Die Ehrenamtler der T.o.T. haben das Handtuch geschmissen. Nun wird händeringend ein neues Team gesucht.

Ein Bild aus besseren Tagen: Jetzt hat das Baumberger T.o.T. geschlossen.
Ein Bild aus besseren Tagen: Jetzt hat das Baumberger T.o.T. geschlossen.

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Ein Bild aus besseren Tagen: Jetzt hat das Baumberger T.o.T. geschlossen.

Baumberg. Der Szene-Treff T.o.T. (Teil offene Tür) im Keller des Pfarrheims von St. Dionysius an der von-Ketteler-Straße steht für gute Live-Musik und witzige Party-Aktionen - sollte man meinen. Über Jahre war es auch so. Jetzt ist der Treff dicht gemacht worden. Ein Stück Jugendkultur ist erst einmal den Bach runter.

Sicher war es nicht immer einfach für die ehrenamtlichen Teamer. In der letzten Zeit erlebten sie ein Wechselbad der Gefühle. Inzwischen sind sie an einem so tiefen Punkt angekommen, dass sie nun die offizielle Trennung des Teams bekannt geben.

"Es war ein langer Prozess", erzählt Sven Schuhen, eigentlich Motor der T.o.T. "Die Motivation im Team ist gesunken, weil es immer schwerer wurde, neue Mitglieder zu werben und die Besucherzahlen in den vergangenen zwei Jahren enorm abgenommen haben. Wir wissen nicht, ob es an uns und unserem Programm lag, oder aber daran, dass sich die Interessenlagen der Jugendlichen verändert haben."

Liegt es daran, dass das verkürzte Abitur nach zwölf Jahren mit erhöhtem Leistungsdruck weniger Freizeit zulässt? Ein weiteres Problem ist die Nachwuchsförderung junger Bands: " Bei unseren Konzerten haben wir oft auch Bands, die ganz am Anfang standen, immer gefördert. Die kleine Bühne und das gute Publikum, das nie irgendwen ausgebuht hat, boten einen optimalen Start," so Schuhen.

Der Kontakt zu den Schulen ist weggebrochen

Doch aus irgendeinem Grund trauen sich die Bands "von Heute" nicht mehr so schnell auf die Bühne. Dass es reichlich Nachwuchsmusiker gibt, bestätigt der dringende Bedarf an Proberäumen. Nur Auftreten will offensichtlich keiner mehr. So kam es, dass immer mehr Bands von weiter weg auf den Konzerten spielten. Mit dem Nachteil, dass die nicht genügend Fans lockten.

Die Teil offene Tür ist eine Einrichtung der katholischen Gemeinde St.Dionysius, steht aber grundsätzlich allen Jugendlichen offen.

Mindestens sieben bis acht Teamer werden gebraucht, um einen Neuanfang zu machen. Drei Ehrenamtler haben sich bereits gemeldet. Wer Interesse hat, kreativ und teamfähig ist und gut auf Menschen zugehen kann, soll sich möglichst bald melden.

Auch an Werbung mangelte es zwangsläufig: "Wir Teamer bestanden doch nur noch aus Studenten oder Berufseinsteigern. Da konnte keiner mehr an der eigenen Schule Flyer verteilen, neue Besucher oder neue Teamer werben," erzählt der 25-jährige.

Die Teil offene Tür blickt auf viele durchwachsende Jahre mit einigen Highlights zurück: Sei es das erste "Rock gegen Rechts"- Konzert 2003, die Woche des Weltjugendtages, in der intensiver Austausch mit Besuchern aus der ganzen Welt stattfand, die Übertragungen der Fußball-EM und-WM...

Sven Schuhen, der selbst sieben Jahre viel Energie und Zeit in den Treff gesteckt hat, sieht der Zukunft zwiespältig entgegen: "Ich denke, dass der Wegfall der T.o.T. ein großes Loch in die Jugendkulturlandschaft reißen wird. Daher wünsche ich einem neuen Team vor allem, dass es ihnen gelingen wird, den Jugendtreff wieder mit mehr Leben zu füllen. Und für uns alle ist es selbstverständlich, dass wir unsere Nachfolger unterstützen und ihnen Tipps geben werden."

Immerhin: Die ersten drei Interessenten haben sich bereits gemeldet. Sieben bis acht müssen es aber mindestens werden. Wenn alles gut läuft, wird nach den Sommerferien an einem Neuanfang gebastelt.

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