Die Regenbogenschule führte „Emil und die Detektive“ auf. Für das Projekt haben sie den WZ-Schulpreis gewonnen.

Unterfeldhaus. Emil Tischbein aus Neustadt ist ein Musterknabe. Das sagt er zumindest von sich selbst. "Ich will immer brav sein, weil Mutti es so schwer hat. Das klappt aber nicht immer", schränkt der Zwölfjährige den Anspruch an sich selbst ein.

In den Schulferien macht sich Emil auf den Weg nach Berlin, um dort seine Großmutter zu besuchen. Im Zug fallen ihm die Augen zu und das Publikum in der vollbesetzten Turnhalle der Grundschule am Millrather Weg Straße wird Zeuge, wie der mitreisende Herr Grundeis dem Jungen Geld aus der Jackentasche stiehlt - die 140 Mark, die doch eigentlich für Emils Großmutter bestimmt waren.

Das Ergebnis der Theaterprojektwoche der Erkrather Regenbogenschule kann sich wieder einmal sehen lassen. Nicht umsonst zählt die Grundschule mit dem Projekt zu den Gewinnern beim Schulpreis der WZ. In diesem Jahr war die Wahl auf Erich Kästners "Emil und die Detektive" gefallen.

 "Das Vorrecht für diese Entscheidung haben die Viertklässler. Sie spielen das Stück. Die unteren Klassen sind mit Tänzen oder Liedern zwischen den einzelnen Szenen an der Aufführung beteiligt. Alle Kinder von beiden Standorten unserer Schule werden miteinbezogen", sagt Schulleiterin Christina Willert.

"Am besten hat mit gefallen, dass wir keine Hausaufgaben machen mussten."

Julian, einer der vier Emil-Darsteller

So entstand eine bunte, abwechslungsreiche Aufführung, in der die Kinder nicht nur mit Textsicherheit, sondern auch mit ihren Kostümen und Requisiten beeindruckten. Sogar den Umbau des Bühnenbildes übernahmen die jungen Darsteller selbst.

Am Berliner Bahnhof warten die Großmutter und Emils Cousine Pony Hütchen vergeblich auf ihren Gast. "Vielleicht ist er ja falsch ausgestiegen", überlegt Pony Hütchen. "Jungs sind manchmal furchtbar." Unterdessen hat Emil bemerkt, dass er bestohlen wurde. Gemeinsam mit seinen Freunden hat er bereits die Spur des Diebes aufgenommen und einen Plan ausgeheckt.

Nach anderthalb Stunden gelingt es den jungen Detektiven schließlich, Herrn Grundeis zu stellen. Emil erhält nicht nur sein Geld zurück, sondern obendrein noch eine dicke Belohnung - denn Herr Grundeis ist ein gesuchter Bankräuber.

"Die Kinder steigern sich von Jahr zu Jahr", meinten Petra und Jörg Röwer. "Uns hat das Stück sehr gut gefallen - am besten natürlich unser Sohn Julian." Der Zehnjährige ist einer der vier Emil-Darsteller.

"Ich habe mir die Rolle selbst ausgesucht", erzählt Julian. "Es gab viel Arbeit in der Projektwoche. Wir haben Hintergrundbilder und Plakate gemalt und unsere Texte gelernt. Das war aber nicht schwierig. Am besten hat mir gefallen, dass wir keine Hausaufgaben machen mussten."

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