Hobby-Meteorologe Karl-Heinz Kensche setzt eher auf kurzfristige Vorhersagen, als auf alte Bauernregeln.

Jeden Tag notiert Karl-Heinz Kensche Temperatur und Niederschlagsmenge.
Jeden Tag notiert Karl-Heinz Kensche Temperatur und Niederschlagsmenge.

Jeden Tag notiert Karl-Heinz Kensche Temperatur und Niederschlagsmenge.

Dietrich Janicki

Jeden Tag notiert Karl-Heinz Kensche Temperatur und Niederschlagsmenge.

Kreis Mettmann. Die Prognose für Freitag stimmt nicht eben heiter: Der Tag beginnt mit Regen. Am Nachmittag reißt der Himmel kurz auf, die Sonne zeigt sich. „An Schnee ist nicht zu denken. Es wird etwa sechs Grad warm“, sagt Karl-Heinz Kensche. Als passionierter Hobby-Meteorologe muss er es wissen, wenngleich Voraussagen seine Sache nicht sind. „Je weiter die Prognosen reichen sollen, desto unseriöser werden sie.“ Aussagen über das Jahr zu machen, ist „Kristallkugellesen“.

Längere Prognosen ist wie „Kristallkugel-Lesen“

Generell ist Karl-Heinz Kensche nur über relativ Kurzfristiges „zuverlässig auskunftfähig“. Was daran liegt, wie er sein Hobby betreibt. Seit 2004, „seitdem habe ich nämlich einen entsprechenden Computer“, führt der Mann, der Generationen von Musikschul-Absolventen als Mann am Klavier eine feste Größe ist, Buch. Akribisch notiert Temperatur und Niederschlagsmenge. Tag für Tag, immer Punkt 14 Uhr, der Zeitumstellung entsprechend im Winter also Punkt 15 Uhr. „Anfangs hat meine Familie das belächelt.“

Durch die Liebe zum Segeln kam Karl-Heinz Kensche vor vielen Jahren auf das Wetterthema. „Ich war schon als Kind davon fasziniert.“ „Für einen Segler kann es existenziell sein, über die Wetterbedingungen Bescheid zu wissen.“

Frühjahr ist meist trockener als der Sommer

Wettervorhersagen und Klimabeobachtungen sind ohne Satelliten nicht mehr denkbar. Karl-Heinz Kensche allerdings arbeitet nicht per Satellitenanlage aus dem Weltall, sondern hat sein meteorologischer System im hauseigenen Garten installiert. Inmitten des Grüns einer Hecke ist der sogenannte Fühler befestigt. 1,5 Meter über dem Boden und im Schatten. Beides ist wichtig, damit immer gleiche Bedingen herrschen. Die Apparatur zur Niederschlagsmessen ist daneben.

Mittags wird abgelesen und das Ergebnis notiert. „Wichtig ist die Kontinuität. Also immer zur gleichen zeit die Werte zu ermitteln.“ Zwischen Piano und Notenstapeln von Komponisten wie Schumann, Liszt und Ravel werden Ergebnisse am Rechner ausgewertet. Das dafür erstellte Excel-Programm ist zusätzlich farblich strukturiert - und zeigt im ermittelten Durchschnittswert der Temperaturen eine fast gerade Linie. “

Deutlich lässt sich ablesen, dass in März und April wesentlich weniger Regen fällt als im Sommer, „das ist ein Phänomen“. Rund um den 6. August allerdings sind trocken-heiße „Hundstage“ zu erwarten. 2007 war nach Kensches Aufzeichnungen deutlich wärmer als 2014. Außerdem zeigt die Niederschlagkurve deutlich bergab.

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