Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und verwüstete Baustellen - Sturmtief Burglind schüttelte die Region durch.

Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und verwüstete Baustellen - Sturmtief Burglind schüttelte die Region durch.
Der Langenfelder Rietherbach verwandelt Gärten in Seen.

Der Langenfelder Rietherbach verwandelt Gärten in Seen.

Am Heiderweg in Erkrath begrub ein Baum ein Auto.

Die Düssel schwoll am Neanderthal Museum zu einem reißenden Fluss.

Der Wind fegte Zäune und Schilder in der Mettmanner Innenstadt um.

In Ratingen kippte ein Baum auf das Dach des Bürgerhofs. Er musste mit einem Kran entfernt werden. Fotos (3): Achim Blazy

Matzerath, Bild 1 von 5

Der Langenfelder Rietherbach verwandelt Gärten in Seen.

Kreis Mettmann. Ein Orkan mit starken Regenfällen hat in der Nacht zum gestern und am frühen gestrigen Morgen erhebliche Schäden in der gesamten Region angerichtet. Auch in Mettmann wurden zahlreiche Bäume beschädigt oder entwurzelt. Der Friedhof Goethestraße wurde daher bis auf weiteres gesperrt. „Im ganzen Stadtgebiet ist der Boden stark aufgeweicht“, erklärte Thomas Gebhardt, zuständig für Grünflächen- und Friedhofsunterhaltung. „Man sollte in der Nähe von Bäumen und in bewaldeten Gebieten höchst vorsichtig sein oder diese Bereiche vorerst meiden.“ Das gilt besonders im Düssel- und im Neandertal. Die gärtnerische Abteilung des städtischen Baubetriebshofes arbeitet mit Hochdruck daran, die Sturmschäden zu beseitigen. Über die Zentrale des Baubetriebshofes unter Telefon 02104/980281 können außerdem Sturmschäden auf öffentlichen Grünflächen gemeldet werden. Der Orkan hatte in Mettmann zudem zahlreiche Bauschilder und -zäune umgeworfen. Auch die Weihnachtsbeleuchtung an diversen Häusern wurde in Mitleidenschaft gezogen. In Mettmann-Süd wurde ein großer beleuchteter Schneemann vom Vordach geweht und zerstört. Wie Mirko Braunheim, stellvertretender Kreisbrandmeister, mitteilte, zählte die Feuerwehr kreisweit rund 60 Einsätze. Bäume mussten aus dem Weg geräumt und Keller leer gepumpt werden.

Erkrather Feuerwehr kontrolliert die angeschwollene Düssel

In Erkrath war eine Fahrspur der Düsseldorfer Straße kurz vor der Stadtgrenze zu Düsseldorf durch einen umgestürzten Baum blockiert, der von der Feuerwehr zerkleinert und entfernt werden musste. Da ein zweiter, circa zwölf Meter hoher Baum in eine bedrohliche Schieflage geraten und das Erdreich durch den Regen stark aufgeweicht war, musste er von den Einsatzkräften gefällt werden. Auch auf dem Hubbelrather Weg war ein Baum auf die Straße gestürzt und musste beseitigt werden. Mehrere Fahrzeuge wurden auf dem Heiderweg durch einen umgestürzten Baum beschädigt. Auf der Hans-Holbein-Straße drohte eine große Tanne umzustürzen und musste gefällt werden. Im Stadtteil Hochdahl stürzten auf der Straße „Mahnert“ Bäume auf einen Pkw sowie in eine Freileitung. Zeitweise fiel der Strom aus. In der Straße „Eickert“ stürzte ein Baum auf ein Haus und musste aufwändig abgetragen werden. Auch die angeschwollene Düssel wurde von der Erkrather Feuerwehr kontrolliert. Die Bäche und Flüsse in der gesamten Region führen viel Wasser; eine akute Gefahr vor Überschwemmungen existiere aber noch nicht, sagte Peter Schu vom Bergisch-Rheinischen-Wasserverband (BRW). Allerdings müssen zahlreiche Bäume, die in Bäche gefallen sind, entfernt werden, damit sich das Wasser nicht staut.

In Haan blockierte ein umgestürzter Baum die Fahrbahn auf der Ellscheider Straße. Ein Bus der Rheinbahn-Linie 742 war in den Baum gefahren. Dabei wurde das Fahrzeug, das aus Richtung Gruiten nach Haan unterwegs war, erheblich beschädigt. Der Fahrer hatte großes Glück: Ein Ast bohrte sich durch die Windschutzscheibe und verfehlte den Mann nur knapp. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Fahrgäste befanden sich nicht im Bus. Im Verlauf der Ellscheider Straße waren noch weitere Bäume umgestürzt. Die Straße blieb rund zwei Stunden gesperrt. Am Schalbruch hatte der Sturm noch mehr Bäume umgeworfen. Sie beschädigten geparkte Fahrzeuge. Der Starkwind fegte dort auch zwei zwei mal zwei Meter große Lichtkuppeln von einem Hausdach. Ein umgeworfener Baum landete auch auf einem Überflieger der Autobahn 46. Die Auffahrt zur A 3 Richtung Düsseldorf musste geräumt werden. cz/cs

Glück im Unglück für eine Frau in Wülfrath

In Wülfrath rückte die Feuerwehr bis zum Mittag zu vier Einsätzen aus. Auf dem Finkenweg war ein Baum auf ein Auto gestürzt. Die Fahrerin hatte Glück im Unglück: Sie hatte das Fahrzeug gerade aus der Garage gefahren, als sie bemerkte, dass sie ihre Handtasche vergessen hatte und deshalb noch einmal ausstieg. Vom Aprather Weg wurde eine überspülte Unterführung gemeldet. Die Wehr entfernte das „Treibholz“, das Gullys verstopft hatte und setzte Pumpen ein. Auch am Kirchenfelder Weg musste gegen 11 Uhr ein umgestürzter Baum zersägt und beseitigt werden. Außerdem war die Wehr mit fünf Fahrzeugen bereits gegen 5.30 Uhr im Gewitter zur Parkschule geeilt. Dort hatte die Brandmeldeanlage Alarm geschlagen. Bei der Kontrolle des Gebäudes stellte sich aber schnell heraus, dass es keinen Brand zu löschen gab. HBA

Kapitaler Baum kracht in ein Ratinger Gasthaus

In Ratingen hielt ein umgestürzter Baum am Lintorfer Markt die Wehr stundenlang in Atem: Ein kapitaler Baum war auf den Bürgershof gestürzt und hatte das Dach beschädigt. Dort mussten auch die Kollegen von der Feuerwehr Düsseldorf mit einem Kran helfen. Die Straße Lintorfer Markt wurde für die Aufräumarbeiten gesperrt. Auch öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kam es zu Verspätungen oder Ausfällen wie bei der Rheinbahn und bei der S 6 von Essen nach Düsseldorf. Bei der S 6 gab es Verspätungen oder Totalausfälle. Besonders betroffen waren Strecken von Köln Hauptbahnhof in in Richtung Süden. Die Feuerwehr Ratingen hatte seit etwa 6 Uhr morgens bis zum Mittag 15 sturmbedingte Einsätze abgewickelt. Neben umgestürzten Bäumen und Ästen, die aus der Höhe herabzufallen drohten, waren zwei Wassereinsätze sowie ein Einsatz mit losen Photovoltaikteilen auf einem Dach zu bearbeiten. JoPr

Umgestürzte Bäume behinderten auch in Monheim den Verkehr. Gegen 6 Uhr musste die Feuerwehr zu einem Baum ausrücken, der in Höhe des Kreisverkehrs Niederstraße auf die Baumberger Chaussee gestürzt war. Er hatte auch gleich eine Straßenlaterne mitgerissen. „Wir mussten dann erst die Mega verständigen, damit der Strom angestellt wird“, sagt Torsten Schlender, Einsatzleiter der städtischen Feuerwehr. An einer Baustelle auf der Schwalbenstraße stürzten Teile einer frisch gemauerten Wand ein und beschädigten das Baugerüst. Das Gelände wurde abgesperrt und die Bauaufsicht verständigt, so Schlender. Ferner wurde eine Hausfassade an der Geschwister-Scholl-Straße beschädigt, als der abgeknickte Ast eines Baumes gegen das Gebäude stürzte. An der Alfred-Nobel-Straße lösten sich auf einem Firmengelände Fassadenteile an einem Verwaltungsgebäude. An der Tegeler Straße brach ein Baum mittendurch und stürzte in Nähe eines Spielplatzes nieder. „Trotz der Intensität des Sturms sind wir in Monheim noch halbwegs glimpflich davon gekommen. Immerhin hatte der Berufsverkehr schon eingesetzt“, sagt Schlender.

Hochwassergefahr durch den Rietherbach in Langenfeld

In Langenfeld riss laut Feuerwehrsprecher Frank Noack am frühen Morgen eine Oberleitung an der Katzbergstraße, die danach von den Einsatzkräften gesichert werden musste. „Zeitgleich drohte ein Fahnenmast an der Röntgenstraße umzustürzen.“ Die Wehrleute montierten den Mast ab. Eine Reithalle an der Hildener Straße lief nach Noacks Angaben so voll Wasser, dass die Feuerwehr Tauchpumpen einsetzte, um einen größeren Schaden zu verhindern. In Richrath stieg der Rietherbach so stark an, dass angrenzende Kellerräume drohten vollzulaufen. elm

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