Bürger und Politiker sorgen sich um die Zahl der Delikte. Die sinkt trotz großer Kontrollen nicht.

Kreis Mettmann
Bei der Kontrollaktion „Mobile Täter im Visier“ am vergangenen Donnerstag gingen den Beamten nur wenige Kriminille ins Netz. Daher stellen Landespolitiker nun die Frage, wie das Innenministerium in Zukunft für die Sicherheit der Bürger sorgen will.

Bei der Kontrollaktion „Mobile Täter im Visier“ am vergangenen Donnerstag gingen den Beamten nur wenige Kriminille ins Netz. Daher stellen Landespolitiker nun die Frage, wie das Innenministerium in Zukunft für die Sicherheit der Bürger sorgen will.

Achim Blazy

Bei der Kontrollaktion „Mobile Täter im Visier“ am vergangenen Donnerstag gingen den Beamten nur wenige Kriminille ins Netz. Daher stellen Landespolitiker nun die Frage, wie das Innenministerium in Zukunft für die Sicherheit der Bürger sorgen will.

Fast kein Tag vergeht, an dem sich nicht Ganoven über Hab und Gut der Bürger im Kreis Mettmann hermachen: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in den jüngsten Zeit rasant gestiegen – offenbar unabhängig von der dunklen Jahreszeit, die traditionell für eine Zunahme derartiger Straftaten sorgt. Die Polizei scheint vor Ort machtlos zu sein, was die geringe Aufklärungsquote zeigt. Daran ändren auch großangelegte Kontroll-Aktionen wie am Donnerstag nicht viel: Auf den Ausfallstraßen wurden Fahrzeuge kontrolliert. In der Innenstadt fiel massive Polizeipräsenz auf. Wilhelm Droste, CDU-Mdl, reicht das nicht: Er verlangt von Innenminister Ralf Jäger (SPD) eine Stellungnahme zum Thema „Schutz der Bürger“ im Kreis.

Zusätzlich zur Kontrolle wurden Flyer verteilt

Zumindest im Kreis Mettmann ist bei der Aktion „Mobile Täter im Visier“ (MOTIV) nicht viel herumgekommen. An einem Kontrollpunkt in Ratingen hielten die Beamten einen verdächtigen Pkw an. Die Kennzeichen waren zur Entstempelung ausgeschrieben. Weiterhin besaß der 21-jährige Fahrer keine Fahrerlaubnis. Auf der Süd-Dakota-Brücke nahmen Beamte eine 24-jährige Frau und ihren 33-jährigen Mann nach einem Ladendiebstahl vorläufig fest. Ihre Beute, verschiedene Kleidungstücke und Schmuck, hatten die beiden Täter in einem Trolley verstaut, den sie hinter sich herzogen. Im Beisein der Verdächtigen befand sich auch ein achtjähriges Kind. Das Mädchen trug entwendete Kleidungsstücke am Körper.

Die Berater der Kriminalprävention verteilten in der Ratinger Innenstadt Flyer und führten über 100 Beratungsgespräche zum Thema „Taschendiebstahl“ mit Bürgern. Weitere Beratungsgespräche fanden in den Innenstädten von Hilden und Velbert statt.

Gegenüber unserer Zeitung beklagte sich Droste, dass er von Landrat Thomas Hendele (CDU) keine Quartalszahlen zu den Einbrüchen im Kreis bekomme: „Schon aufgrund der vermehrten Berichterstattung in den Medien über die sich häufende Anzahl von Haus- und Wohnungseinbrüchen, entsteht der Eindruck, dass die Zahl dieser Delikte auch in den Städten des Kreises Mettmann deutlich zugenommen hat.“

Immer mehr Bürger setzen private Sicherheitsdienste

Er berichtet auch von vielen Schreiben und Ansprachen von Mitbürgern, speziell aus Ratingen, die selbst Opfer solcher Straftaten wurden und detailliert darüber berichteten, wie die Einbruchsdelikte und Diebstähle aus ihrer Sicht stattgefunden hätten. Droste: „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in den vergangenen 20 Jahren als Abgeordneter so massiv auf diese Form der Kriminalitätsentwicklung angesprochen wurde.“ Nicht selten würden die Diebstähle sogar trotz Anwesenheit der Haus- und Wohnungseigentümer oder Mieter begangen. Erkennbar sei auch die Resignation derer, die Opfer dieser Straftaten wurden hinsichtlich einer Aufklärung und der Ermittlung der Täter: Sie tendiere gegen Null. Vom Minister will er wissen, inwieweit er „die personellen Ressourcen der Polizei im Kreis Mettmann speziell zur Verhütung und Aufklärung von KFZ-Aufbrüchen und Einbruchsdiebstählen für ausreichend“ erachte. In den Kreisstädten, besonders auch in Ratingen, böten die guten Anbindung an die Autobahnen Straftätern schnelle Fluchtmöglichkeiten. Viele Bürger hätten das Vertrauen verloren und setzten vielmehr auf private Sicherheitsdienst wie in Lintorf und Hösel und Cromford. Seiner Ansicht nach reichten „einige wenige regionale oder gar landesweite Schwerpunktaktionen gegen professionelle Diebesbanden“ nicht aus, um dem gravierenden Problem der Einbruchskriminalität nachhaltig zu begegnen.

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