Bürgermeister Thomas Dünchheim spricht über noch anstehende Projekte und seine Zeit nach dem Abschied aus dem Rathaus.

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Thomas Dünchheim vor seinem Lieblingsprojekt: der Rheinpark.

Thomas Dünchheim vor seinem Lieblingsprojekt: der Rheinpark.

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Thomas Dünchheim vor seinem Lieblingsprojekt: der Rheinpark.

Monheim. "Irgendwie komisch, dass der geht." Das hört man beim Bäcker, beim Metzger und auf der Straße. Er - das ist Thomas Dünchheim. Im Herbst endet eine Ära. Wer Bürgermeister wird, steht in den Sternen. Klar ist nur: Thomas Dünchheim geht in eine Düsseldorfer Anwaltskanzlei. Doch vorher will er noch einige Projekte in Monheim verwirklichen.

Was wird tatsächlich noch bis zum Herbst an Projekten verwirklicht?

Thomas Dünchheim: Es wird noch eine ganze Menge passieren, bevor ich gehe. Allerdings wird nicht alles direkt sichtbar sein.

Was wird denn sichtbar sein?

Dünchheim: Na, zum Beispiel das Möbelhaus an der Baumberger Chaussee. Auch wenn ich jetzt nicht sage, wer da hin kommt. Aber den Baubeginn werde ich noch als Bürgermeister erleben.

Thomas Dünchheim (40) hat nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung bei der Kreisverwaltung Mettmann gemacht, dann in Köln Jura studiert und promoviert.

Nach zehn Jahren als Bürgermeister Monheims wird Thomas Dünchheim im Herbst zu Lovells in deren Düsseldorfer Kanzlei wechseln.

Und was werden Sie als normaler Bürger Thomas Dünchheim erleben und auf Ihre Fahnen schreiben?

Dünchheim: Da gibt es einige Dinge, die jetzt angeschoben werden - übrigens nicht nur von mir, sondern von der gesamten städtischen Wirtschaftsförderung. Der Rheinanleger samt Hotel wird kommen. Da bin ich sicher. Vielleicht erst 2011, aber er kommt. Wir sind auf einem guten Weg. Natürlich wird auch das Rathaus-CenterIII Realität. Und in Sachen Fassabfüllhalle auf dem alten Shell-Gelände ist auch noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Sie meinen eine Stadthalle?

Dünchheim: Ja. Die Fassabfüllhalle ist wie gemacht dafür. Natürlich muss man gemeinsam mit den Besitzern ein Konzept erarbeiten.

Stichwort Sportstättenkonzept: Sie haben die große Lösung angekündigt. Tatsächlich deutet alles darauf hin, dass vor der Kommunalwahl gar nichts mehr geschieht.

Dünchheim: Klar ist, dass es eine zentrale Lösung für beide Stadtteile geben muss. Und auch wenn der Kreis Mettmann da anders denkt: Der Kielsgraben ist der zentrale Standort. Wir arbeiten an einem Konzept. Doch es stimmt: Eine endgültige Entscheidung muss nach der Wahl fallen. Was nutzt uns ein Rohrkrepierer, der bei neuen Mehrheiten rückgängig gemacht wird.

Ist da auch die Angst vor einem Bürgerbegehren gegen den Verkauf des Jahn-Platzes? SPD-Ratsherr Werner Goller droht damit.

Dünchheim: Ach, das soll er mal. Das schätzt er komplett falsch ein. Das interessiert doch keinen.

"Wie die Monheimer mich später einmal beurteilen werden, weiß ich nicht. Aber ich gehe erhobenen Hauptes."

Thomas Dünchheim

Die SPD fordert eine Sondersitzung des Rates in Sachen Recycling-Unternehmen IMR. Peto legt nach. Was sagen Sie dazu?

Dünchheim: Sondersitzung? Da muss ich jetzt erst mal drüber schlafen. Aber Fakt ist: IMR ist eine saubere Sache. Offensichtlich ist vielen noch immer nicht ganz klar, dass IMR nach dem Bundes-Emmissionsschutzgesetz geprüft wird. Das ist sehr streng. Und das Unternehmen betont, noch um ein Vielfaches unter den erlaubten Werten zu bleiben. IMR denkt da langfristig.

Was bleibt in Monheim von Thomas Dünchheim ab dem Herbst?

Dünchheim: Na der Bürger Thomas Dünchheim. Und der wird genießen. Ich muss jetzt nicht noch hastig auf Fotos mit Spatenstichen. Es wird ein tolles Gefühl sein, wenn ich in zwei Jahren mit meiner Familie auf dem Monberg sitze und sehe, wie ein Hotel auf dem Rheinanleger gebaut wird.

Und Ihre Rolle in der Monheimer CDU?

Dünchheim: Ich bin Mitglied. Das reicht. Ich werde nicht den Fehler machen, den ein ehemaliger SPD-Fraktions-Chef gemacht hat. Nämlich: Hinter den Kulissen immer noch Strippen ziehen. Seiner Partei hat er damit einen riesigen Schaden zugefügt.

Sie wollen so gar nicht mehr politisch mitmischen? Können Sie das überhaupt?

Dünchheim: Ich weiß nicht. Ich habe es noch nie versucht. Aber ernsthaft: Ich werde wirklich loslassen. Wenn jemand meinen Rat braucht, bin ich natürlich trotzdem da. Und gegen die CO-Pipeline werde ich mich auch weiter engagieren. Und wer weiß, welche Bürgerinitiativen es noch geben wird.

Sie sind Vorsitzender von Marke Monheim und vom Verein Montopia, der den Rheinbogen zum Familienerlebnis machen will. Was wird aus den Funktionen?

Dünchheim: Ich werde mich zurückziehen, aber es wird fließende Übergänge geben. Und bei Marke Monheim bietet es sich an, dass der neue Bürgermeister den Vorsitz übernimmt. Denn vieles muss ohnehin mit der Stadt abgestimmt werden.

Und wer wird Ihrer Meinung nach Bürgermeister?

Dünchheim: Tim Brühland wird seine Chance nutzen. Er muss natürlich hart daran arbeiten. Denn da ist auch noch Daniel Zimmermann. Allerdings glaube ich nicht, dass der die Bürger über 40Jahren wirklich erreicht. Aber man wird sehen.

Was war in zehn Jahren Bürgermeisteramt Ihr Lieblingsprojekt?

Dünchheim: Ganz klar der Rheinpark. Ich habe mir neulich noch mal ein Foto angesehen, auf dem noch die alte Shell-Mauer zu sehen ist. Was sich da alles getan hat, ist schon ein Ding. Und ich habe meinen Anteil dran. Das kann mir keiner nehmen.

Und da bleibt ein Foto von mir in der Ahnengalerie der Bürgermeister im Rathaus. Das ist schon komisch. Wie die Monheimer mich später einmal beurteilen werden, weiß ich nicht. Aber ich gehe erhobenen Hauptes. Denn ich habe zehn Jahre hart für diese Stadt gearbeitet - und tue es noch bis zum Herbst.

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