Das Quartiersprojekt der Caritas hatte zu einem Rundgang durch Mettmann-Süd eingeladen. Geprüft wurde, wie barrierefrei der Ort ist und wo die Stadt nachbessern sollte.

Das Quartiersprojekt der Caritas hatte zu einem Rundgang durch Mettmann-Süd eingeladen. Geprüft wurde, wie barrierefrei der Ort ist und wo die Stadt nachbessern sollte.
Manfred Andress ärgert sich über die Hindernisse, die für seinen Rollator oft unüberwindbar sind.

Manfred Andress ärgert sich über die Hindernisse, die für seinen Rollator oft unüberwindbar sind.

Stephan Köhlen

Manfred Andress ärgert sich über die Hindernisse, die für seinen Rollator oft unüberwindbar sind.

Mettmann. Mettmann-Süd ist ein Stadtteil mit vielen Einfamilienhäusern. „Er ist in den 70er Jahren entstanden“, erzählt Manfred Andress, der zusammen mit seiner Frau Kerstin Will-Andress gut 15 Interessierte auf einen Themenspaziergang durch das Wohngebiet mitgenommen hat – organisiert vom Caritas-Quartierprojekt, einem Treffpunkt für ältere Menschen. Viele davon sind auf Rollatoren oder Rollstühle angewiesen.

„Im Dunkeln sieht man die Treppe von oben gar nicht.“

Teilnehmer des Quartierspaziergangs über den Verbindungsweg zwischen Bruckner- und Brahmsstraße

Zusammen wollte man deshalb die Barrierefreiheit überprüfen und weitere Stolperfallen und Probleme dokumentieren. „Gut ist immer, wenn Bürgersteige als Ausfahrten abgesenkt wurden“, erklärt Hans-Ulrich Schwuchow, der zu Demonstrationszwecken einen leeren Rollstuhl vor sich her schiebt: Die Römerstraße zu überqueren ist kein Problem.

Schwieriger wird es auf einem Verbindungsweg zwischen Bruckner- und Brahmsstraße, der mit einer Treppe beginnt und auch zum Altenheim führt. Die einzige Laterne, die den Weg beleuchtet, ist ziemlich zugewachsen. „Im Dunkeln sieht man die Treppe von oben gar nicht“, sind sich alle in der Gruppe einig, „und das kann gefährlich werden.“ Hier wünscht man sich eine bessere Beleuchtung. „Auch das Zurückschneiden der Büsche würde helfen.“

Ansonsten ist das Befahren der Treppe mit Rollator kein großes Problem, wie Manfred Andress im Selbstversuch feststellt. Eine Sackgasse führt zu den Häusern Brucknerstraße 18 bis 26. „Es gibt keinen Hinweis auf einen Fußweg, der unten im Wendehammer beginnt und direkt ins Neandertal führt“, bedauert Hans-Ulrich Schwuchow. Vielleicht sei es eine Lösung, dass Fußgängerschild direkt mit dem Sackgassenschild zu kombinieren.

Weiter geht es Richtung Neandertal. Wenige ungepflegte Grundstücke fallen auf, ein Spielplatz, der offensichtlich wenig genutzt wird und Wege, auf denen das Unkraut wuchert. „Hier müsste die Stadt mehr machen“, finden die Teilnehmer, bevor der Weg durch einen Tunnel mit Blechdach führt. „Wir wollten ihn verschönern, aber es gibt viele Auflagen“, sagt Kerstin Will-Andress. Zurück geht es auf dem gleichen Weg, die Alternative wäre eine Treppe. Davon gibt es sehr viele im Wohngebiet – aber auch genügend Umwege, um sie zu vermeiden. „Es entstehen auch viele schöne Spazierwege durch die Treppen“, sieht es Manfred Andress positiv.

Schlaglöcher sind für Rollatoren gefährliche Stolperfallen

Auf der Mozartstraße ist in der Nähe der Bushaltestelle ein Schlagloch im Bürgersteig. Der 85-jährige Johannes Otto demonstriert, wie schnell man mit dem Rollator darin hängenbleiben kann. Auch auf der gegenüberliegenden Seite sind Kuhlen im Bürgersteig. „Im Winter entstehen hier vereiste Pfützen, die sehr gefährlich sind“, meint Kerstin Will-Andress. Seit der Bürgersteig aufgerissen wurde, um Kabel zu verlegen, habe niemand mehr dessen Zustand überprüft.

Eine Problemstelle ist die lange Treppe von der Schumannstraße zum Hellenbrucher Bach. Sie wuchert regelmäßig zu.

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