Erkraths größter Verein bedankte sich am Sonntagmorgen mit einem Frühschoppen bei Ehrenamtlern und Übungsleitern.

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Ohne Ehrenamtler und Übungskräfte, die für wenig Geld viel leisten, müsste ein Großverein wie der TSV Hochdahl sein Angebot einschränken.

Ohne Ehrenamtler und Übungskräfte, die für wenig Geld viel leisten, müsste ein Großverein wie der TSV Hochdahl sein Angebot einschränken.

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Ohne Ehrenamtler und Übungskräfte, die für wenig Geld viel leisten, müsste ein Großverein wie der TSV Hochdahl sein Angebot einschränken.

Hochdahl. 30 Jahre sind eine lange Zeit. Eine so lange, dass manch eine Ehe sie nicht überdauert. Dem Sportverein hingegen über Jahrzehnte die Treue zu halten, scheint ein Vergnügen zu sein - eines, das Sonntagvormittag belohnt wurde.

Der Turn- und Sportverein Hochdahl (TSV) hatte seine Übungsleiter, Mitarbeiter und Jubilare zum traditionellen Frühschoppen in das TSV-Zentrum im Bürgerhaus an der Sedentaler Straße eingeladen. In geselliger Runde wurde auf das neue Jahr angestoßen und denen Applaus gespendet, die dem Verein besonders lange angehören.

"Manche arbeiten auf 400-Euro-Basis, sind aber 40Stunden pro Woche für den Verein da."

Fritz Hoppe, Vorsitzender des TSV Hochdahl

Neben 20- und 25-jähriger Mitgliedschaft wurde auch zu 30 Jahren gratuliert, unter anderem einem besonderen Mitglied: Fritz Hoppe, Vereinsvorsitzender, und seiner Frau Helga. "Den Menschen, die für ihre lange Mitgliedschaft geehrt wurden, sieht man an, dass sie Sportler sind - mich lassen wir da mal außen vor", scherzte Hoppe.

Der Frühschoppen findet jedes Jahr statt. "Es ist eine schöne Gelegenheit, um uns für die engagierte Arbeit zu bedanken", sagte Hoppe. Neben 25 hauptamtlichen Mitarbeitern und über 30Ehrenamtlern beschäftigt der TSV rund 150 bezahlte Übungsleiter. "Viele sind dem TSV schon lange verbunden. Bei ihnen steckt oft ein großer Anteil Ehrenamt darin: Manche arbeiten auf 400- Euro-Basis, sind aber 40 Stunden pro Woche für den Verein da", gab Hoppe ein Beispiel.

Er selbst ist seit 29 Jahren im geschäftsführenden Vorstand tätig. Sein Lieblingssport: Fußball. "Das bieten wir jedoch nicht an. Im TSV arbeite ich gern an den Geräten im Fitness-Studio oder mache Nordic Walking. Momentan kann ich jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht sportlich aktiv sein", erzählte er.

2009 hat der TSV Hochdahl 100 neue Mitglieder gewonnen

Der TSV wurde am 20.Mai 1964 gegründet und ist mit über 3400 überwiegend weiblichen Mitgliedern der größte Sportverein Erkraths. Erster Vorsitzender ist Fritz Hoppe, Geschäftsführerin Doris Küppers. Als Breitensportverein bietet der TSV über 20 verschiedene Sportarten an. Gestern Morgen bedankte sich der Verein bei seinen Mitarbeitern, Übungsleitern und Jubilaren mit einem Frühschoppen.

Den über 3400 Mitgliedern - rund 100 mehr als im Vorjahr - wird ein breites Programm an Sportarten angeboten: Von Aikido bis zum Wandern ist für jeden etwas dabei. Viele der Mitglieder sind gleich in mehreren Abteilungen aktiv.

Auch Ingrid Koppe nimmt mit 76 Jahren immer noch regelmäßig an der Wirbelsäulen- und Wassergymnastik teil. "Ab und zu tanze ich auch gern oder fahre Rad", erzählte sie. Seit 1971 ist sie Mitglied, von 1982 an war sie im Vorstand tätig: "Zunächst als Kassenwartin, später als Geschäftsführerin und schließlich als Vorsitzende, bis ich das Amt an Fritz Hoppe abgegeben habe."

Ingrid Koppe ist im TSV jedoch kein außergewöhnlicher Fall: 817 Mitglieder sind zwischen 41 und 60 Jahren alt, 789 sind 61 Jahre oder älter. "Unser Sorgenkind ist die Altersgruppe von sieben bis 14 Jahren, da sind es nur 579 Mitglieder", sagte Hoppe.

Kritik an der Schulpolitik bezüglich der Ganztagskonzepte

Den Grund dafür sieht er bei den Ganztagsschulen. "Die Kinder sitzen den ganzen Tag in der Schule; da ist es verständlich, dass sie danach keine Lust mehr auf Sport haben." Als Vorbild nannte er die Städte Ratingen und Langenfeld. Hoppe: "Dort wurden die Sportvereine in die Ganztagskonzepte miteinbezogen. Die Übungsleiter der Vereine gehen zu den Kindern in die Sporthallen und werden dafür von den Städten honoriert. In Erkrath wollten wir diesen Weg ebenfalls gehen. Die Stadt hat dafür jedoch kein Geld."

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