Der vierte Weinsommer sorgte bei Traumwetter für eine brechend volle Oberstadt.

Fest
Weinfest vor idyllischer Kulisse in der Oberstadt. Rund um die Kirche blieb kaum ein Platz frei.

Weinfest vor idyllischer Kulisse in der Oberstadt. Rund um die Kirche blieb kaum ein Platz frei.

Stefan Fries

Weinfest vor idyllischer Kulisse in der Oberstadt. Rund um die Kirche blieb kaum ein Platz frei.

Mettmann. Der offizielle Gewinner ist gräflichen Geblüts. Vielleicht deshalb heißt er kompliziert „Lorch Kapellenberg Riesling Erstes Gewächs trocken“. Doch auch, wenn dieser Weißwein von der Jury, der unter anderem Axel Ellsiepen, Herbert Schlüter und Silvia Nolte angehörten, bei der öffentlichen Weinprobe zum Sieger gekürt wurde, waren doch alle Gewinner beim vierten Weinsommer.

Denn bei den neun Winzern schmolzen die Vorräte im Verlauf des dreitägigen Festes weg wie Butter in der Sonne. „Die Resonanz war überwältigend“, freute sich Cheforganisator Jens-Christian Holtgreve. Etwa 2000 Menschen hatten sich allein am Samstagabend rund um den Kirchplatz von St. Lambertus eingefunden. „Damit waren wir an der Grenze zu dem, was geht.“ Und obwohl es so „unglaublich viele Besucher“ an allen drei Tagen gab, blieb alles in „ruhiger, schöner Feierlaune.“

„Die Organisation hier ist so gut, dass es sich für uns wie Urlaub anfühlt.“

Sophie Silbernagel, Winzerin

„Wir sind sehr zufrieden“, stimmte Sophie Silbernagel ein. Zum vierten Mal war die Winzerin aus Ilbesheim an der südlichen Weinstraße zusammen mit Ehemann Marc beim Weinfest. „Es war super. Die Organisation hier ist so gut, dass es sich für uns wie Urlaub anfühlt“, lobte sie. Anders als bei anderen Weinfesten kommt in die Oberstadt ein „interessiertes, konsumfreudiges und junges Publikum“, Krach gibt es keinen, gute Laune dafür im Übermaß – „perfekt“.

Schon während der Eröffnung am Freitagabend durch Impulse-Chef Peter Ratajczak und Bürgermeister Bernd Günther fanden sich die ersten Flaneure zum gut temperierten Schoppen ein. „Ihr müsst den Weißburgunder bei Oliver Knab probieren“, schwärmte Annette König ihren Freunden vor, andere waren „ganz weg vor Glück“, wie Anke Winkler sagte, über den Riesling bei Kocham.

Schlangen beim Flammkuchen, Showtanz auf der Bühne

„Die Schlange vorm Flammkuchenstand ist unerhört!“, fand Marcus Hoehn. Tatsächlich schlängelte sich zu Spitzenzeiten rund um die Kirche eine Reihe von Wartenden. Unbeeindruckt davon zeigten sich Gäste wie Fritz Köhler, Kulturamtschef in Ruhestand aus Haan, der lieber bei den Songs von Ben Waters Boogie Band mitwippte. In Sachen Unterhaltung wurde mit Steve Clayton, den Mettmanner All Stars aber auch Willenslos sowie der Showtanztruppe Gold Fire im Verlauf des Festwochenendes große Abwechslung geboten.

Winzer Sebastian Graf von Kanitz residiert auf Schloss Cappenberg. Einen guten Griff tat er, als er Kellermeister Kurt Gabelmann einstellte. Was der nach den strengen ECOVIN Auflagen ökologisch an Wein erzeugt, ist immer einen Test wert. So auch der von der Jury gekürte Lorch Kapellenberg Riesling Erstes Gewächs trocken 2011.

Laut Kennerurteil handelt es sich bei dem Weißwein um ein Gewächs mit viel Substanz, vollem Körper und gutem Abgang. Kurz: Lecker.

Den Sonntag nutzen Besucher zum Einkauf. Familie Bruckner teilte sich dabei die Aufgaben. „Ich gehe in der Stadt nach Schuhen gucken, mein Mann sorgt dafür, dass der Weinkeller aufgefüllt wird.“ Parallel zum Schlusstag des diesjährigen Weinsommers lockte die Innenstadt mit einem verkaufsoffenen Sonntag. Einzelne Geschäfte wie Parfümerien hatten Rabatte von 20 Prozent, Boutiquen reduzierten für den Abverkauf der aktuellen Kollektionen um bis zu 30 Prozent. Sicher auch dem wunderbaren Wetter geschuldet war das für Veranstalter und alle Beteiligten ein Tag, der mit Sternchen im Kalender markiert werden darf.

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