Laut einer Studie sinkt die Zahl der Einwohner um 9,4 Prozent. Die Stadt braucht neue Baugebiete, um Familien zu halten.

Monheim. Um 9,4 Prozent wird die Einwohnerzahl Monheims bis zum Jahr 2030 sinken. Das ist das Ergebnis der jetzt veröffentlichten Studie „Wegweiser Kommune“ der Bertelsmann-Stiftung zur demografischen Entwicklung. Eine Zahl, die aufhorchen lassen sollte. Denn damit liegt Monheim über dem Durchschnitt des Kreises Mettmanns. Im Kreis wird mit einem Rückgang von 8,9 Prozent gerechnet.

Vor dem Hintergrund der immer älter werdenden Bevölkerung ergibt sich laut Studie für Monheim ein Anstieg des Durchschnittsalters von 43,6 Jahre auf 47,6 Jahre im Jahr 2030. Das wiederum hat Folgen für die Struktur der Bevölkerung: Während der Anteil der unter 18-Jährigen von derzeit 17,3 Prozent auf 15,9 Prozent sinkt, steigt der Anteil der über 80-Jährigen laut Prognose von 4,0 Prozent auf 9,0 Prozent.

Die Studie geht davon aus, dass 0,7 Prozent der in Monheim lebenden Familien abwandern werden und 22,9 Prozent der Monheimer für ihre Ausbildung in eine andere Stadt ziehen. 4,6 Prozent der im Stadtgebiet lebenden Menschen wandern laut Prognose in der zweiten Lebenshälfte ab.

„Sicherlich machen wir uns darüber Gedanken“, sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann. „Die Einwohnerzahl ist in Gefahr zu sinken, weil es zu wenig Baugebiete gibt“, sagt er. Familien würden die Stadt verlassen, um sich woanders ein Eigenheim zu suchen. Projekte wie Baumberg Ost und das Gebiet am Krämersee seien aus diesen Überlegungen hervorgegangen. „Darüber haben wir uns in den vergangenen Jahren zu wenig Gedanken gemacht“, sagt Zimmermann. Als „Hauptstadt des Kindes“ habe sich die Stadt mit Angeboten für Familien und Kinder einen guten Ruf erarbeitet.

Der neue Busbahnhof wird barrierefrei sein

Den demografischen Wandel will Zimmermann nicht als Schreckgespenst verstanden sehen. „Die Menschen werden älter, das stimmt. Aber es sind keine gebrechlichen, sondern aktive Menschen, die am Leben teilhaben und etwas tun wollen“, sagt Zimmermann. So seien auch Projekte wie die Ehrenamtsbörse entstanden.

Städtebaulich setze man auf Barrierefreiheit. „Sowohl für Gehbehinderte, Eltern mit Kinderwagen als auch Senioren“, sagt Zimmermann. „Sich beim Thema demografischen Wandel auf das Altern zu fokussieren, ist nicht richtig und tut einer Stadt nicht gut. Und es zeichnet ein Bild, das nicht zu unserer Stadt passt“, sagt Zimmermann. „Es geht uns um Familien, zu denen die Älteren natürlich auch gehören.“

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