Stadtsportverband will Beiträge erhöhen und nach neuen Einnahmequellen suchen.

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Neben der Sportlerehrung und der Abnahme des Sportabzeichens will der Stadtsportverband mit Publikumsveranstaltungen für den Sport werben.

Neben der Sportlerehrung und der Abnahme des Sportabzeichens will der Stadtsportverband mit Publikumsveranstaltungen für den Sport werben.

Stefan Fries

Neben der Sportlerehrung und der Abnahme des Sportabzeichens will der Stadtsportverband mit Publikumsveranstaltungen für den Sport werben.

Mettmann. Ohne eine Beitragsreform und neue Einnahmequellen hat der Stadtsportverband, dem 34 Vereine mit mehr als 10 000 Sportlern angehören, keine Überlebenschance. Das hat Hartmut Dierich, der im Oktober 2012 zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde, im Sportausschuss erklärt. In den ersten Monaten, so Dierich, sei der neu gewählte Vorstand allein damit beschäftigt gewesen, die Geschäftsfähigkeit wieder herzustellen.

Amtsgericht erklärte die Vorstandswahlen für ungültig

Seit dem Rücktritt des damaligen Vorsitzenden Stefan Lange 2010 war es beim Stadtsportverband hoch hergegangen. Niemand wollte die Führung übernehmen, die Kasse konnte wegen fehlender Beläge nicht geprüft werden, und Mettmann-Sport fühlte sich in dem Gremium als größter Verein mit mehr als 4500 Mitgliedern nicht ausreichend repräsentiert.

Das Chaos gipfelte dann darin, dass das Amtsgericht die Vorstandswahlen im vergangenen Jahr für ungültig erklärte, weil der alte Vorstand nicht fristgerecht zur Mitgliederversammlung eingeladen hatte.

Das Geschäftsjahr 2010 muss der Vorstand noch rekonstruieren

Eigentlich müsse er mit einem Hut durch die Reihen der Ausschussmitglieder gehen und Geld sammeln, machte Dierich deutlich, dass der Verband nur einen Schritt vor dem finanziellen Absturz steht. Schadensbegrenzung habe der neue Vorstand in den ersten Monaten seiner Tätigkeit leisten müssen. Die Mission laute, „den Stadtsportverband zu retten“, sagte Dierich und bat Stadt und Politik um Unterstützung.

„Im Oktober haben wir überfällige Rechnungen beglichen. Rechnungen, Kassenunterlagen und Akten aus den vergangenen Jahren fehlen. Ein Konto bei der Kreissparkasse war gesperrt, das Geschäftsjahr 2010 müssen wir erst noch rekonstruieren“, berichtete Dierich.

Der Vorstand habe neben einem Rechner, zu dem externe Festplatten fehlten, 18 Aktenordner übernommen, die alles aus 85 Jahren Stadtsportverband seien. Das Mobiliar der ehemaligen Geschäftsstelle, die der Interimsvorstand aus Kostengründen aufgegeben hatte, ein Kopiergerät und andere technische Geräte seien für 300 Euro an die Ogata der Grundschule Am Neandertal gegangen.

Alter Vorstand hatte vergessen, Telefonanschluss zu kündigen

„Die Werte dieser Sachen hatten sicher einen Wert von mehreren tausend Euro“, sagte Dierich. Zwar seien die Räume, aber nicht der Telefonanschluss gekündigt worden. Deshalb mussten 1000 Euro für einen nicht genutzten Anschluss bezahlt werden. Außerdem habe die Hälfte der Mitgliedsvereine zwei Jahre lang gar keine Beiträge gezahlt.

Neben der Sportlerehrung und der Abnahme des Sportabzeichens will der Stadtsportverband mit Publikumsveranstaltungen für den Sport werben. Dierich: „Wir wollen auch wieder Sporttage ausrichten.“ Aber für die Arbeit und die Rettungsmission „brauchen wir einen langen Atem“, sagte der Vorsitzende.

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