Alena Cara Lewin verkörpert in dieser Session die Traditionsfigur. Ganz „nebenbei“ steht für die 19-Jährige auch noch die Reifeprüfung am Gymnasium an.

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Alena Cara Lewin in ihrem Schelmenkostüm im Spagat: Die 19-Jährige reagiert sich gerne am Schlagzeug in ihrem Zimmer ab.

Alena Cara Lewin in ihrem Schelmenkostüm im Spagat: Die 19-Jährige reagiert sich gerne am Schlagzeug in ihrem Zimmer ab.

Anna Schwartz

Alena Cara Lewin in ihrem Schelmenkostüm im Spagat: Die 19-Jährige reagiert sich gerne am Schlagzeug in ihrem Zimmer ab.

Monheim. Der Sprung sitzt perfekt. Dafür hat Alena Cara Lewin (19) nicht großartig üben müssen. Sie macht Ballett. Und seit dem Elften im Elften 2010 ist sie nicht nur Tänzerin, sie ist auch schelmisch. Die Monheimerin ist in dieser Karnevalssession der Schelm. Ihre langjährige Vorgängerin, Tanja Böelke, ist Mutter geworden und wollte aussetzen.

Großartig überreden mussten die Karnevalisten Alena nicht. „Ich bin, seit ich sechs oder sieben Jahre alt bin, immer verkleidet im Rosenmontagszug bei den Frauen der Prinzengarde mitgelaufen. Ich hatte immer viel Spaß“, sagt die OHG-Schülerin, die in diesem Jahr ihr Abitur macht. „Da habe ich schon überlegt, ob ich genügend Zeit für die Rolle als Schelm habe“, sagte die 19-Jährige bei ihrer Vorstellung im November am Schelmenturm.

Doch sie denkt, dass alles klappt. „Ich habe schon viele Auftritte“, sagt Alena. Bei der letzten Vorbesprechung waren es drei Din-A-4-Seiten mit Terminen. „Machen muss ja das Gefolge nicht viel“, sagt sie. Gänseliesel, Spielmann und sie als Schelm – abgesehen vom Wecken am 11. 11. – müssten nichts sagen. Das bliebe dem Prinzenpaar überlassen.

Tanja Böelke kehrt zur nächsten Session zurück

„Doch die Leute erwarten einfach, dass die Traditionsfiguren die Tollitäten begleiten“, sagt Alena. Viel Freizeit wird in den kommenden Wochen nicht bleiben und so spontane Ideen, wie für fünf Tage nach Barcelona zu reisen, werden frühestens wieder nach Aschermittwoch umgesetzt werden können.

 „Nach Weihnachten hatte mein Freund Geburtstag. Wir wussten nicht recht, was wir machen sollten. Da sind wir spontan zum Flughafen gefahren und haben uns ein Schnäppchen ausgesucht. Barcelona war der nächste Flug“, lacht sie. Von dort aus sind die beiden fast vier Stunden im Bus ins französische Montpellier gereist. „Ich war dort sieben Monate bei einer Gastfamilie. Die haben wir besucht.“

Alena spricht Französisch, Spanisch und natürlich Englisch. Sie hat eine Tante in Mexiko. Das Reisen gefällt ihr. Aber Musik und Tanz natürlich auch. Die 19-Jährige unterrichtet selbst bei der Sportgemeinschaft Monheim Ballett. In ihrem Zimmer steht ein Schlagzeug. „Ich fand es einfach cool, ein Instrument zu spielen“, sagt sie. Und abreagieren könne man sich dabei sehr gut.

Der Schelm von Monheim ist wohl nur eine einmalige Geschichte. „Tanja Böelke hat das so gerne gemacht, dass sie sicher wieder einsteigt. Und dann kommt ja nach dem Abitur noch die Ausbildung: Spedition und Logistik will sie studieren. Ein Auslandssemester in Lateinamerika wünscht sie sich.

„Für Karneval ist dann nicht so viel Zeit. Doch Tanja Böelke freut sich schon, dass sie wieder mitmachen kann“, sagt Alena. Der Schelm bleibt in Monheim auf jeden Fall weiblich.

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