Der ehemalige Bürgermeister Bodo Nowodworski engagiert sich im Vorstand des mbv.

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Aktiv ist der frühere Mettmanner Bürgermeister noch immer, jetzt im Vorstand des Bauvereins.

Aktiv ist der frühere Mettmanner Bürgermeister noch immer, jetzt im Vorstand des Bauvereins.

Simone Bahrmann

Aktiv ist der frühere Mettmanner Bürgermeister noch immer, jetzt im Vorstand des Bauvereins.

Mettmann. Wenn Bodo Nowodworski heute am Frühstückstisch die Zeitung aufschlägt, bleibt er relativ gelassen. „Das war früher nicht immer so“, erinnert er sich an die Zeit, in der er jeden Morgen überlegen musste, ob es da irgendetwas gibt, auf das man als Verwaltungschef mit einem Statement reagieren sollte.

Beinahe drei Jahre ist es mittlerweile her, dass Nowodworski den Schreibtisch im Rathaus für seinen Amtsnachfolger geräumt hat. Seither liest man seinen Namen nur noch selten in der Zeitung, dabei ist er nach wie vor sehr beschäftigt. „Ich befasse mich mit dem demografischen Wandel und den Herausforderungen, die in dieser Hinsicht in den nächsten Jahren auf uns zukommen werden“, spricht Nowodworski über seine Tätigkeit für den Mettmanner Bauverein (mbv).

So wie er sich früher für die Stadtentwicklung eingesetzt hat, tut er es jetzt für die Belange seines neuen Arbeitgebers. Im Vorstand des mbv befasst er sich aktiv mit den Herausforderungen der Zukunft. „Da geht es nicht nur um barrierefreie Wohnungen, sondern auch um soziale Netzwerke und geeignete Organisationsstrukturen“, sagt Nowodworski über die Inhalte seiner Tätigkeit.

Hinzu kommt das ehrenamtliche Engagement für den Aufbau des „Neandertal Network“, in dem sich künftig alle europäischen Städte engagieren können, die einen bedeutenden Bezug zum Neandertaler oder eine entsprechende Fundstelle haben. „Ich muss schon darauf achten, dass genug Zeit für mich selbst bleibt“, sagt der ehemalige Verwaltungschef über dieses Projekt, das er in seiner Amtszeit initiiert hat und nunmehr federführend begleitet.

Nowodworski hat bewusst auf dem Höhepunkt aufgehört

Offenbar hat sich in dieser Hinsicht nicht allzu viel geändert, denn schon als Bürgermeister war Bodo Nowodworski eigentlich ständig im Dienst. „Das ging so weit, dass mich Leute mitten in der Nacht angerufen haben, um mir zu sagen, dass im Rathaus noch Licht brennt“, erinnert er sich schmunzelnd. „Es war natürlich eine sehr schöne und wichtige Zeit in meinem Leben und sicherlich der Zenit meiner beruflichen Karriere. Aber ich habe mich bewusst für das Aufhören auf dem Höhepunkt entschieden. In ein Loch bin ich danach nicht gefallen“, zieht er eine persönliche Bilanz.

Dabei bleibt unterm Strich vieles, auf das er mit Rückblick auf seine Amtszeit stolz ist. „Ich habe unter anderem die Entwicklung des ehemaligen Karstadt-Geländes, also die Planung von Kö-Galerie und die Bebauung Am Königshof, die langjährige Planung der Entlastungsstraßen Seibelspange und Osttangente oder den Bau der neuen Sportanlage mit auf den Weg gebracht“, zählt er nur einiges auf.

Im Innersten wird er wohl immer Bürgermeister bleiben

Dass es jetzt Andere sein werden, die bei der Eröffnung das rote Band durchschneiden, stört Nowodworski nicht: „Es ist im Leben nun mal so, dass man die Dinge nicht immer selbst zum Abschluss bringen kann“, weiß er. Obwohl er auch offen zugibt, dass er im Innersten wohl immer ein wenig Bürgermeister bleiben wird. Die Entwicklung verfolgen, sich Gedanken machen, Ideen haben: All das liefe irgendwie weiter, wenn man so lange mit der Stadt und ihrer Entwicklung verbunden war.

Seine Entscheidung, den Schreibtisch nach zehn Jahren im Amt zu räumen, hat er dennoch nicht bereut. „Das Dasein als Bürgermeister besteht ja nicht nur aus dem Eröffnen von Festen“, sagt er schmunzelnd. Jeden Morgen die Zeitung zu lesen gehöre immer noch zum Pflichtprogramm. „Aber jetzt kann ich mich heute auch schon mal zurücklehnen und den Wind an mir vorbeistreichen lassen.“

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