Nach Heinz Mack stellt der Kunstverein mit Otto Piene ab Mitte November den zweiten Gründer der Künstlergruppe vor.

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Mit beweglichen und reflektierenden Skulpturen will Otto Piene den Flügelsaal zum Lichtraum und Ort der meditativen Stille machen. Dieser „Lichtertanz“ soll zum unvergesslichen Kunsterlebnis werden. (Repro: Anna Schwartz)

Mit beweglichen und reflektierenden Skulpturen will Otto Piene den Flügelsaal zum Lichtraum und Ort der meditativen Stille machen. Dieser „Lichtertanz“ soll zum unvergesslichen Kunsterlebnis werden. (Repro: Anna Schwartz)

Mit beweglichen und reflektierenden Skulpturen will Otto Piene den Flügelsaal zum Lichtraum und Ort der meditativen Stille machen. Dieser „Lichtertanz“ soll zum unvergesslichen Kunsterlebnis werden. (Repro: Anna Schwartz)

Langenfeld. Nach Heinz Mack gibt ab dem 15. November mit Otto Piene ein weiterer zeitgenössischer Künstler von internationaler Bedeutung seine Visitenkarte in Langenfeld ab. Der Kunstverein stellt Piene in einer dreiteiligen Ausstellung vor: im Kunstraum, der Galerie der Stadtsparkasse und mit der auf zwei Monate befristeten Verwandlung des Flügelsaals im Kulturzentrum in einen einzigartigen Lichtraum.

Als Meister im Spiel mit Lichteffekten hatte sich heute vor einem Jahr der Bildhauer Heinz Mack (78) erstmals den Langenfeldern erwiesen. Mehr als 500 Bürger ließen sich nach der Enthüllung seiner Stele "Großer vertikaler Rhythmus" vor der Sparkasse an der Solinger Straßevon deren Strahlkraft bannen. Parallel konnte der Kunstverein Mack im Kunstraum und der Sparkasse auch als Maler und Grafiker präsentieren.

"Zero" steht für die Versöhnung von Mensch, Natur und Technik

Heinz Mack ist mit dem heute 81-jährigen Otto Piene befreundet, seitdem sie 1957 die weltweit einflussreiche Künstlergruppe "Zero" in Düsseldorf gegründet hatten. Zu der gesellte sich 1961 noch Günter Uecker (79). "Zero" markiert einen künstlerischen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg, die Aussöhnung von Mensch, Natur und Technik, auch durch Verwendung neuartiger Materialien.

"Ich träume schon lange davon, einmal alle drei in Langenfeld vorstellen zu können", sagt Beate Domdey-Fehlau. Der Verwirklichung ist die Kuratorin des Kunstvereins nach knapp einem Jahr der harten Vorbereitung und mit beträchtlicher finanzieller Hilfe der Sparkassen-Bürgerstiftung sowie der Stadtwerke ganz nahe gekommen. "Namhafte Künstler rümpfen nicht die Nase, wenn sie gefragt werden, ob sie in Langenfeld ausstellen. Es ist ihnen egal, wo es ist, es kommt ihnen darauf an, wie ernsthaft man ein Projekt verfolgt", sagt Domdey-Fehlau. Bei Piene kamen zweierlei erleichternd hinzu: Der zwischen den USA und Düsseldorf pendelnde Künstler ist Kulturpreisträger des Rheinischen Sparkassenverbandes 2008, und seit Anfang 2009 ist die ZERO-Stiftung in Düsseldorf zu Hause.

"Feuer, Licht und Luft sind die wesentlichen Elemente im Werk von Otto Piene", so Domdey-Fehlau. Dass bei in Langenfeld mit Feuer und Licht nur zwei davon im Mittelpunkt stehen, ist finanziell begründet. "Die Gruppe wollte auch neue Räume für die Kunst erschließen. Otto Piene hat für sich die Luft entdeckt. Er lässt mit Gas befüllte Riesen-Polyäthylen-Schläuche aufsteigen und setzt damit Zeichnungen in den Himmel", so die Kuratorin.

Am 18. April 1928 wurde Otto Piene in Bad Laasphe geboren und wuchs in Lübeck auf. Er studierte Malerei in München, Kunsterziehung an der Düsseldorfer Akademie sowie Philosophie in Köln.

1957 gründet Piene mit Heinz Mack als "Selbsthilfemaßnahme" die Gruppe "Zero". Mit Rasterbildern, Rauchzeichnungen und einem "Lichtbalett" bestritt er 1959 in Düsseldorf die erste Einzelausstellung. 1968 kreierte am Massachusetts Institute of Technology sein erstes "Sky Event".

Mit dem "Lichtballett" ist Piene bekannt geworden, der Licht-Raum den er 1964 zur "documenta3" in Kassel mit Mack gestaltete, ist heute in Düsseldorf zu sehen. Für zwei Monate wird Piene mit seinem Assistenten Günter Thorn den Flügelsaal der VHS ebenfalls zum Lichtraum mit beweglichen und reflektierenden Skulpturen von schlichter Form machen. "Besucher können in eine meditative Stille durchbrochen von Lichttänzen eintauchen und werden selbst Teil des Kunstwerks", stimmt Domdey-Fehlau aufs Glanzlicht ein. Gleich nebenan, im Kunstraum, werden Keramikarbeiten und Bilder gezeigt, die zwischen den 1970er-Jahren und 2001 mit Farbe, Öl und Feuer gestaltet wurden. Die Grafiken in der Sparkasse repräsentieren verschiedene Schaffensphasen.

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