Windräder mit einer Höhe von mehr als 200 Metern möchten die Anwohner nicht vor ihrer Tür haben.

Gegen ein mögliches Windenergiefeld formiert sich Widerstand.  Archiv
Gegen ein mögliches Windenergiefeld formiert sich Widerstand. Archiv

Gegen ein mögliches Windenergiefeld formiert sich Widerstand. Archiv

Julian Stratenschulte/dpa

Gegen ein mögliches Windenergiefeld formiert sich Widerstand. Archiv

Der in Beratung befindliche Regionalplan der Bezirksregierung stößt auf immer mehr Widerstände. Während sich in Erkrath vor allem Bündnis 90/Die Grünen gegen die Ausweisung von neuen Wohn- und Gewerbegebieten wehren, befürchten Mettmanner und Ratinger den Bau von Windkraftanlagen. Die Beteiligungsfrist für Bürger läuft ab, nur noch bis Ende März kann bei der Bezirksregierung Einwand erhoben werden.

Teilnehmer bewerten Pläne der Regierung als „panisch“

Die Mettmanner Bürgerinitiative „Windstill“ hatte nun auf der Zielgeraden zu einem Infoabend eingeladen, um aufzuklären und Bürger zu mobilisieren. Der Regionalplan sieht nach jetzigem Stand vor, ein 12,3 Hektar großes Gebiet zwischen Metzkausen, Obschwarzbach und Homberg als Windenergiebereich (zunächst als Vorbehaltsbereich) auszuweisen. Das würde bedeuten, sollten Vorbehalte der Flugsicherung und des Wetterdienstes ausgeräumt werden, könnten dort sehr schnell Windanlagen von 150 bis über 200 Meter Höhe entstehen.

Dies wollen die meisten Anwohner auf keinen Fall. Bisher gilt noch der Bebauungsplan der Stadt Mettmann, der nur maximal vier Windräder bis 100 Meter Höhe erlaubt. Die Teilnehmer des Infoabends waren sich weitgehend einig, dass die von der Bundesregierung in Reaktion auf den Reaktorunfall in Fukushima (2011) eingeleitete Energiewende „panisch“ und „überhastet“ beschlossen wurde.

Dem Regionalplan vorausgegangen war eine Potenzialanalyse, laut der der Anteil der Windenergie in NRW bis 2020 auf 15 Prozent steigen könne. „Dazu wären noch 10 000 weitere Anlagen nötig“, sagte Referent Gerd Biller.

„An der Großwetterlage in der Politik werden wir nichts ändern können“, so Biller weiter. Was man jedoch tun könne, sei, mit kommunalen Politikern zu reden und bis zum 31. März schriftlich Einwand zu äußern.

Gesucht wird ein Vorstand, der die einzelnen Gruppen vereint

In Metzkausen hat sich eine Gruppe engagierter Bürger zusammengefunden, mit Ratsmitgliedern gesprochen und mit Hilfe von Rechtsanwalt Rainer Laurenze einen Mustereinwand formuliert. Denn was zählt, sind juristisch stichhaltige Argumente. So seien laut einem Umweltgutachten im Planungsbereich schutzwürdige Böden und unzerschnittene verkehrsarme Räume vorhanden, die es zu erhalten gelte.

Außerdem lebten dort Wachteln und Rotmilane. Die Anwohner fürchten vor allem Gesundheitsgefährdungen durch Infraschall und Schattenschlag. In Dänemark hatten massive Proteste der Bürger bereits zu einem Stopp des Windenergie-Ausbaus geführt. In Ratingen haben die Stadtwerke einen Bauantrag für eine Anlage an der A3 gestellt. Bürgerinitiativen dort bewegen sich jedoch nicht mehr, und auch um „Windstill“ ist es ruhig geworden.

Gesucht wird nun ein neuer Vorstand, um die Splittergruppen zu vereinen. Der Mustereinwand wird demnächst auf der Website herunterladbar sein.

http://www.windstill.info

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