Der Ausbau der B229 und Solingens Anschluss an die A3 könnte schneller kommen als gedacht. Für Langenfeld heißt das: endlich Entlastung für die Hardt.

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Weniger Verkehr auf der völlig überlasteten Hardt wäre für Langenfeld die erfreuliche Folge eines Solinger A3-Anschlusses. (Archiv

Weniger Verkehr auf der völlig überlasteten Hardt wäre für Langenfeld die erfreuliche Folge eines Solinger A3-Anschlusses. (Archiv

Über eine genaue Trassenführung wollte sich Lienenkämper nicht äußern. Diese Variante werde aber im Verkehrsgutachten „klar favorisiert“. Grafik: ST

Dirk Thomé, Bild 1 von 2

Weniger Verkehr auf der völlig überlasteten Hardt wäre für Langenfeld die erfreuliche Folge eines Solinger A3-Anschlusses. (Archiv

Langenfeld. Wenn das keine deutlichen Signale sind: Mit einer überraschenden Nachricht zum direkten Anschluss Solingens an die Autobahn 3 wartete am Freitag Morgen NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper auf. Bei einem gemeinsamen Wahlkampftermin der CDU-Mittelstandsvereinigungen Langenfeld und Solingen Landwehr informierte er darüber, dass die Bundesstraße229n zwischen Landwehr und dem Autobahnkreuz Langenfeld "ab sofort konkret vorgeplant" werde. Für Langenfeld würde das vor allem eine massive Entlastung auf der Hardt und rund um die bestehende A3-Anschlussstelle bedeuten.

Der Durchbruch sei ein Ergebnis von noch "taufrischen, intensiven Verhandlungen" zwischen seinem Ministerium und dem Bundesverkehrsministerium, erklärte ein sichtlich zufriedener Lutz Lienenkämper. Dem Bund habe man überzeugend deutlich machen können, dass eine Teillösung allein mit der Verlängerung der Landstraße 405 von Ohligs bis nach Landwehr niemandem etwas nutze.

Dass diese Absprache mit Berlin gelungen sei, obwohl die B 229n im Bundesverkehrswegeplan derzeit nicht mehr den Status "vordringlicher Bedarf" besitze, wertete Lienenkämper "als großen Erfolg, der in die richtige Richtung zeige": zum "längst überfälligen", direkten Anschluss Solingens an die A3 und die Entlastung der innerstädtischen Straßen Langenfelds.

Abgesprochen sei auch, dass der NRW-Landesbetrieb Straßen für den Bund die Planungen übernehme, so Lienenkämper. Wer die Kosten dafür trage, das konnte der NRW-Minister allerdings noch nicht sagen.

Eine Planungs- und Bauzeit zwischen fünf und acht Jahren

Der Verkehrsminister setzte noch einen drauf: Er zauberte eine weitere wichtige Nachricht aus dem Wahlkampf-Zylinder: ein Zwischenfazit zu dem Ende 2008 in Auftrag gegebenen Verkehrsgutachten des Landesbetriebs Straßen zur A3-Anbindung.

Schon seit Jahrzehnten arbeiten Langenfeld und Solingen an der Anbindung. Die Lösung, die sich nun abzeichnet, wurde dabei stets von beiden favorisiert. Naturschützer hatten für die Alternative Haus-Gravener-Straße geworben. An eine schnelle Umsetzung hatte zuletzt niemand mehr geglaubt. Langenfelds Baurat Hans-Otto Weber sagte kürzlich noch: "Seit ich 1974 im Planungsamt angefangen habe, liegen die Pläne schon in der Schublade. Ich glaube nicht, bis zum Ende meiner Dienstzeit die Realisierung noch zu erleben."

Zwar rechnet Lienenkämper mit dem abschließenden Gutachten erst in einigen Wochen, es zeichne sich aber aufgrund der bereits jetzt vorliegenden Verkehrsanalysen schon etwas ab: Das Gutachten werde nicht nur die Notwendigkeit zum Bau eines neuen A3-Anschlusses belegen, sondern auch eine Trassenführung über die Viehbachtalverlängerung nach Landwehr und im weiteren Verlauf über die B 229n bis zum Langenfelder Kreuz "klar favorisieren". Ein Anschluss über die Haus-Gravener-Straße (K 9) sei, so der Minister, nach dem Gutachten "offensichtlich nicht tauglich".

Er rechnet mit einer Planungs- und Bauphase von fünf bis acht Jahren. Über die Planungs- und Baukosten wollte Lienenkämper auch hier nichts sagen. Zuletzt hatte es geheißen, beide Straßen zwischen Ohligs und dem Kreuz Langenfeld würden rund 30 Millionen Euro kosten.

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