Eigentlich sollte die Kniprode- Schule aufgestockt werden. Jetzt kommt ein Anbau.

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Statt eines ausgebauten Dachgeschosses bekommt die Winrich-von-Kniprode-Grundschule bald einen weiteren Anbau. Für die zurzeit 220 Schüler muss unbedingt mehr Platz her. (Archiv

Statt eines ausgebauten Dachgeschosses bekommt die Winrich-von-Kniprode-Grundschule bald einen weiteren Anbau. Für die zurzeit 220 Schüler muss unbedingt mehr Platz her. (Archiv

Stefan Fries

Statt eines ausgebauten Dachgeschosses bekommt die Winrich-von-Kniprode-Grundschule bald einen weiteren Anbau. Für die zurzeit 220 Schüler muss unbedingt mehr Platz her. (Archiv

Baumberg. "Na ja", sagt Christoph Schröder, der kommissarische Leiter der Winrich-von-Kniprode-Grundschule in Baumberg. "Einerseits können wir mit der Lösung zufrieden sein. Andererseits aber auch nicht." Gemeint ist das Ergebnis der Sitzung des Ausschusses für Bildung Kultur und Sport, zu der die komplette Schulkonferenz angerückt war.

Ursprünglich sollte nämlich das Dachgeschoss ausgebaut werden, weil die katholische Grundschule an der Monheimer Straße seit Jahren aus allen Nähten platzt und dringend neue Räumlichkeiten braucht. Das geht nun aber nicht mehr, weil vor etwa vier Wochen festgestellt wurde, dass Statik und Deckenbelastung einen solchen Ausbau nicht zulassen. Eine Nachricht, die vor allem in der Schule wie eine Bombe einschlug und den Punkt auf die Tagesordnung des Ausschusses katapultierte.

"Das Projekt hatte fast anderthalb Jahre Vorlauf"

In der Zwischenzeit konnte allerdings Entwarnung gegeben werden. Statt des Dachausbaus soll es jetzt einen etwa gleich großen Anbau von 130 Quadratmetern an das Schulgebäude geben. "Zufrieden sind wir, weil es doch noch - und vor allem recht schnell - eine Alternativlösung gegeben hat und wir ebenerdig mehr Variationsmöglichkeiten haben als unterm Dach", so Schröder. "Nicht zufrieden sind wir, weil sich das ganze Projekt nach hinten verschiebt. Eigentlich sollte mit Beginn des neuen Schuljahres alles fertig sein. Das können wir uns jetzt möglicherweise abschminken" - zumal die Kniprode-Schule zur endgültigen Absegnung im Haupt- und Finanzausschuss am nächsten Dienstag erneut auf der Tagesordnung steht.

Auf Unverständnis stieß auch der Zeitpunkt der Feststellung. "Das Projekt hatte fast anderthalb Jahre Vorlauf", klagt Christoph Schröder. "Seit November 2008 liegt der Beschluss vor. Aber dass mit dem Dach etwas nicht stimmt, wird erst jetzt entdeckt."

Uwe Trost, der Bereichsleiter Schule und Sport bei der Stadt, musste das Ungemach einräumen. "Natürlich verstehen wir Lehrer und Eltern", sagt er. "Den Vorwurf, nicht früher gehandelt zu haben, müssen wir uns ganz einfach gefallen lassen."

300 000 Euro kostet der Anbau plus Dachsanierung und Anstrich

Der Anbau wird zwei Gruppenräume à 60 Quadratmeter umfassen. Morgens können sie für den Fachunterricht genutzt werden, nachmittags für den Offenen Ganztagsbetrieb. "Das ist sogar ein positiver Nebeneffekt der Panne", so Christoph Schröder. "Denn auf dem Dachboden wäre diese Zweifachlösung nicht möglich gewesen." Ungefähr 300 000 Euro kostet der Anbau und bewegt sich damit im Bereich des Dachausbaus. Die Mittel stehen im städtischen Haushalt zur Verfügung. Darin enthalten sind die sowieso nötige Dachhautsanierung, Anstrich und ein zusätzlicher Büroraum im Haupttrakt.

Die zweizügige Winrich-von-Kniprode-Schule hat aktuell 220 Schüler, im Sommer werden es 230 sein.

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