Viele Bürger haben dem Stadtplaner Vorschläge für die Neugestaltung eingereicht.

Mettmann. Rolf Junker, Geschäftsführer des Dortmunder Büros für Stadtforschung und Planung, ist von den Mettmannern begeistert. Mehr als 50 E-Mails, Briefe, Essays, Gedichte, Bilder und Abhandlungen haben sie an sein Büro geschickt, das die Innenstadt neu überplant.

„So was habe ich noch in keiner anderen Stadt erlebt. Auf dieses Engagement der Bürger können Sie aufbauen“, sagt Junker an die Adresse von Verwaltung und Politik gewandt.

Ein Kreissparkassengebäude im Stil von Hundertwasser

Mehr Grün, Wasser und mehr Sicherheit wünschen sich beispielsweise viele Bürger für den Jubiläumsplatz. Das Gebäude der Kreissparkasse wurde auf einem Bild mit bunten Fassaden und Goldkuppeln ausstaffiert, so, als habe der Künstler Friedensreich Hundertwasser selbst Hand an das Gebäude angelegt, das vielen Mettmannern so gar nicht gefällt.

Außerdem fordern die Bürger ein Marketingkonzept für Mettmann, mehr Platz für die Fußgänger auf den Straßen. Und sie finden das Projekt Overhoffsche Höfe gut, die vergessenen Höfe zwischen Post- und Breite Straße, die das Bürgerforum aus dem Dornröschenschlaf erwecken möchte.

Eine bessere Verbindung von Ober- und Unterstadt steht außerdem auf der Wunschliste vieler Mettmanner ganz oben.

Nach weiterer Ausarbeitung und Vervollständigung soll der Entwurf des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzeptes in einer zweiten Bürgerversammlung am 8. November um 19 Uhr im Ratssaal vorgestellt werden.

Für den Planer Rolf Junker ist die Profilierung der Quartiere sowie die Schaffung echter Stadtmitten, des Jubiläumsplatzes und der Oberstadt, entscheidend für Mettmanns Zukunft, wenn der Durchgangsverkehr nicht mehr mitten durch die Stadt rollt.

„Im öffentlichen Raum muss fast alles neu gemacht werden. Das geht überhaupt nicht. Da brauchen Sie einen Strategieplan“, sagt Junker. Beispielsweise müsste der gesamte Belag in der Fußgängerzone erneuert werden.

Die Umgestaltung der tristen Mühlenstraße sieht Junker als ein absolutes „Muss“. Und der Jubiläumsplatz darunter eröffnet aus Sicht des Planers eine „Riesenchance, um daraus was zu machen“.

Dabei sei es aber entscheidend „was die Kreissparkasse will und kann“. Geschäfte statt Büros – allein eine Neuerschließung des Erdgeschosses könne schon hilfreich sein, meint Junker.

Mühlenstraße und Bismarckstraße haben ein Facelifting nötig

In der Breite Straße mit vielen schönen alten Hausfassaden hat Junker viel Potenzial erkannt: „Das kann ein Schmuckstück werden.“ Ein Facelifting hätten die Mühlen- und Bismarckstraße nötig.

Das Areal, auf dem heute noch der städtische Baubetriebshof beheimatet ist, sollte nach Ansicht Junkers noch mit in die Innenstadtplanung aufgenommen werden.

Das Zukunftspaket, das vom Büro Junker und Kruse für die Mettmanner Innenstadt geschnürt wurde, beinhaltet knapp zehn Millionen Euro. Bis 2018 könnten die Maßnahmen nach und nach umgesetzt werden. Mit dem neuen Konzept stehen die Chancen Mettmanns gut, für die Sanierung seiner Innenstadt Fördermittel (70 Prozent) zu bekommen.

Die Politik muss dafür eine Prioritätenliste festlegen, die sich auch im Haushalt der Stadt wiederfinden muss. Fachbereichsleiter Kurt Werner Geschorec: „Wir müssen ein Gesamtpaket bei der Bezirksregierung anmelden.“

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