Derzeit wird untersucht, ob der Gebäudekomplex in der Oberstraße unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Mehrere Nutzungskonzepte existieren.

Derzeit wird untersucht, ob der Gebäudekomplex in der Oberstraße unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Mehrere Nutzungskonzepte existieren.
Es gibt Pläne, im Innenhof eine Straußenwirtschaft zu etablieren. Doch der Eigentümer muss mitspielen.

Es gibt Pläne, im Innenhof eine Straußenwirtschaft zu etablieren. Doch der Eigentümer muss mitspielen.

Der Zahn der Zeit nagt an dem historischen Gebäude. Es gab in der Vergangenheit immer wieder Vorstöße, das Gebäude zu sanieren. Bislang ohne Erfolg. Archiv

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Es gibt Pläne, im Innenhof eine Straußenwirtschaft zu etablieren. Doch der Eigentümer muss mitspielen.

Mettmann. Weinlokal, Restaurieren, Investoren suchen: Geht es um die alte Posthalterei in der Oberstadt, darf man wohl getrost von einer unendlichen Geschichte sprechen. Pläne gab es reichlich, die mit verlässlicher Regelmäßigkeit in der Schublade verschwanden. Die Politik war aktiv geworden, noch bevor das 1100-jährige Stadtjubiläum ins Haus stand. Man wollte das Gebäude unbedingt erhalten, die Denkmalschutzbehörde wurde eingeschaltet. Damals bestand offenbar kein Anlass, die Denkmalwürdigkeit festzuschreiben. Nun gab es vor einigen Monaten offenbar erneut einen Ortstermin. Noch läuft die Prüfung beim Amt für Denkmalpflege – Ende offen.

Wird das Haus ein Denkmal, gibt es Auflagen für den Eigentümer

Sollte die Entscheidung diesmal anders ausfallen, müsste in Sachen Posthalterei wohl ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Denn dann wäre die Stadt in der Pflicht, sich der Sache anzunehmen. „Der Eigentümer müsste vor jeder Baumaßnahme die denkmalpflegerische Erlaubnis einholen“, klärt Fachbereichsleiter Kurt Werner Geschorec über die Konsequenzen einer solchen Entscheidung auf.

„Ich mache hier vieles in Eigenregie. Das dürfte unter der Hoheit des Denkmalschutzes nicht mehr ganz so einfach sein.“

Jochen Sickelmann, Eigentümer

Und nicht nur dass: Die Stadt wäre dann in der Verantwortung und müsste mit anderen Augen hinschauen.

Dem jetzigen Eigentümer Jochen Sickelmann dürfte das kaum gefallen. Vor beinahe 40 Jahren hat er die ehemalige Posthalterei gekauft. „Es war eine Bruchbude“, erinnert er sich an den damaligen Zustand. Sickelmann nahm Geld in die Hand und investierte Zeit und Mühen. Ins Vorderhaus zog er mit seinem Jeansladen ein, das Hinterhaus war zeitweise vermietet. Darauf, nur dieses Haus zu verkaufen, will er sich nicht einlassen. „Ich reiße die Immobilie nicht auseinander. Dann kommt noch der mögliche Ärger mit dem Wegerecht hinzu“, sagt er.

Sickelmann ist einem Verkauf grundsätzlich nicht abgeneigt

Grundsätzlich sei er einem Verkauf nicht abgeneigt. Allerdings nicht jetzt sofort, sondern vielleicht irgendwann. Und vor allem erst dann, wenn der Preis stimmt. Unter Wert verkaufen will er sein Domizil jedenfalls nicht. Von Stadt und Politik scheint er hingegen nicht mehr allzu viel zu erwarten. „Das läuft nun schon jahrelang und passiert ist nichts. Es ging immer aus wie das Hornberger Schießen“, sagt er. Nach Optimismus und dem Glauben daran, dass noch eine gute Lösung gefunden werden könnte, hört sich all das eher nicht an.

In den vergangenen Jahren sei es ruhiger geworden – offenbar hat sich die Politik anderen „Baustellen“ zugewandt. Sollte jedoch das Amt für Denkmalpflege plötzlich doch zu der Ansicht gelangen, das Haus unter seinen Schutz und seine Aufsicht zu stellen, dürfte es für Jochen Sickelmann womöglich sehr schwierig werden, das Gebäude auf seine Art und Weise zu erhalten. „Ich mache immer noch vieles in Eigenregie“, sagt er. Das dürfte unter der Hoheit des Denkmalschutzes nicht mehr ganz so einfach sein.

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