Vor 50 Jahren ging im See der erste Besucher schwimmen. Im kommenden Jahr soll eine Fähre den Betrieb aufnehmen.

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Luftige Ansichten: Ende der 1960er-Jahre hatten Wassersportler längst den Unterbacher See für ihr Hobby entdeckt.

Luftige Ansichten: Ende der 1960er-Jahre hatten Wassersportler längst den Unterbacher See für ihr Hobby entdeckt.

Zweckverband Unterbacher See

Luftige Ansichten: Ende der 1960er-Jahre hatten Wassersportler längst den Unterbacher See für ihr Hobby entdeckt.

Unterbach. Wenn es in Erkrath heißt, "Ich geh’ zum See", dann ist allen klar, welcher See gemeint ist. Denn für die meisten gehört der Unterbacher See auch nach über 30 Jahren kommunaler Neugliederung zu Erkrath. Kaum beginnt der Sommer, locken die Wanderwege und die Strandbäder - und das seit mittlerweile 50 Jahren.

Außer Matsch und grobem Kies gab’s nicht viel

1956 taten sich die Städte Hilden Erkrath, Düsseldorf und der Kreis Mettmann zusammen und gründeten den Zweckverband zur Nutzung des Baggersees als "Volkserholungsstätte".

Wer sich mit dem heutigen Geschäftsführer Klaus Schräpfer alte Fotos anschaut, kann ermessen, was für eine Aufgabe vor den Planern lag. Es galt bei Null anzufangen, denn außer des Sees und seiner Ufer voller Matsch und grobem Kies gab es nichts. "Die ganze Infrastruktur musste neu gebaut werden", sagt Schräpfer.

1959 - vor genau 50 Jahren - konnten dann die ersten Schwimmer ins Wasser gehen. "Das war aber noch ein wilder Badebetrieb", sagt Schräpfer. Und ein wenig wild sah es damals tatsächlich aus: kaum befestigte Wege, ein dünner Sandstrand, Getränke wurden in einem Zelt verkauft.

Während im Wasser schon die ersten Badegäste planschten, ging an Land der Bau von Duschen und Umkleiden weiter. Die Schwimmer störte das wenig. "Es war ja kaum mehr als zehn Jahre nach Kriegsende", so Schräpfer. "Das Bedürfnis der Menschen nach Erholung war sehr groß." 40 Millionen Besucher am Unterbacher See zählte der Zweckverband in den ersten 20 Jahren.

1926 begann der Kiesabbau im Süden von Unterbach. 1959 nahm das Strandbad Nord den Betrieb auf. 1961 folge der Campingplatz, 1963 eröffnete das Strandbad Süd mit großem FKK-Strand. Später kamen noch der Bootshafen, das Restaurant, Rudervereine, eine Surfschule und ein Angelclub an den See. 1973 wurden die Auskiesarbeiten eingestellt.

Das Strandbad Nord ist wochentags von 10 bis 20.30 Uhr geöffnet. Am Wochenende und feiertags schon ab 9 Uhr. Diese Zeiten gelten auch für das Südbad.

1,20 Euro für Kinder (ab sechs Jahren), 2,20 Euro für Jugendliche (ab 16 Jahren). Erwachsene zahlen 3,20 Euro für die Tageskarte.

Am Nordstrand finden sich außerdem noch ein Campingplatz, eine Minigolfanlage, eine Segelschule und der Bootsverleih.

Vom anfänglichen Charme der "Volkserholungsstätte" ist über die Jahre wenig geblieben. Schon 1961 eröffnete direkt neben dem Strandbad der Campingplatz, 1963 nahm auch am gegenüberliegenden Südstrand das Freibad den Betrieb auf.

Der See bietet viel mehr als die Möglichkeit zum Schwimmen

Heute ist der Unterbacher See ein beliebtes Naherholungsgebiet mit langen Wanderwegen, Bootsverleih und Angelverein für den Raum Düsseldorf und Bergisch Land geworden.

Doch nicht nur das Freizeitangebot am Unterbacher See hat sich mit den Jahren vergrößert - die Gewohnheiten der Menschen haben sich gewandelt. "Sie sind wesentlich mobiler geworden", sagt Klaus Schräpfer. Mittlerweile fahren Menschen, die früher zum Unterbacher See gekommen sind, eben auch in die nahen Niederlande.

Trotzdem kommen, abhängig vom Wetter, jährlich zwischen 60.000 und 300.000 Badegäste in die Strandbäder - die Erkrather, Unterbacher und Hildener fahren bevorzugt zum Nordstrand, während es die Düsseldorfer zum Südufer zieht.

Damit das auch so bleibt, wurde das Strandbad Nord anfang des Jahrtausends für über eine Million Euro auf den neuesten Stand gebracht. Die großzügigen Umkleidekabinen fielen dabei der Abrissbirne zum Opfer. Ein Verlust, den die Schamhaftigkeit der Besucher verkraften konnte. "Die Leute ziehen sich inzwischen einfach auf der Wiese um", sagt Schräpfer.

Im kommenden Jahr möchte der Zweckverband eine Fähre auf dem See in Betrieb nehmen. Das Elektroboot für rund 40 Passagiere soll dann das Nord- mit dem Südufer verbinden. "Vielleicht", sagt Klaus Schräpfer, "kommen noch weitere Haltepunkte hinzu."

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