Der Bürgermeister kündigt die nächste Entlastung an. Für Familie Mustermann im Reihenhaus sind das etwa 50 Euro pro Jahr.

Monheim. Nach der Gewerbesteuer senkt die Stadt jetzt die Grundsteuer. „Eigentlich war für dieses Jahr sogar eine Erhöhung geplant. Die Verbesserung der Haushaltslage ermöglicht es uns, nun auch die Grundsteuerzahler zu entlasten, ohne den Schuldenabbau zu vernachlässigen“, sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann gestern.

Die Steuerbescheide, die ab Freitag, 13. Januar, verschickt werden, weisen zwar noch einen Hebesatz von 455 Punkten aus, doch soll dieser Wert auf 400 Punkte reduziert werden. „Die geplante Senkung ist bereits mit den Ratsfraktionen abgestimmt“, erläutert Zimmermann. Der niedrigere Wert bedeutet eine steuerliche Entlastung von rund zwölf Prozent, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt.

Die beim ersten Hebetermin am 15. Februar überzahlten Beträge werden beim zweiten Hebetermin am 15. Mai angerechnet.

„Durch die Senkung der Grundsteuer nimmt die Stadt zwar 900 000 Euro weniger ein. Bei der Einbringung des Haushalts 2012 in der Ratssitzung am 2. Februar wird sich aber zeigen, dass auch der Schuldenabbau ernsthaft angegangen wird“, so Zimmermann.

Auch Mieter profitieren von der Senkung

Doch was heißt die Senkung der Grundsteuer für Familie Mustermann? Sie bezahlt im Reihenhaus durchschnittlich 400 Euro der so genannten Grundsteuer B pro Jahr. Da machen sich die zwölf Prozent weniger tatsächlich bemerkbar.

Doch auch Mieter profitieren von der Senkung. Denn der Hauseigentümer legt einen Grundsteueranteil auf seinen Mieter um. Profitieren werden auch die Unternehmen. Denn auch sie fallen mit ihren bebauten Flächen unter die Grundsteuer B.

Es gibt darüber hinaus noch eine Grundsteuer A. Sie gilt aber nur für die Landwirtschaft und wird nicht gesenkt. Allerdings bringt sie der Stadt auch lediglich 30 000 Euro jährlich, wie Guido Krämer, Leiter der Finanzen im Monheimer Rathaus, auf WZ-Anfrage erläutert.

Es ist bereits die zweite Steuer, die gesenkt wird. Erst kürzlich hatte die städtische Wirtschaftsförderung verkündet, dass in Absprache mit den Fraktionen die Gewerbesteuer auf einen Hebesatz von 300 Punkten gesenkt werden soll – den niedrigsten in ganz NRW. Für Unternehmen bedeutet das ein Drittel weniger Gewerbesteuer – und neue Firmen werden gelockt.

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