Hintergrund ist die Hundesteuer. Erkrath und Mettmann führen Stichproben durch.

Wülfrath/Erkrath/Mettmann
Einen genauen Blick auf die Hundemarken werden die Städte in diesem Jahr. Archiv

Einen genauen Blick auf die Hundemarken werden die Städte in diesem Jahr. Archiv

Carsten Rehder/dpa

Einen genauen Blick auf die Hundemarken werden die Städte in diesem Jahr. Archiv

Wülfrath/Erkrath/Mettmann. Wenn es bei den Wülfrathern in diesem Jahr an der Haus- oder Wohnungstür klingelt, dann könnte es der Hundezähler sein. Nach 1998 und 2006 nämlich will die Stadt Wülfrath erneut eine Hundebestandsaufnahme machen. Dazu werden Mitarbeiter eines privaten Dienstleiters alle Wülfrather Haushalte aufsuchen und zur Hundehaltung befragen.

Die Stadt begründet die geplante Zählung damit, Steuergerechtigkeit gegenüber allen Hundebesitzern gewährleisten zu müssen. Das heißt, sie geht davon aus, dass in der Stadt mehr Hunde gehalten werden als registriert sind. Aktuell sind 1290 Hunde angemeldet, deren Halter die geforderten Steuern zahlen. Die liegen bei einem Hund bei 120 Euro pro Jahr. „Im Vorfeld der letzten Hundebestandsaufnahmen konnten jeweils vermehrt Anmeldungen registriert werden“, erklärt Doris Abel von der zentralen Finanzwirtschaft Wülfrath.

Die Stadt Erkrath dagegen sieht keinen Grund, systematisch nach nicht angemeldeten Hunden zu suchen. „Wir haben bei den Anmeldungen eine gute Steigerungsrate. Das lässt uns vermuten, dass es keine große Dunkelziffer gibt“, sagt Frank Ehle vom städtischen Steueramt. Immerhin sind bei der Stadt 2464 Hunde registriert, die der Stadt Steuereinnahmen von rund 250 000 Euro im Jahr bescheren. „Man muss auch die finanzielle Relation zwischen der Auftragsvergabe für eine Hundezählung und dem, was da am Ende bei rauskommt, sehen“, sagt Ehle.

Erhebung kostete bislang 20 000 Euro

Die Stadt Wülfrath beispielsweise hat für die bisherigen Erhebungen rund 20 000 Euro an einen Dienstleister bezahlt. Was die Zählung in diesem Jahr kosten wird, wird das Ergebnis der Ausschreibung zeigen.

Ganz auf Kontrollen wollen aber auch die Erkrather nicht verzichten. In den nächsten Tagen wird der städtische Ordnungsdienst wieder verstärkt Hundehalter auf den Straßen kontrollieren. „Wir werden uns dabei verstärkt auf die Fußgängerbereiche konzentrieren“, sagt Ehle. Sollte der Ordnungsdienst Hundehalter antreffen, deren Vierbeiner bisher noch keine Marke hat, sollen die Mitarbeiter freundlich darauf hinweisen, dass eine Anmeldung Pflicht sei. „Damit sind wir bisher gut gefahren“, sagt Ehle.

Mettmann wird auf konkrete Hinweise reagieren

Auch in Mettmann ist eine Hundezählung kein Thema. „So etwas haben wir nicht vor“, sagt Pressesprecherin Dr. Silvia Nolte. Über eine mögliche Dunkelziffer von nicht angemeldeten Hunden hat die Stadt keine Schätzungen.

Offiziell jedenfalls gibt es rund 2000 Hunde in der Stadt, für die pro Jahr und Hund 110 Euro zu zahlen sind. Spezielle Kontrollen also gibt es nicht in Mettmann. „Wenn wir jedoch konkrete Hinweise von Bürgern bekommen, dass ein Hund nicht registriert ist, bekommen die Halter Besuch vom Ordnungsamt“, sagt Nolte.

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