Die Vorarbeiten zum Abriss haben in den vergangenen Wochen begonnen. Der Abriss wurde beschlossen, weil das Haus St. Elisabeth erweitert werden muss.

haus st. elisabeth
Das „Weiße Haus“ wird abgerissen. Das Senioren- und Pflegezentrum St. Elisabeth unter Geschäftsführer Stefan Wigge (r.) will einen viergeschossigen Neubau errichten. Archiv

Das „Weiße Haus“ wird abgerissen. Das Senioren- und Pflegezentrum St. Elisabeth unter Geschäftsführer Stefan Wigge (r.) will einen viergeschossigen Neubau errichten. Archiv

Stefan Fries

Das „Weiße Haus“ wird abgerissen. Das Senioren- und Pflegezentrum St. Elisabeth unter Geschäftsführer Stefan Wigge (r.) will einen viergeschossigen Neubau errichten. Archiv

Mettmann. „Wer ein Stück Stadtgeschichte vor der Zerstörung noch einmal sehen möchte, muss sich beeilen“, schreibt Thomas Dinkelmann in einer Pressemitteilung des Mettmanner Bürgerforums. Der zweite Vorsitzende des Vereins bedauert, dass die Geschäftsführung des Senioren- und Pflegezentrums Haus St. Elisabeth bei der Entscheidung geblieben ist, das so genannte „Weiße Haus“ (Düsseldorfer Straße 18), in dem einst die Schwestern der Heiligen Elisabeth aus Essen wirkten, abzureißen. Die Vorarbeiten haben in den vergangenen Wochen bereits begonnen.

Das Senioren- und Pflegezentrum St. Elisabeth will an der Düsseldorfer Straße einen viergeschossigen Neubau errichten. Auf zwei Etagen sollen zwölf Einzelzimmer für den Pflegebereich eingerichtet werden. Auf den anderen Etagen sollen zehn Einheiten für betreutes Wohnen entstehen. Das Haupthaus wird mit einem Übergang an den Neubau angeschlossen.

Die Bausubstanz ist sehr schlecht, sagt Geschäftsführer Stefan Wigge

Der Abriss wurde beschlossen, weil das Haus St. Elisabeth erweitert werden muss. „Das neue Landespflegegesetz schreibt vor, dass bis zum Jahr 2018 Senioren- und Pflegeeinrichtungen zu 80 Prozent Einzelzimmer und zu 20 Prozent Doppelzimmer vorhalten müssen. Das können wir im Bestand so nicht organisieren“, sagt Stefan Wigge, Geschäftsführer des Seniorenheims.

Deshalb hatte die Baufachabteilung des Erzbistums das „Weiße Haus“ inspiziert. Wigge: „Die Bausubstanz ist sehr schlecht. Zudem wäre das Haus für uns überhaupt nicht nutzbar.“ Deshalb wurde beschlossen, einen viergeschossigen Neubau zu errichten.

Dass die Stadt bereits 2007 den Abrissantrag genehmigte, ohne jegliche Bedenken hinsichtlich des Denkmalschutzes und der Erhaltungssatzung, wunderte Dinkelmann schon damals. „Heißt es doch in der Erhaltungssatzung unserer Stadt, dass Gebäude erhalten bleiben sollen, wenn sie eine städtebauliche, insbesondere geschichtliche Bedeutung haben“, sagt Dinkelmann. Dies treffe für das „Weiße Haus“ zweifelsfrei zu.

Das Bürgerforum hofft auf attraktive Architektur für den Neubau

Das 1893 erbaute und 1906 erweiterte Klostergebäude diente ab 1980 als Italienische Mission. Dinkelmann: „Die geschichtliche Bedeutung steht damit wohl außer Frage. Hinzu kommt der städtebauliche Wert, der sich besonders in der aufwändigen historischen Fassade zur Düsseldorfer Straße zeigt.“ Das Haus stand allerdings nie unter Denkmalschutz.

Das Bürgerforum hofft nun, dass das Stadtbild nach dem Abriss des historischen Bauwerks nicht noch größerer Schaden durch den Neubau nimmt. Billige Kartons in langweiliger Architektur seien nicht nur für das Ortsbild schädlich, sondern machten es zudem auch schwer, Menschen zu finden, die darin leben wollen.

Dinkelmann: „Wir hoffen, dass zumindest der Neubau so gestaltet wird, dass er nicht in die Reihe der Mettmanner Bausünden fällt, sondern den entstandenen Verlust ein wenig ausgleichen kann.“

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