Die neue Technik verbraucht mehr Strom. Den soll der Trägerverein bezahlen – was dessen Vorsitzender nicht ohne Widerspruch hinnimmt.

Er fordert eine seriöse Berechnungsgrundlage für die Stromkosten: Peter Richter, Vorsitzender des Sternwarten-Vereins.
Er fordert eine seriöse Berechnungsgrundlage für die Stromkosten: Peter Richter, Vorsitzender des Sternwarten-Vereins.

Er fordert eine seriöse Berechnungsgrundlage für die Stromkosten: Peter Richter, Vorsitzender des Sternwarten-Vereins.

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Er fordert eine seriöse Berechnungsgrundlage für die Stromkosten: Peter Richter, Vorsitzender des Sternwarten-Vereins.

Hochdahl. Wenn am 10. Januar Aliens im Stellarium einfallen und die Welt erobern wollen, treibt das neue Programm den Puls der Besucher und den Stromzähler in die Höhe.

Für den erst genannten Anstieg ist die spektakuläre Animation der Invasion aus dem All verantwortlich, für den zweiten aber auch: Seit das Stellarium im März nach dem Feuer im Bürgerhaus mit digitaler High-End-Technik wiedereröffnet wurde, ist der Stromverbrauch deutlich angestiegen. "Das macht rund 800 Euro pro Jahr aus", sagt Peter Richter, Vorsitzender des Sternwartenvereins.

Strittig ist, wer das bezahlen soll. Die Verwaltung meint, das sei Sache des Vereins. "Wir bezahlen jährlich die Betriebskosten in Höhe von 35 000 Euro", sagt Kämmerer Heribert Schiefer. Die Mehrkosten für den gestiegenen Stromverbauch müsse der Verein nun selbst erwirtschaften.

Dieser Forderung verweigert sich Richter auch nicht grundsätzlich. Kritik übt er jedoch an der Berechnungsgrundlage. "Das ist abenteuerlich", sagt er. "Da wird mit Quadratmeterzahlen hantiert. Wer hat schon mal erlebt, dass Stromkosten nach der Fläche berechnet werden?"

Außerdem existiere kein eigener Stromzähler für das Stellarium. "Wenn wir über die Stromkosten reden, muss eine seriöse Grundlage gelegt werden." Erst dann könne über die Verlängerung des alle drei Jahre auslaufenden Nutzungsvertrags zwischen Sternwarte und Stadt verhandelt werden.

SPD schlägt sich auf die Seite des Vereins

Auf die Seite des vermeintlich Schwächeren hat sich SPD-Bürgermeisterkandidat Detlef Ehlert geschlagen. In einem Brief an Bürgermeister Arno Werner schreibt er: "Wir wissen, dass das Budget des Vereins ohnehin deutlich angespannt ist und der Verein zusätzliche Belastungen nicht stemmen kann. Wenn Sie ihm also weitere Belastungen zuordnen wollen, sollte die entsprechende Zuschusshaushaltsstelle entsprechend erhöht werden. Das fordern wir hiermit."

Noch weiter geht die CDU und pfeift auf ihre jahrelange Weigerung, runde Tische zu welchen Themen auch immer einzurichten. Jetzt soll ein solches Gremium zur Meinungsfindung installiert werden, an dem Vertreter der Stadtwerke, der Verwaltung und der Stadtwerke Platz nehmen. Das regt zumindest CDU-Sprecher Marc Hildebrand an. Und weil er sich als neutral einstuft, bringt er sich als Moderator eines solchen runden Tisches ins Gespräch.

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