beiden Rhein-Seiten. Möglich machte dies das Engagement des gleichnamigen Vereins. Fotos (2): Dirk Thomé

Nun fährt es wieder: das Piwipper Böötchen und verbindet die Städte Monheim und Dormagen auf den beiden Rhein-Seiten. Möglich machte dies das Engagement des gleichnamigen Vereins. Fotos (2): Dirk Thomé

Thome, D. (dth)

Nun fährt es wieder: das Piwipper Böötchen und verbindet die Städte Monheim und Dormagen auf den beiden Rhein-Seiten. Möglich machte dies das Engagement des gleichnamigen Vereins. Fotos (2): Dirk Thomé

Monheim. Wasserfontänen, Böllerschüsse, Menschenmassen: Dem Piwipper Böötchen wurde ein wahrhaft spektakulärer Empfang bereitet, als es am Samstagnachmittag, gesteuert von den beiden Kapitänen Wolfgang Hoffmann und Bernd Voigt, den Rhein kurz vor Stromkilometer 714 erreichte.

Tausende waren gekommen, um die Ankunft der kleinen Personenfähre und ihre Taufe mitzuerleben. Auf mehr als 500 Metern Länge standen die Menschen dicht gedrängt an der Deichmauer und am Ufer der Kribbe.

„Ich freue mich über die Brücke, die das Piwipper Böötchen zwischen den beiden Städten schlägt.“

Daniel Zimmermann, Monheims Bürgermeister

Ein beeindruckendes Bild bot sich von beiden Seiten: an Land die Menschenmassen, auf dem Wasser das Begrüßungsfontänen spritzende Feuerwehrschiff, Boote der DLRG, ein festlich herausgeputzter Aalschocker und verschiedene Sportboote der Rudervereine aus Monheim, Dormagen und Benrath sowie des Monheimer Kanuclubs. Ein angemessener Rahmen für einen historischen Moment.

Nach 35 Jahren gibt es nun wieder eine Fähre zwischen Monheim und Dormagen. Zu verdanken ist dies dem Verein Piwipper Böötchen, der es geschafft hat, binnen zweieinhalb Jahren diese alte Verbindung wieder aufleben zu lassen.

„Die Genehmigungen waren das schwierigste“, sagt Vorsitzender Heiner Müller-Krumbhaar, der es mit 25 verschiedenen Behörden zu tun hatte. Eine Genehmigung gab es sogar noch ganz frisch am Tauftag von der Schiffsuntersuchungskommission in Mainz, die nun auch ausgedehnte Längsfahrten möglich macht, wie der Vorsitzende in seiner Begrüßungsansprache mitteilte.

1977 wurde der Fährverkehr zwischen Monheim und der Orderstation Piwipp eingestellt. Zur Wiederbelebung des Fährbetriebs hat sich 2010 der rheinübergreifende Verein Piwipper Böötchen gegründet. In gerade einmal zweieinhalb Jahren hat der Verein es geschafft, diese Verbindung wieder herzustellen.

Gänge zu insgesamt 25 verschiedenen Behörden waren nötig. Mehr als 200 000 Euro wurden bisher investiert, mehr als 180 Firmen und Einzelpersonen haben mit ihrer Spende das Projekt, das eine reine Privatinitiative ist, unterstützt.

Dieses Ehrenamt hat der bekannte Unternehmer Rolf Schwarz-Schütte (Schwarz Pharma) inne.

Bevor es zur eigentlichen Taufe kam, hatten zahlreiche Redner das Wort. Bürgermeister Daniel Zimmermann freute sich „über die Brücke, die das Piwipper Böötchen zwischen den beiden Städten schlägt“.

Schäl Sick ist noch nie so nah gewesen

Auch sein Dormagener Amtskollege Peter-Olaf Hoffmann begrüßte die Direktverbindung über den Rhein: „Die schäl Sick ist noch nie so nah gewesen.“ Er sieht darin nicht nur die bloße Wiederaufnahme der Fährverbindung, sondern auch die Möglichkeit einer völlig neuen Zusammenarbeit, von der beide Städte profitieren können.

Karl Gormanns vom Landschaftsverband Rheinland hob die Bedeutung der Verbindung für das Rad- und Wanderwegenetz hervor, ebenso Landrat Thomas Hendele, der sie als einen wichtigen Schritt für die touristische Entwicklung im Kreis Mettmann sieht. Auch Taufpate Patrick Schwarz-Schütte, der in Vertretung seines in den USA weilenden Vaters Rolf gekommen war, betonte, dass das Böötchen ein wichtiges Projekt für Monheim sei, weil es die Stadt zum Rhein hin öffnet.

Vor der eigentlichen Taufe befestigte Alexander Mohr, der als Prinz der Session 2010/11 unter dem Motto „Janz Monnem jubiliert vor Jlöck, mer krieje us Piwipp zurück“ regierte, seinen Karnevalsorden mit einem starken Magneten am Schiff. Den ökumenischen Segen spendeten Pfarrer Falk Breuer und Kaplan Florian Ganslmeier. Mit einer Magnumflasche Sekt taufte schließlich Patrick Schwarz-Schütte das Böötchen auf den Namen „Piwipp“. Nach einer Ehrenrunde mit dem frisch getauften Schiff auf dem Rhein war Ex-Prinz Alexander ganz begeistert: „Das macht Spaß, kann ich nur empfehlen.“

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer