Der Heimatbund hat Monheims einzige Gaslaterne entmottet.

Ein Schnappschuss aus „besseren Tagen“ der Gaslaterne: Schließlich landete sie in den Regalen der Mega-Werkstatt.
Ein Schnappschuss aus „besseren Tagen“ der Gaslaterne: Schließlich landete sie in den Regalen der Mega-Werkstatt.

Ein Schnappschuss aus „besseren Tagen“ der Gaslaterne: Schließlich landete sie in den Regalen der Mega-Werkstatt.

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Ein Schnappschuss aus „besseren Tagen“ der Gaslaterne: Schließlich landete sie in den Regalen der Mega-Werkstatt.

Monheim. Mitten in den nüchternen Regalen der Mega-Werkstatt war sie ein echtes Fundstück: eine prächtige Straßenlaterne wie aus alter Zeit, sorgfältig verpackt und nahezu vergessen. Entdeckt und für das Deusser-Haus gesichert hat das Schätzchen Dieter Sturm, Vorsitzender des Heimatbundes.

„Das war die einzige Gaslaterne, die jemals in Monheim stand – und zwar am Schelmenturm“, sagt Sturm. Bis vor zwei Jahren gehörte der fünfflammige Kandelaber zum Bild der Tordurchfahrt.

Zuletzt blieb das Licht dort aus, war die Laterne pflegebedürftig. Nach dem Abbau stellte die Stadt einen Blumenkübel aus Waschbeton an die Stelle, damit niemand den Gasanschluss beschädigt.

Gaslichtfreunde aus Berlin und Düsseldorf veröffentlichten Fotos

„In Monheim hat wohl kaum jemand gemerkt, dass die weg war“, vermutet Sturm. Vereine von Gaslichtfreunden in Berlin, Düsseldorf und Solingen aber beklagten den Verlust, nahmen Erinnerungsfotos in ihre Veröffentlichungen auf.

Aufgestellt wurde die Laterne 1988 – laut der Messingtafel eines Kölner Energieunternehmens zur Erinnerung daran, dass in der Stadt seit zehn Jahren Erdgas angeboten wurde.

Er habe schon geahnt, wo die zentnerschwere Laterne geblieben sein könne, sagt Sturm. Die Stadt wollte sie als Ersatzteilvorrat nutzen. „Das geht aber nicht. Die stammt von einem ganz anderen Hersteller als alle anderen Laternen in der Stadt“, sagt Sturm.

Diese Information überzeugte die Verwaltung, dass das Schmuckstück für städtische Zwecke nicht mehr taugt. „Im Januar habe ich die Laterne gefunden. Seit vergangener Woche habe ich schriftlich von Andreas Apsel, Leiter des Bereichs Bauwesen, dass wir die Laterne haben können“, sagt Sturm erfreut. Bürgermeister Daniel Zimmermann habe sein Einverständnis gegeben, nur dürfe es die Stadt nichts kosten.

Da sieht Sturm kein Problem: „Wir haben handwerklich begabte Mitglieder.“ Über den Düsseldorfer Gaslichtverein erkundigte er sich nach einem Hersteller für die schweren Fundamentkörbe aus Beton – ein passendes Stück ist in Aussicht. Und ein Plätzchen gibt es auch. „Die kommt vor das Deusser-Haus, neben den Anker“, sagt Sturm.

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