Menschenkette, Höchstleistungen und ein Teilnehmerrekord: Die Veranstaltung am Sonntag war ein Riesenerfolg. Behinderte und Nichtbehinderte setzten ein Zeichen.

Mit verschiedensten Gefährten ging es rund um den Freizeitpark.
Mit verschiedensten Gefährten ging es rund um den Freizeitpark.

Mit verschiedensten Gefährten ging es rund um den Freizeitpark.

Anna Schwartz

Mit verschiedensten Gefährten ging es rund um den Freizeitpark.

Langenfeld. Für die Menschenkette geben die Sportler eine fröhliche Ehrenrunde rund um den Freizeitpark. Jubel auf beiden Seiten: Die Besucher feuern die Rennteilnehmer an, die Sportler grüßen gut gelaunt von ihren Rollstühlen, Tandems und Tretrollern zurück. Moderator Carsten Ohle versucht, vom Startzelt aus eine La-Ola-Welle durch die Kette zu geben - beim dritten Anlauf klappt’s. Eine prima Stimmung.

Das Feld beim "Capp Sport Cup" (cSc), dem gemeinsamen Rennen von Behinderten und Nichtbehinderten am Sonntag, führte Stifter Bernhard Weik an - als Fahrer eines stromlinienförmig verkleideten Liegerads. Dahinter: mehr als 650 Teilnehmer. "So viele wie nie zuvor", freut sich Jürgen Steinbrücker, Sprecher des cSc und der Weik-Stiftung. Vor zehn Jahren waren es erst 170 Sportler gewesen, die integrativen Sport nach Langenfeld brachten.

Besucherin Lilo Franke ist zum zweiten Mal dabei. Die Menschenkette begeistert die Langenfelderin; "Ich finde das ganz toll! Es ist rührend und aufrichtig." Beeindruckend findet sie das Tempo der Teilnehmer. "Was die für eine Leistung bringen!", staunt Lilo Franke.

Piloten der Handkurbelfahrzeuge beißen die Zähne zusammen

Die Rennen werden schnell gefahren. "Einige schaffen Tempo 50", erklärt Steinbrücker. Vor allem die Liegeräder brausen über die schmale Strecke. Tandemfahrer winken noch bei voller Fahrt entspannt in die Runde, Piloten mit Handkurbel-Fahrzeugen beißen die Zähne zusammen, geben alles.

Stefan Klesse ist mit seinem Rollstuhl mitgefahren. Die Startnummer noch am T-Shirt, erläutert er schmunzelnd: "Eigentlich wollte ich nur gucken." Dann hat er die 20-Kilometer-Fahrt mitgemacht. 40 Minuten brauchte der aus Lohmar am Rhein angereiste Sportler - anzumerken ist ihm die Anstrengung nicht: "Ich trainiere nicht, ich fahre nur regelmäßig." Besonders gefällt Klesse am cSc, dass der Wettkampf so viele verschiedene Kategorien bietet.

Beim zehnten cSc capp Sport cup (cSc) traten am Sonntag unter dem Motto "gemeinsam rollt’s" mehr als 650 Menschen mit und ohne Behinderungen sieben Stunden lang gegeneinander an. Schirmherr des Riesenspektakels war Bürgermeister Frank Schneider.

Die Sportler verwendeten Rad-Tandems, Rollstühle, "Handbike" genannte Radanbauten mit Handkurbel für Rollstühle, Tretroller, Liegeräder, Einräder und Inline-Skater.

Erstmals gab es zum cSc eine Menschenkette rund um den Freizeitpark Langfort, mit der rund 2500 Teilnehmer signalisierten: Wir Bürger stehen zu Euch!

Das ist die Elisabeth- und Bernhard-Weik-Stiftung in Langenfeld. Das 1996 errichtete Stiftungsvermögen ist der Förderung des Behindertensports gewidmet. Die Stiftung soll das Bewusstsein dafür fördern, dass kein Mensch vollkommen ist, in diesem Sinn jeder eine Behinderung hat.

Alles, was Räder hat, ist zu sehen, angefangen beim Einrad. Eine Neuheit sind die Handbike genannten Anbauten für Rollstühle. Vor dem Sitz wird ein Antriebsrad montiert, das mit einer Handkurbel angetrieben wird - hoch technisiert mit Gangschaltung und Trommelbremse. Die so auf Tempo gebrachten Rollstühle um die Kurven zu steuern, erfordert Geschicklichkeit, denn der Schwerpunkt des Fahrers liegt hoch, bringt das Fahrzeug leicht ins Kippen.

Für die Volksfeststimmung am Straßenrand sorgen Essstände mit internationalen Spezialitäten, dazu Unterhaltung von koreanischen Trommlerinnen und einer Sambagruppe. "Es läuft hervorragend", stellt Steinbrücker fest. Der cSc ist zum zweiten Mal von der Initiative "Deutschland, Land der Ideen" ausgezeichnet worden.

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